Arbeitssicherheit | 20.06.2022

Vorsicht bei Arbeit in der Hitze

Heuer sind die hohen Temperaturen schon früher eingetreten, und das auch für lange Zeiträume. Die Hitze kann für Landwirte und deren Arbeitnehmer, die im Sommer im Freien arbeiten, zu einem Gesundheitsproblem werden. Mit einfachen Schutzmaßnahmen lässt sich diesen Gefahren vorbeugen.

Körperbedeckende Kleidung und eine ­Kopfbedeckung sind ein Muss!

Körperbedeckende Kleidung und eine ­Kopfbedeckung sind ein Muss!

Kommt es bei der Arbeit im Freien zu körperlicher Anstrengung und kommt auch noch die heiße Sommerhitze hinzu, kann die Körpertemperatur schnell übermäßig ansteigen: Unser Körper überhitzt. Für Landwirte und deren Arbeitnehmer kann es im schlimmsten Fall zur Hitzeerschöpfung, zu einem Hitzekollaps oder zum Hitzeschlag mit Organversagen kommen.

Hitze ist Belastung für den Körper

Hitze ist harte Arbeit für den Körper. Der Körper versucht ständig, eine Körperinnentemperatur von rund 37 Grad aufrechtzuerhalten. Wenn die Außentemperaturen aber höher sind, wird es kritisch. Durch vermehrtes Schwitzen und erhöhte Blutzirkulation läuft unsere innere Klimaanlage auf Hochtouren. 

Leidet der Körper unter Flüssigkeitsverlust und Wärmestau, fühlen sich Betroffene erschöpft und klagen über Konzentrationsschwierigkeiten. Die Arbeitsleistung sinkt spürbar. Ist man nicht mehr so konzentriert, kann auch das Unfallrisiko steigen. Um sich vor diesen Folgen zu schützen, sollten Landwirte und Arbeitnehmer rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Allein mit einer vorausschauenden Arbeitsorganisation lässt sich schon einiges an Gefahren vorbeugen.

Sonnenschutz

Im gesunden Maß hat die Sonne eine positive Wirkung auf den Menschen. Ist man aber arbeitsbedingt der Sonne ausgesetzt, wird das gesunde Maß oft überschritten. Zu beachten ist dabei auch, dass jeder Mensch unterschiedlich viel Sonne verträgt. Hier ist besonders auf den Hauttyp zu achten. Die Schutzmaßnahmen vor UV-Strahlung lassen sich in technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen unterteilen (siehe Kasten). 

Hitze und regelmäßiges Trinken

Gleichmäßig über den Tag verteilt sollte man mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser trinken. Wer schwer arbeitet oder stark schwitzt, braucht noch mehr Flüssigkeit. An Tagen, die einen körperlich fordern, sollte man entsprechend mehr trinken. Spätestens wenn Symptome eines Flüssigkeitsmangels auftreten, wird es höchste Zeit, eine Pause zu machen und die Reserven aufzufüllen. Dann braucht der Körper erst einmal Zeit, um sich zu regenerieren. Unwohlsein aufgrund von Flüssigkeitsmangel lässt sich nicht innerhalb weniger Minuten durch „Nachtrinken“ einer größeren Flüssigkeitsmenge rückgängig machen. Die zugeführte Flüssigkeit muss erst im Körper verarbeitet werden. Es wird empfohlen, bereits rechtzeitig vor Arbeitsaufnahme reichlich Flüssigkeit zuzuführen. 

Da bei der Arbeit immer die Gefahr besteht, dass den Signalen des Körpers unter Umständen wenig Beachtung geschenkt wird, sollten zudem häufige kurze Trinkpausen eingeplant werden. Gut geeignet sind Mineralwasser zum Ausgleich von Salzverlusten und Leitungswasser, das mit Gurkenscheiben, frischer Minze oder Beeren aromatisiert werden kann. Bei verdünnten Fruchtsäften werden Saft und Wasser im Verhältnis eins zu drei gemischt. Für Abwechslung sorgen milde, ungesüßte Früchte- und Kräutertees. 

Eisgekühlte Getränke vermeiden

Um sich noch mehr zu erfrischen, greifen viele zu eisgekühlten Getränken. Das kann allerdings zu Magenkrämpfen führen und die Flüssigkeitsaufnahme negativ beeinträchtigen. In vielen heißen Ländern wird daher traditionell warmer Tee bevorzugt. Absolut zu vermeiden ist Alkohol!

Bei Arbeiten in der Hitze ist es sehr wichtig, dass alle aufeinander achten. Klagt eine Person über Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder unklare Beschwerden, gilt es, schnell zu reagieren. Bringen Sie die betroffene Person sofort in den Schatten. 

Wenn diese liegen möchte, ist dafür zu sorgen, dass sie den Oberkörper etwas erhöht ablegen kann. Die betroffene Person muss ausreichend zum Trinken erhalten, feuchte Tücher dienen der Kühlung. Bewusstlose muss man in die stabile Seitenlage bringen, die Rettung unter der Rufnummer 112 ist zu verständigen. 

Die Arbeitgeber müssen auch in ihrer Risikobewertung die mikroklimatischen Gefahren bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen treffen und umsetzen (siehe Vorlage zur Risikobewertung des Südtiroler Bauernbundes unter Abschnitt 05.4 Mikroklima – Hitze im Sommer). Die verschiedenen Unterlagen (Infoblätter, Broschüren, Vorlagen, Formulare, Risikobewertung usw.) stehen den Mitgliedern im Portal „mein SBB“ zur Verfügung.