Südtiroler Landwirt | 12.10.2017

Die große Ungewissheit bei Wildruhezonen

Damit die Jagd in Südtirols Naturparken weiterhin erlaubt ist, verlangt Rom vom Land ein neues Gesetz. Die Waldeigentümer kritisieren den Vorschlag – weil sie zu wenig eingebunden werden und weil das Land von „Wildruhe“ spricht, Rom aber nur von „Jagdverbot“. Mehr...

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EDITORIAL

Auf zum „Bauernhof-Werktag“!

Die Berglandwirtschaft steht stark unter Druck: Die Steilheit der oft entlegenen Höfe, die erschwerten Bedingungen beim Leben und Wirtschaften am Berg, der hohe Arbeitsaufwand bei der Viehhaltung – Bergbauernfamilien produzieren Lebensmittel und erhalten die Landschaft unter extremen Bedingungen: Für die Bevölkerung im Tal und in den Städten.
Bei sonntäglichen Ausflügen oder bei Veranstaltungen wie dem Bauernhof-Sonntag, bewundern wir zwar die gepflegten Wiesen und Höfe, der Aufwand dahinter bleibt uns aber verborgen. Dabei könnte jeder von uns auch einmal hinter die Kulissen schauen und den „Bauernhof-Werktag“ erleben: Erfahren, was es bedeutet, einen Liter Milch zu gewinnen, die tägliche Futterration für die Kühe zu ernten oder Kinder und Senioren zu versorgen. Der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze vermittelt solche Hilfe für die Bergbauern (S. 4). Manchmal finden sich auch Einheimische dafür, der Großteil der freiwilligen Helfer stammt aber aus Deutschland. Wir Südtiroler sollten vermehrt diese Chance nutzen: Denn so ein Arbeitseinsatz täte auch uns ganz gut. So mancher würde wahrscheinlich zufriedener heimkommen. Würde besser verstehen, was den Wert unserer Lebensmittel ausmacht. Und würde darüber hinaus bereichert durch neue Kontakte und neue Sichtweisen heimkommen und mit mehr Demut und Respekt die Milch aus dem Kühlschrank holen, das Schnitzel anbraten oder den Speck aufs Brot legen.
Damit würden wir etwas Gutes tun: Nicht nur den Bauernfamilien am Berg sondern vor allem uns selber. Also, auf zum „Bauernhof-Werktag“!

Leo Tiefenthaler, Bauernbund-Landesobmann


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Bauern bringen die Post ins Haus

Wann haben Sie sich zum letzten Mal über den Briefträger geärgert, weil er die Post falsch oder gar nicht zugestellt hat? Nicht so lange her? Das würde viel besser klappen, wenn wir es selber machen – so lautet ein häufiges Argument. Zumindest bei der Zustellung der Post gibt es jetzt die Möglichkeit dazu: Die Post sucht in ganz Südtirol 25 neue Briefträger, und sie setzt dabei ganz besonders auf die bäuerliche Bevölkerung. Eine sehr gute Idee, denn so können sich Bauern zu einer Tageszeit, die sich gut mit der Arbeit am Hof vereinbaren lässt, einen Zuverdienst sichern. Und – davon sind wir überzeugt – die Briefe kämen auch dort an, wo sie hingehören. bch


FLOP

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Geheimniskrämerei macht stutzig

Das Land muss in Südtirols Naturparken Schutzzonen für das Wild einrichten. Daran gibt es nichts zu rütteln. Die Frage beginnt mit der Umsetzung. Rom fordert Zonen mit „Jagdverbot“, das Land spricht von „Wildruhe“ – und schießt weit über die staatlichen Vorgaben hinaus. Muss das sein, fragen sich Waldbesitzer und Bauern? Sie sehen wieder einmal neue Einschränkungen und Auflagen auf sie zukommen. Genau bei dieser Frage geben Politiker und Beamte keine klare Antwort. Diese Geheimniskrämerei macht stutzig! Mit frühzeitiger Offenheit hätte man wohl mehr Verständnis gefunden. Aber immerhin: Noch ist die Tür für einen Kompromiss offen. gst