Politik | 17.06.2022

„Bevölkerung miteinbeziehen“

Zu seiner ersten Sitzung unter Südtiroler Vorsitz hat sich Mitte Juni das ­Koordinierungs- und Lenkungskomitee des Nationalparks Stilfserjoch im Landhaus 1 in Bozen getroffen. von Landespresseagentur

Ohne die Bevölkerung im Park geht es nicht – dazu herrscht Einigkeit. (Foto: Gianni Bodini)

Ohne die Bevölkerung im Park geht es nicht – dazu herrscht Einigkeit. (Foto: Gianni Bodini)

Aufgabe des Koordinierungs- und Lenkungskomitees ist es, das einheitliche Auftreten und die einheitliche Entwicklung des Nationalparks Stilfserjoch mit seinem Südtiroler, Trentiner und lombardischen Gebietsanteil zu gewährleisten. Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer, seit dem Vorjahr turnusmäßige Präsidentin des Komitees, erklärte nach der Sitzung: „Die Aufwertung der Berggebiete unter Miteinbeziehung der lokalen Bevölkerung ist sozial und wirtschaftlich wichtig und stellt eine dringende Herausforderung dar. Es ist an uns, den langjährigen Genehmigungsprozess des Nationalparkplans abzuschließen, um ein neues Kapitel für den Nationalpark Stilfserjoch aufschlagen zu können.“ Es sei eine große Verantwortung für Südtirol, den Vorsitz des Koordinierungs- und Lenkungskomitees zu leiten, betonte die Landesrätin. „Mit rund 54.000 Hektar liegt der größte Gebietsanteil am Nationalpark Stilfserjoch in Südtirol“, sagte Kuenzer. 

Südtirol und die dortige Bevölkerung im Nationalpark blickten dem Abschluss der Genehmigungsphase des Parkplans erwartungsvoll entgegen. „Uns liegt sehr viel an einer nachhaltigen Entwicklung des Parks. Der Nationalparkplan soll den lokalen Gegebenheiten und dem Allgemeinwohl Rechnung tragen“, sagte die Landesrätin.

Genehmigung des Nationalparkplans steht noch aus
Schwerpunkt der Sitzung war der Stand der Dinge zur Genehmigung des Nationalparkplans und der Nationalparkordnung durch die Verwaltungsbehörden im Südtiroler, Trentiner und lombardischen Gebietsanteil des Nationalparks Stilfserjoch. Georg Altstätter, Präsident des Südtiroler Führungsausschusses und Bürgermeister von Martell, betonte: „Beide Dokumente sind für den Südtiroler Parkanteil, der 53.495 Hektar und zehn Gemeinden umfasst, vom Südtiroler Führungsausschuss verabschiedet worden. Wir arbeiten an einem nachhaltigen Weg, damit die lokale Bevölkerung weiterhin in den Berggebieten leben und arbeiten kann.“

Das Koordinierungs- und Lenkungskomitee
Nicolò De Salvo, stellvertretender Kabinettsleiter im Ministerium für den ökologischen Übergang, sprach über die wichtige Rolle des Koordinierungs- und Lenkungskomitees: „Das Ministerium unterstützt die drei Gebietsanteile des Nationalparks im Genehmigungsprozess des Parkplans. Dabei steht der Schutz der Landschaft im Blickpunkt, der aber nur mit der Bevölkerung, die darin lebt, erfolgen kann.“ Mit der Vereinbarung vom 11. Februar 2015 hatte der Staat den Ländern Südtirol und Trentino beziehungsweise der Region Lombardei die Kompetenzen zur eigenständigen Führung des Nationalparks übertragen. Daraufhin erfolgte die Einsetzung des paritätisch besetzten Koordinierungs- und Lenkungskomitees. Dessen Aufgabe ist es, das einheitliche Auftreten und die einheitliche Entwicklung des Nationalparks Stilfserjoch mit seinem Südtiroler, Trentiner und lombardischen Gebietsanteil zu gewährleisten.

Das Komitee wird alle fünf Jahre erneuert und setzt sich zusammen aus je einem Vertreter des Landes Südtirol, der Autonomen Provinz Trient, der Region Lombardei, des Ministeriums für Umwelt und Landschafts- und Meeresschutz sowie aus drei Vertretern der Gemeinden, deren Verwaltungsgebiet innerhalb des Parks liegt − je einer für die Gemeinden im Trentino, in Südtirol und in der Lombardei. Zudem gehören dem Komitee ein Vertreter der Umweltschutzvereinigungen und ein vom Nationalen Institut für Umweltschutz und -forschung ISPRA (Istituto superiore per la protezione e la ricerca ambientale) bestellter Vertreter an. Den Vorsitz des Koordinierungs- und Lenkungskomitees für die ersten fünf Jahre (2016-2021) hatte die Lombardei mit Präsident Ugo Parolo geführt. Im Mandat 2021-2026 wechselte die Präsidentschaft auf das Land Südtirol unter dem Vorsitz von Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer.