Bauernbund | 26.09.2022

Bio hat noch Potential

Die Bioanbaufläche bis 2025 zu verdoppeln, ist das Ziel des „Biokonzept 2025“. Beim jährlichen Treffen der Projektgruppe passend zum EU-Bio-Tag zeigte sich, dass die Biofläche weiter zunimmt, wenn zuletzt auch langsamer. Die Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe sollen forciert werden, da Bio noch Potential hat.

Die Biofläche in Südtirol nimmt weiter zu, wenn auch langsamer.

Die Biofläche in Südtirol nimmt weiter zu, wenn auch langsamer.

2017 ist das „Biokonzept 2025“ vom Südtiroler Bauernbund, den Bioverbänden und weiteren Partnern aus Politik, Landwirtschaft, Forschung und Schule ausgearbeitet worden. Seitdem treffen sich die Partner zu einem jährlichen Austausch – heuer passend zum EU-Bio-Tag.

Gastredner beim diesjährigen Treffen war Paolo Carnemolla, Direktor der Federbio, des nationalen Verbandes der Bioverbände. Er ging auf das nationale Biogesetz Nr. 23/2022 und den nationalen Aktionsplan für die Biolandwirtschaft ein. Wichtige Themen darin sind u. a. die Bioregionen, das biologische Saatgut und die Ausbildung. Ein einheitliches Biosiegel für Italien mache Sinn, vor allem für den Export. Ansonsten sei der Absatz derzeit insgesamt eher schwierig, vor allem im Handel, wo die Discounter zweistellige Wachstumsraten verzeichnen, nicht aber der klassische Einzelhandel, über den traditionell mehr Bioware verkauft wird. 

Flächen nehmen zu - aber langsamer 
Nach starken Jahren etwas abgeschwächt hat sich der Zuwachs an Bioflächen. In den beiden letzten Jahren hat es keine merklichen Veränderungen mehr gegeben, sagte Sara Gottardi vom Landesamt für die biologische Produktion.
Ulrich Höllrigl, Vizedirektor des Südtiroler Bauernbundes, erklärte den aktuellen Stand bei den „Gemeinsamen Leitsätzen für eine nachhaltige Landwirtschaft“. „Da nun der Klimaplan des Landes hinzugekommen ist, soll das eigene Nachhaltigkeitskonzept mit dem des Landes verzahnt werden.“
Über den Stand der noch jungen Südtiroler Marke BioAlto berichtete Geschäftsführer Tobias Zingerle. Aller Anfang sei schwer „Wir versuchen, mit Südtiroler Produzenten und Kooperationen mit wichtigen Vertriebspartnern mit der neuen Marke Fuß zu fassen.“

Mehr Sichtbarkeit für die Biolandwirtschaft
Über eine Stagnation beim Zuwachs an Betrieben berichtete der Verband Bioland Südtirol. Man sei aber zuversichtlich, dass das Interesse der Bauern nach dem Ende der derzeitigen Krisen wieder ansteigt. Konkurrenz befürchtet Bioland durch Produkte, die mit dem Thema Nachhaltigkeit und Null-CO2-Fußabdruck werben. Daher wünscht sich Bioland mehr Sichtbarkeit für die Biolandwirtschaft in der gesamten Nachhaltigkeitsdiskussion im Land.
Die Arbeitsgemeinschaft für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise war mit dem Obmann Andreas Zuegg vertreten, der sich für eine stärkere Fokussierung auf den Boden aussprach. 

Konsumenten sparen in Krisenzeiten
 Probleme in der ökologischen Apfelproduktion gebe es mit der Alternanz, mit dem Temperaturanstieg und mit Schorf, berichteten die Vertreter der Vinschger Vermarktungsorganisation Vi.P, Gerhard Eberhöfer, und des Verzuchszentrums Laimburg, Markus Kelderer. Viele Konsumenten würden in Zeiten wie diesen auch bei Lebensmitteln sparen. Im Weinbau kommen noch die zu entwickelnden Alternativen zu den Pflanzenschutzmitteln dazu, welche noch kaum in der nötigen Anzahl zur Verfügung stehen.
Ihre Bio-Mitglieder bestmöglich beraten möchten der Beratungsring für Obst- und Weinbau und der Beratungsring für Berglandwirtschaft BRING. Probleme gibt es mit dem Erhalt von Biopflanzgut.

Interesse bei jung und alt groß
Die Ausbildung und Weiterbildung in der ökologischen Produktion haben sich auch die Fachschulen Salern und Laimburg zu Herzen genommen. Das Interesse bei den Schülerinnen und Schülern sowie in der Erwachsenenbildung ist auf alle Fälle groß.
Insgesamt herrschte Einigkeit darüber, dass die Biolandwirtschaft durch die aktuellen Krisen zwar etwas eingebremst wird, aber bald wieder Fahrt aufnehmen wird. Klar ersichtlich wurde, dass die Kurve nach oben nicht linear ist, sondern von vielen Faktoren abhängt.