Innovation, Südtiroler Landwirt | 23.06.2022

Batteriebetriebene Geräte

Am 29. Juni findet der Tag der Technik im Obstbau statt: Am Ladstätterhof in Meran werden wieder Maschinen und Geräte für den Obstbau vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt heuer bei batteriebetriebenen Maschinen und Werkzeugen: Sie sind leise und produzieren keine Abgase. von Komitee Tag der Technik 2022

Akkubetriebene Geräte sind auch in der Landwirtschaft auf dem Vormarsch.

Akkubetriebene Geräte sind auch in der Landwirtschaft auf dem Vormarsch.

In Anbetracht der Klimaveränderung, die in der Landwirtschaft seit Längerem schon spürbar ist, sollte der Einsatz von Hilfs- und Betriebsmitteln jeglicher Art besonders gut überlegt sein, um den Ausstoß von Kohlendioxid so weit wie möglich zu reduzieren. 

Dabei sind batteriebetriebene Geräte und Maschinen besonders sinnvoll, wenn sie einen Verbrennungsmotor ersetzen können. Im Obst- und Weinbau hat sich z. B. der Einsatz von elektrischen Scheren anstelle der pneumatischen als vorteilhaft erwiesen. Auch kleine Kettensägen, Heckenscheren, Rückenmäher und andere Geräte gibt es mittlerweile als batteriebetriebene Ausführung. Werkzeug wie Schraubendreher, Bohrer oder Winkelschleifer als akkubetriebene Geräte gehören mittlerweile schon seit Jahren zur Standardausrüstung vieler Betriebe. 

Der diesjährige Tag der Technik im Obstbau hat sich aus diesem Grund das Thema „Sinnvoller Einsatz von batteriebetriebenen Maschinen und Werkzeugen im Obst- und Weinbau“ gestellt. Die Veranstaltung findet am 29. Juni am Ladstätterhof in Meran statt.

In der Obst- und Weinbaupraxis haben sich neben den Kleingeräten auch verschiedene batteriebetriebene Bühnenfahrzeuge und Kistenwagen bewährt. Ohne Abgase fahren sie kaum hörbar durch die Obstanlagen und verrichten wertvolle Arbeit. Ihre Akkus werden an einem 3- bis 4-kW-Stromanschluss  über Nacht wieder aufgeladen.

Neben den Maschinen wird vielfach auch der Pkw benötigt, um zu den Anlagen fahren zu können und/oder Material zu transportieren. Die Strecken haben meist einen Radius von wenigen Kilometern und wären daher für ein Elektrofahrzeug leicht zu bewältigen. Eine weitere umweltfreundliche Möglichkeit ist der Umstieg auf das Fahrrad, ebenfalls von einem Akku und dessen elektrischer Energie unterstützt. Für den Transport von kleinen Gütern gibt es sogar elektrische Lastenfahrräder. Sie könnten in Zukunft eine größere Rolle spielen – egal ob im Stadtbereich oder im ländlichen Umfeld bei kurzen Strecken.

Welche Rolle der Elektrotraktor in Zukunft spielen wird, ist noch ungewiss. Der benötigte Batterieblock ist für den Antrieb relativ schwer und die Batteriekapazität noch verhältnismäßig gering, um auch schwerere oder langwierige Arbeiten durchführen zu können. Zudem braucht es einen Stromanschluss mit mehreren Kilowatt, um eine solche Batterie in kurzer Zeit aufladen zu können. 

Eine der größten Herausforderungen der Zukunft ist es, die benötigte Energie für den Antrieb von Arbeits- und Fortbewegungsmitteln klimafreundlich zu produzieren. Es wäre daher sinnvoll, wenn Geräte unterschiedlicher Hersteller mit denselben Akkus betrieben werden könnten. Akkuanschlüsse sollten daher vereinheitlicht werden, um Kapazitäten auszunützen, Ressourcen zu schonen und den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. 

Akkus haben in letzter Zeit eine deutliche Entwicklung hinsichtlich ihrer Speicherkapazität sowie ihrer Gewichtsreduzierung erlebt, aber bei Traktoren, Lastkraftwagen, Bussen, Flugzeugen und Schiffen wird sich die Technik mittelfristig wohl auf Biogas, Wasserstoff, pflanzliche Öle oder synthetische Kraftstoffe umstellen, um längere Strecken und eine längere Arbeitsdauer garantieren zu können. 

Alternative Kraftstoffe sollten auch in den heutigen Verbrennungsmotoren Verwendung finden können. Die derzeit eingesetzten Motoren, auch jene von Traktoren, werden noch in den nächsten 20 bis 30 Jahren ihre Daseinsberechtigung haben und sind aus ökonomischen Gründen nicht unmittelbar mit Elektro-
motoren ersetzbar. Um der Klimaveränderung entgegenzuwirken, sollte es in Zukunft mehrere Varianten von Antriebsarten für alle Arbeits- und Fortbewegungsmittel geben.

Batteriebetriebene Geräte und Maschinen leisten ihren Beitrag zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes und folglich zur Eindämmung der Klimaveränderung. Wichtig ist aber, auch nur dort eine Kraftquelle zur Unterstützung heranzuziehen, wo sie unbedingt gebraucht wird, da die Herstellung der Akkus nicht klimaneutral ist bzw. ebenfalls zum CO₂-Ausstoß beiträgt. Auch die Entsorgung erfordert Energie und emittiert weiteres Kohlendioxid. Deshalb gilt: nur das verwenden und konsumieren, was unbedingt notwendig erscheint oder gebraucht wird.