Südtiroler Gärtner, Südtiroler Landwirt | 21.07.2022

Natur im Garten sichtbar machen

Wer einen Naturgarten sein Eigen nennt, kann dies mit einer eigenen Plakette sichtbar machen – und diese seit Kurzem auch direkt in Südtirol beantragen. Das Versuchszentrum Laimburg ist mit seinem Fachbereich ­Gartenbau seit Anfang 2022 offizielle Zertifizierungsstelle für die Plaketten.

Für einen naturnahen Garten vergibt das Versuchszentrum Laimburg nun eine eigene Plakette.

Für einen naturnahen Garten vergibt das Versuchszentrum Laimburg nun eine eigene Plakette.

Die Initiative „Natur im Garten“ unterstützt Menschen dabei, Gärten und Grünräume ökologisch zu gestalten und zu pflegen. Dadurch sollen vielseitige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen geschaffen werden. Ein Naturgarten steht für ökologische Gestaltung und nachhaltige Bewirtschaftung. 

Über 18.500 Gärten in ganz -Europa ausgezeichnet

Mit der Auszeichnung der „Natur im Garten“-Plakette zeigen schon über 18.500 Naturgärtnerinnen und Naturgärtner in Europa, dass in ihrem Garten die Natur einen Platz hat.Wenn ein Garten die wichtigsten Naturgarten-Kriterien erfüllt, kann auch er mit dabei sein und die Plakette erhalten. Einige Bedingungen – die Kernkriterien – müssen zur Gänze erfüllt werden, andere nur teilweise. 

Für die Auszeichnung mit der „Natur im Garten“-Plakette verpflichtend ist der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide, auf  chemisch-synthetischen Dünger und Torf. Erlaubt sind Pflanzenschutzmittel, die der EU-Bioverordnung oder den „Natur im Garten“-Kriterien entsprechen.

Naturgartenelemente und Bewirtschaftung

Es müssen sich einige Naturgartenelemente im Garten wiederfinden wie Wildsträucher, eine Wildblumenwiese, ein Kräuterrasen, Wildwuchs, ein „wildes Eck“ mit maximal einem Eingriff pro Jahr, Sonderstandorte (z. B. feucht oder trocken), standortgerechte Bäume sowie Blumen und blühende Stauden. 

Auch die Kriterien zu Bewirtschaftung und Nutzung müssen teilweise erfüllt werden: Dazu gehören das Vorhandensein eines Komposthaufens, Nützlingsunterkünfte, eine ­Regenwassernutzung, eine umweltfreundliche Materialwahl, das Mulchen, ein Gemüse- und Kräutergarten, ein Obstgarten oder Beerensträucher sowie die Anwendung von Mischkultur, Fruchtfolge oder Gründüngung. 

Start im Jahr 1999

Seit 1999 gibt es die niederösterreichische Aktion „Natur im Garten“. Das Ziel der Ini­tia­ti­ve ist es, die ökologische Gestaltung und Pflege von Gärten und Grünräumen und eine bunte Vielfalt zu fördern – ohne Pestizide, Kunstdünger und Torf. Mit der Bewegung „Natur im Garten“ sollte die Vielfalt im Garten gefördert werden. Initiator der Bewegung war der damalige Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka. 

Seither ist es dem Land Niederösterreich gelungen, eine Gartenbewegung zu einer unverzichtbaren Plattform für naturnahes und ökologisches Gärtnern im privaten Bereich und auch in öffentlichen Grünbereichen Niederösterreichs aufzubauen. Heute ist „Natur im Garten“ nicht nur bei Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtnern sowie Gemeinden mit einem breiten Informations- und Bildungsangebot präsent. 

Der Weg führte seither in die Schulen, in die Gemeinden, in die Wirtschaft mit den „Natur im Garten“-Partnerbetrieben, in den Tourismus mit den „Natur im Garten“-Schaugärten, in den Wohnbau, zum Bundesheer, in den universitären Bereich mit der Kooperation mit der Donau Uni Krems und mittlerweile geografisch sehr weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus.

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 13 des „Südtiroler Landwirt“ vom 22. Juli ab Seite 33, online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.