Bauernbund | 01.09.2022

Weiter Geld für Sanierungen

Bis Mitte Juni konnte man für Projekte zum „Schutz und zur Aufwertung der Architektur und der Landschaft im ländlichen Raum“ um Fördermittel aus dem staatlichen Wiederaufbaufonds (PNRR) ansuchen. Die Frist wurde mittlerweile verlängert.

Ländliche Gebäude, die mindestens 70 Jahre alt sind, können mit PNRR-Geldern saniert werden.

Ländliche Gebäude, die mindestens 70 Jahre alt sind, können mit PNRR-Geldern saniert werden.

Bis zum 30. September können nun solche Gesuche eingereicht werden. Schon in der ersten Phase im Mai und Juni hat der Südtiroler Bauernbund einige Mitglieder bei der Einreichung ihres Gesuchs unterstützt, einige davon wurden auch positiv bewertet. Wichtige Kriterien der Jury bei der Auswahl waren u. a. die Lage der Projekte (z. B. in einem besonderen landschaftlichen Gebiet wie Natura 2000) und das Alter bzw. der Grad des Verfalls des zu sanierenden Objekts. Weiters spielte eine Rolle, ob mehrere Parzellen von der Sanierungsmaßnahme betroffen sind. 

Vor Kurzem hat das Land Südtirol die Liste der 27 positiv bewerteten Objekte veröffentlicht. Es fällt auf, dass viele kirchliche Baudenkmäler wie Kapellen und Kirchen und landwirtschaftliche Gebäude wie Backöfen, Mühlen, die sich in sehr schlechtem Zustand befinden, darunter sind. Die vollständige Liste und die gesamte Ausschreibung mit allen Informationen sind unter https://bit.ly/pnrr-sanierung einsehbar, nähere Infos zu den Kriterien sind online unter https://bit.ly/sbb-kriterien nachzulesen. 

Antragsteller mit bereits abgelehnten Gesuchen auf Grund der Nichterreichung der Mindestpunktezahl von 60 können nicht noch einmal ansuchen. Ebenso wenig können Antragsteller mit einem positiv bewerteten Gesuch ein zweites Mal ansuchen.

Bis zum 30. September können also Gesuche über das Online-Portal der Cassa Depositi e Prestiti S.p.A. eingereicht werden. Als Frist für die Durchführung des Akkreditierungs- und Authentifizierungsverfahrens zur Einreichung des Gesuches beim obgenannten Online-Portal wurde der 23. September 2022 festgelegt. 

Konkrete Ideen für öffentliche Zugänglichkeit gefragt 

Es ist von Vorteil, wenn die gesamte Dokumentation in italienischer Sprache bzw. zweisprachig abgefasst ist. Wichtig ist es auch, einen Zeitplan über die Abwicklung der Sanierungsarbeiten, offizielle Kostenvoranschläge (im Idealfall auch auf Italienisch und auf die jeweiligen Gewerke bezogen) und einen Vorschlag für die öffentliche Zugänglichkeit für fünf Jahre vorzulegen.

Wesentlich ist auch, dass für die Einreichung des Gesuchs Architekten, Planer oder Techniker zu Rate gezogen werden.

Der PNRR-Aufruf zielt darauf ab, Projekte zur Restaurierung und Aufwertung des architektonischen Erbes und des ländlichen Raums zu unterstützen. Ansuchen können private Rechtsträger sowie Einrichtungen des dritten Sektors stellen. Voraussetzung ist, dass sie das unbewegliche Gut besitzen oder darüber für die nächsten fünf Jahre verfügen können. Es kann ein Höchstbetrag von bis zu 150.000 Euro als Kofinanzierung zu einem Fördersatz von 50 bzw. 100 Prozent gewährt werden, wenn das Gut von kulturellem Interesse ist.

Weitere wichtige Auswahlkriterien sind: 

  • wenn Projekte auf mehreren Gebieten liegen (bei nur einem Antragsteller);
  • wenn sie an kulturtouristischen Routen liegen;
  • wenn sie in Gebieten mit besonderem Landschaftsschutz liegen;
  • wer zeitlich zuerst einreicht (sofern mindestens 60 Punkte bei der Bewertung vorliegen).

Für diese Ausschreibungsverlängerung stehen für Südtirol noch Geldmittel in der Höhe von ca. 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler ruft die Bäuerinnen und Bauern, die vielfach Eigentümer der von diesem Aufruf betroffenen Objekte sind, sich zu informieren, ob sie die Kriterien erfüllen und sich beteiligen können: „Die Förderung ist eine wichtige Unterstützung für die kostspielige und aufwändige Erhaltung bäuerlichen Kulturerbes, die uns Bäuerinnen und Bauern seit jeher ein großes Anliegen ist. Daher wäre es sinnvoll, dass möglichst viele Anspruchsberechtigte ein Gesuch einreichen, damit diese für Südtirol reservierten und zustehenden Fördergelder auch genutzt werden. Das Landesdenkmalamt hofft auf eine rege Beteiligung. Der Bauernbund und seine Mitglieder können hier einen großen Beitrag leisten.“ 

Interessierte Bauernbund-Mitglieder können sich für die Eintragung in das Online-Portal der Cassa Depositi e Prestiti S.p.A. an den Bauernbund wenden. Technische Voraussetzungen, die der Antragsteller mitbringen muss, sind u. a. eine PEC-Adresse und eine digitale Unterschrift, welche beim Bauernbund beantragt werden können. 

Da eine Kooperation mit der Kammer der Architekten besteht, kann bei Bedarf ein Sanierungsberater vermittelt werden. Ansprechperson in beiden Fällen ist Heike Mayr, heike.mayr@sbb.it, Tel. 0471 999375.