Südtiroler Landwirt, Internationales | 01.09.2022

Wie geht Landwirtschaft im Oman?

Wer an die arabische Halbinsel denkt, dem fallen als Erstes wohl kaum Bäuerinnen und Bauern ein – und doch muss es sie auch hier geben. Wie sie Landwirtschaft betreiben und leben, will die fünfte Leserreise des „Südtiroler Landwirt“ herausfinden. Von 5. bis 15. Februar 2023 geht es in den Oman. von Bernhard Christanell

Nizwa ist die alte Hauptstadt des Oman und liegt wie eine Oase mitten in der Wüste. Foto: Pixabay

Nizwa ist die alte Hauptstadt des Oman und liegt wie eine Oase mitten in der Wüste. Foto: Pixabay

Die „Südtiroler Landwirt“-Leserreisen erfreuen sich seit ihrem Start vor mittlerweile sieben Jahren großer Beliebtheit. Immer wieder geht es darum, neue und oft auch in unseren Breiten unbekannte Länder zu besuchen und neben Land und Leuten vor allem auch die dort verbreiteten Formen der Landwirtschaft kennenzulernen. 

Nach Brasilien, Namibia, Costa Rica und der Inselgruppe der Azoren führt die nächste Leserreise in einen Kulturraum, den wir in unseren Breiten eher mit Wüste und Erdöl verbinden als mit Landwirtschaft: Der Oman – oder das Sultanat Oman, wie es offiziell heißt – befindet sich im Osten der arabischen Halbinsel. Auf einer Fläche, die minimal größer ist als jene von Italien, leben nur rund fünf Millionen Einwohner – und das vorwiegend in den Städten. Der Oman konnte sich in den letzten Jahrzehnten von einem stark rückständigen zu einem moderat wohlhabenden Staat entwickeln. Ein Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2013 nennt den Oman als das Land, welches innerhalb der letzten 40 Jahre seine soziale und wirtschaftliche Lage am meisten verbessern konnte. 

Die Haupteinnahmequelle für den Oman  ist und bleibt das Erdöl, dessen Quellen vorwiegend in den Wüsten im Landesinneren liegen. Das „schwarze Gold“ macht mehr als 50 Prozent der gesamten Staatseinnahmen aus. 

Fünf Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt

Etwa fünf Prozent der Staatsfläche werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Es werden vor allem Datteln, Zitronen, Granatäpfel, Bananen, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Mangos, Weizen, Kartoffeln, Kaffee und Tabak angebaut. Die Batina-Ebene im Norden des Landes gilt als Agrarzentrum des Oman. Rund fünf Prozent der Bevölkerung leben als Nomaden, bei ihnen spielt die Viehzucht eine zentrale Rolle. In der Küstenregion im Norden und Osten herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei etwa 22 bis 25 Grad Celsius.

Hauptstadt des Oman – und gleichzeitig auch der Ausgangspunkt der „Südtiroler Landwirt“-Leserreise – ist Maskat. Die Stadt liegt an der Küste im Nordosten des Landes am Golf von Oman, an einer von Felswänden eingeschlossenen Bucht.

Begrüßung mit typischen orientalischen Düften

Die Leserreise beginnt am 5. Februar mit dem Flug von München nach Maskat. In zehn Tagen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen guten Eindruck davon, wie in einem Wüstenstaat Landwirtschaft betrieben wird. Gleich am ersten Tag steht in Maskat der Besuch auf einem typischen Fisch- und Gemüsemarkt und einem großen Basar auf dem Programm, wo man in die Welt der orientalischen Düfte und Gewürze eintauchen kann. Auch ein Treffen mit einer Gruppe von Frauen, die ihren Lebensunterhalt mit Kunsthandwerk verdienen, steht auf dem Programm.

Am zweiten Tag geht es zunächst die Küste entlang nach Sur, einem alten Hafen. Dann führt die Route weiter ins Landesinnere, wo Begegnungen mit in der Wüste lebenden Beduinen ebenso geplant sind wie eine Fahrt über Dünen mit einem Geländewagen und die Übernachtung in einem rustikalen Wüstencamp. Aus der Wüste führt die Reise dann weiter in die Stadt Nizwa, die frühere Hauptstadt des Oman und von dort wieder zurück an die Küste.

Falaj – die „arabischen Waale“

Neben dem Anbau der genannten und für unsere Breiten eher ungewohnten Früchte spielt für die Landwirtschaft im Oman die Bewässerung eine zentrale Rolle. Weit verbreitet und innerhalb der arabischen Welt nur im Oman üblich ist das Bewässerungssystem der Falaj: Das Wasser wird dabei über Kanäle, die oft mehrere Kilometer lang sind, unter Ausnutzung des Gefälles von den Quellen zu den Dörfern und Städten geleitet und dort verteilt. Ein Prinzip, das auf den ersten Blick an die hierzulande bestens bekannten Waale erinnert. Heute sind insgesamt noch etwa 3000 bis 4500 solcher Bewässerungssysteme mit einer Gesamtlänge von weit über 1000 Kilometern in Gebrauch.  

Auf dem Plan der Leserreise stehen unter anderem auch Besuche auf einem arabischen Tiermarkt, in einer Universitäts-Fakultät für Landwirtschaft, einer landwirtschaftlichen Versuchsstation und einem Gestüt. Auch der Besuch in einer Moschee und eine Fahrt mit einem Dhow, einem am Indischen Ozean weit verbreiteten Segelschiff, gehören zum Programm. Am 15. Februar geht es für die Reisegruppe wieder zurück nach Hause in den Südtiroler Winter.

Als Reisebegleiter freue ich mich auf viele reiselustige und wissenshungrige Teilnehmer! 

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Ab sofort anmelden!

Die technische Leitung der Leserreise in den Oman (siehe Karte) übernimmt wieder das Reisebüro Primus Touristik, als Reisebegleiter wird „Südtiroler Landwirt“-Chefredakteur Bernhard Christanell mit dabei sein. Anmeldungen nimmt ab sofort die Bauernbund-Weiterbildung (Tel. 0471 999455; E-Mail: weiterbildung@sbb.it) entgegen. Anmeldeschluss ist Montag, der 24. Oktober. 
Im Preis von rund 3650 Euro im Doppelzimmer (EZ-Zuschlag ca. 1000 Euro, Wechselkursschwankungen vorbehalten) sind unter anderem die Flüge, die deutschsprachige Reiseleitung vor Ort, alle Fachbesuche und Ausflüge laut Programm sowie die Übernachtungen enthalten. Für die Einreise in den Oman benötigt man einen Reisepass, der bei der Rückkehr noch mindestens sechs Monate gültig ist.