Lebensberatung: für viele ein Hoffnungsschimmer!
15 Jahre Lebensberatung für die bäuerliche Familie. „Diesen Dienst braucht es wirklich,“ sagt Landesbäuerin Antonia Egger und dankt allen Lebensberaterinnen und Lebensberatern für ihre ehrenvolle Tätigkeit.
Für Landesbäuerin Antonia Egger ist das 15-jährige Bestehen der Lebensberatung der bäuerlichen Familie Anlass, mit Dankbarkeit auf die Wichtigkeit dieses Dienstes hinzuweisen: „Diesen Dienst braucht es wirklich, weil gerade in der bäuerlichen Welt das Ausreden nicht ganz üblich ist. Da wird vieles runtergeschluckt. Unsere Lebensberatung ist für die Menschen, die das Bedürfnis haben zu sprechen, eine sehr wichtige Anlaufstelle, der Anruf ist für sie der erste, wichtige Schritt!“, sagt Landesbäuerin Antonia Egger. Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation sah schon vor vielen Jahren die Notwendigkeit die bäuerliche Bevölkerung auch im menschlichen Bereich zu unterstützen. Im November 2009 war es endlich so weit, und die Lebensberatung für die bäuerliche Familie wurde ins Leben gerufen. Die damalige Landesbäuerin und ehemalige Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer war die treibende Kraft dahinter. „Für uns war es Neuland, das wir frohen Mutes betreten haben. Es war gut und richtig, diese Initiative zu starten,“ so Kuenzer in ihrer Grußbotschaft.
Heute sind 30 ehrenamtlich tätige Lebensberaterinnen und fünf Lebensberater aus ganz Südtirol für Bäuerinnen und Bauern da, wenn sie Unterstützung brauchen. Weit über 1000 Gespräche mit Ratsuchenden haben sie seit 2009 bis heute geführt. Vom Vinschgau bis ins hintere Ahrntal sind die Lebensberater*innen auf entlegenen Höfen unterwegs. In diesen 15 Jahren haben sie viele bäuerliche Familien begleitet. Landesbäuerin Antonia Egger dankte ihnen bei der 15-Jahrfeier im Kloster Neustift für diesen Einsatz. Die Lebensberater*innen arbeiten anonym und ehrenamtlich. „Eine große Aufgabe, die sie mit Wohlwollen und Verständnis für die Menschen am Hof erfüllen,“ so Landesbäuerin Egger. Eine ehemalige Lebensberaterin unterstreicht die Notwendigkeit der Lebensberatung: „Was uns antreibt ist die Überzeugung, dass dieser Dienst gebraucht wird. Aus dieser Überzeugung heraus kommt unsere Kraft für unsere Tätigkeit.“ Beim genauen Hinschauen und Hinterfragen können die Lebensberaterinnen und Lebensberater helfen, sagt Barbara Kathrein, Beraterin am bäuerlichen Sorgentelefon in Tirol. Das bringt Klarheit, es ändert sich der Blick auf gewisse Dinge. Diese Auseinandersetzung mit den Themen hilft Grenzen aufzuzeigen, und das ist sehr wichtig für die zwischenmenschlichen Beziehungen.
„Diese Initiative der Südtiroler Bäuerinnenorganisation ist für viele ein Hoffnungsschimmer!“, sagt die Koordinatorin Nicole Irsara. Die Lebensberatung ist eine Anlaufstelle für Bauern und Bäuerinnen, wenn’s schwierig wird: Konflikte zwischen den Generationen, in der Partnerschaft, in der Familie oder Überforderung, Ängste und Sorgen, die sie mit jemandem von außen teilen möchten. Die Beratung erfolgt schnell, ist unbürokratisch und kostenlos und findet auf Wunsch auf dem Hof statt. Das ist das Besondere am Dienst.