Politik | 05.08.2022

Neuer Agrar- und Forstbericht

Landesrat Arnold Schuler hat gestern, Donnerstag, den neuen Agrar- und Forstbericht vorgestellt: eine ­umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der Südtiroler Land- und Forstwirtschaft sowie der ländlichen ­Entwicklung. Ein Kapitel ist auch den Förderungen gewidmet.

Landesrat Arnold Schuler stellte gestern den neuen Bericht vor.

Landesrat Arnold Schuler stellte gestern den neuen Bericht vor.

Die Landesverwaltung legt einmal im Jahr den Agrar- und Forstbericht vor, die umfangreichste Bestandsaufnahme der Südtiroler Land- und Forstwirtschaft und der ländlichen Entwicklung. 

Für das über 200 Seiten umfassende Nachschlagwerk haben die zuständigen Abteilungen und Ämter aktuelle Informationen, Daten und Zahlen gesammelt: 40.308 Bienenvölker, 123.506 Rinder und 28.811 Ziegen hat man im Jahr 2021 in Südtirol gezählt. 

Der Erdbeeranbau ist hingegen um fünf Prozent zurückgegangen, mit einer Fläche von insgesamt 105 Hektar. 58 Prozent der Wälder haben mit Stand 2021 eine Schutzfunktion gegen Sturzprozesse, Lawinen und Wildbachprozesse. 

Bericht in Landhäusern erhältlich und online abrufbar

Diese und viele weitere Informationen enthält der Bericht, der in den Landhäusern 6 (Brennerstraße 6) und 1 (Silvius-Magnago-Platz 1) in Bozen erhältlich und auch online im Portal Land- und Forstwirtschaft auf der Internetseite des Landes Südtirol abrufbar ist.

Ein Kapitel ist im heurigen Bericht den Förderungen in der Landwirtschaft gewidmet. Förderungen haben in der Landwirtschaft das Ziel, die vielfältigen Leistungen zu honorieren und zu sichern, wo sie allein ökonomisch nicht tragbar sind. 

Damit wird die Kulturlandschaft erhalten und die flächendeckende Landwirtschaft
für die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln garantiert. „Die Landwirtschaft hat außerdem für Südtirol als Tourismusland einen unschätzbaren Wert“, ist Landesrat Schuler überzeugt.

Erbrachte Leistungen anerkennen

Aufgrund unterschiedlicher Herausforderungen und steigender Produktionskosten ist Südtirols Landwirtschaft derzeit in einer schwierigen Situation. Deshalb sind auch entsprechende Unterstützungsmaßnahmen erforderlich. Landesrat Schuler sprach die Milchkuhprämie an. „Unser langfristiges Ziel ist jedoch eine Strategie, die wertschätzende Anerkennung der erbrachten Leistungen und bewusste Konsumentscheidungen von Einheimischen und Gästen in Südtirol bewirbt. Ziel ist, dass die Bäuerinnen und Bauern vom Erlös ihrer Produkte gut leben können“, erklärt Schuler.

Solange dem nicht so sei, sei das Fördersystem überlebensnotwendig. Südtirol erhält dabei auch Gelder aus der EU. Die Finanz­instrumente der neuen GAP-Förderperiode werden ab 2023 weiterhin am 2-Säulen-Modell und an einer Fortführung der Direktzahlungen als Beitrag zur Einkommenssicherung der Bäuerinnen und Bauern festhalten. Landesrat Schuler erklärte bei der Vorstellung, dass Umwelt- und Klimaleistungen der Landwirtschaft jedoch deutlich umfassender gefördert werden als bisher. Am 2. Dezember 2021 hat die Europäische Union nämlich die Finanzmittel der GAP für den Zeitraum von 2023 bis 2027 genehmigt. Nach zähen Verhandlungen hatten sich die 27 Mitgliedsstaaten geeinigt. Die GAP wird folglich mit 2023 in Kraft treten und legt bis 2027 die Verteilung der EU-Gelder fest.

Direktzahlungen steigen weiter

Bereits in der Periode von 2014 bis 2022 stiegen die Direktzahlungen an die Südtiroler Landwirte aufgrund der Vorgaben aus Brüssel und der Verhandlungen in Rom. Mit einer Anpassung der Zahlungsansprüche in Italien wurde eine schrittweise Angleichung der Prämien unter den Regionen erreicht. Am Ende des Konvergenzzeitraumes 2019 durfte demnach die sogenannte Basisprämie für keinen Betrieb weniger als 60 Prozent des nationalen Durchschnitts betragen, gleichzeitig durfte aber auch niemand mehr als 30 Prozent verlieren. Dies hat sich in der verbesserten Ausstattung der Mittel für den ländlichen Entwicklungsplan ebenso niedergeschlagen wie in der beträchtlichen Erhöhung der Direktzahlungen, sowohl über die Anerkennung zusätzlicher Flächen, als auch in der gekoppelten Prämie für Milchkühe in den Berggebieten. 

Okay aus Rom und Brüssel steht aus

„Waren es in der vorherigen Programmperiode noch rund 100 Millionen Euro, so sind es in der laufenden Programmperiode um die 200 Millionen Euro, welche über die erste Säule der EU-Förderungen der Südtiroler Landwirtschaft zur Verfügung gestellt wurden“, freut sich Schuler. 

Von den 60 Milliarden Euro, die für den ländlichen Raum vorgesehen sind, stehen Italien von Seiten der EU weitere sieben Milliarden Euro für die zweite Säule zu. Die Maßnahmen zu verwalten und umzusetzen, ist Sache der Regionen und autonomen Provinzen. Eine finale Entscheidung aus Rom und Brüssel ist in Kürze zu erwarten. „Die Prognose sieht für Südtirol gut aus“, kündigt Landesrat Arnold Schuler an.  pn