Produktion | 09.06.2022

Geänderte Milchmengen-Meldung

Die Meldung der Milchmengen von Direktverkäufern, Genossenschaften und anderen milchverarbeitenden ­Betrieben ist neu geregelt worden: Ab 1. Juli 2022 müssen außer den Kuhmilchmengen auch die Mengen von Schaf- und Ziegenmilch im SIAN (Sistema Informativo Agricolo Nazionale) gemeldet werden. von Norbert Zenleser, Amt für Viehzucht

Direktvermarkter müssen einmal pro Jahr die produzierte Milchmenge melden.

Direktvermarkter müssen einmal pro Jahr die produzierte Milchmenge melden.

Die neuen Regeln gehen auf ein Gesetzesdekret aus dem Jahr 2019 (Nr. 27 vom 29.3.2019) zurück. Jeder Erstankäufer muss demnach, sofern er sie nicht bereits hat, die Anerkennung als milchverarbeitender Betrieb beim Amt für Viehzucht beantragen, um im SIAN als solcher eingetragen werden zu können. Damit die Daten gemeldet werden können, braucht jeder Betrieb einen für seine Tätigkeit eigenen Zugang zum SIAN (Benutzername und Passwort).

Bisher dauerte das Milchwirtschaftsjahr vom 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres. Mit der neuen Regelung wird das Milchwirtschaftsjahr ab Jänner 2023 vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember dauern. Außerdem ist – wie schon erwähnt – die Meldepflicht von den Mengen an Kuhmilch und deren Produkten auf die Mengen an Schaf- und Ziegenmilch ausgeweitet worden.

Bei Verstoß gegen diese Bestimmung sind empfindliche Strafen vorgesehen, und zwar zwischen 5000 und 20.000 Euro.

Von dieser Meldepflicht betroffen sind drei Gruppen:

Direktvermarkter (piccoli produttori): Betriebe, die Kuhmilch und/oder Schaf- oder Ziegenmilch produzieren und verarbeiten und dann die eigene Milch oder die Milchprodukte an Endverbraucher weiterverkaufen.

Erstankäufer (primi acquirenti): Betriebe, die Kuhmilch und/oder Schaf- oder Ziegenmilch von Produzenten kaufen, diese Milch verarbeiten und die Produkte weiterverkaufen. Das sind auf Südtirol bezogen die Käsereien und Milchhöfe, aber auch Hofkäsereien, die selbst Milch produzieren und verarbeiten, für die Verarbeitung aber Milch von anderen Betrieben zukaufen.

Milchverarbeitende Betriebe (fabbricanti di prodotti lattiero caseari): Betriebe, die Kuhmilch und/oder Schaf- oder Ziegenmilch von anderen Betrieben, die nicht selbst Milch produzieren, zukaufen, verarbeiten und die Produkte weiterverkaufen sowie die Erstankäufer.

Was Direktvermarkter melden müssen

Direktvermarkter (piccoli produttori) von Kuh- und/oder Schaf- und/oder Ziegenmilch oder von daraus verarbeiteten Produkten müssen innerhalb 20. Jänner eines jeden Jahres die Meldung machen. Die erste Meldung ist am 20. Jänner 2023 fällig, diese Meldung betrifft nur die Milchmengen des Semesters Juli/Dezember 2022. Gemeldet werden müssen: 

  • die Menge der an den Endverbraucher verkaufte Milch;
  • die Menge eines jeden Produktes, das im Vorjahr verkauft worden ist (die Produkte sind in Anhang 1 der Ministerialdekrete vom 6. und 26. August 2021 aufgelistet);
  • die Menge von Milch, die für die Verarbeitung benutzt worden ist;
  • der am 31. Dezember des Vorjahres bestehende Lagerbestand von jedem verarbeiteten Produkt.

Alle Interessierten sind angehalten, sofort mit der Aufzeichnung der Lagerbestände zu beginnen. Die Meldung des Milchwirtschaftsjahres von 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2022 muss so wie bisher innerhalb 31. Juli 2022 erfolgen.

Meldepflicht für Erstankäufer

Ab 1. Juli 2022 müssen Erstkäufer (primi acquirenti) innerhalb des 20. Tages des da­rauffolgenden Monats eine Erklärung über die im Vormonat von jedem Produzenten angekaufte Milchmenge abgeben. Die erste Erklärung ist am 20. August für den Monat Juli fällig. Nach diesem Datum ist eine Änderung der gemeldeten Daten nicht mehr möglich. 

Erstankäufer, die Kuhmilch und Schaf- oder Ziegenmilch ankaufen, brauchen zwei Genehmigungen, die beim Amt für Viehzucht angefordert werden müssen: eine für Kuhmilch sowie eine für Schaf- und Ziegenmilch. Für die Meldungen braucht es nur einen SIAN-Zugriff. Alle Erstankäufer, die noch keine Genehmigung haben, müssen diese ehestens anfordern.

Der Erstankäufer muss alle Betriebe, aus denen er Milch oder Halbfertigerzeugnisse bezieht, im SIAN eintragen. Innerhalb des 20. eines jeden Monats muss er die Milchmengen und die Halbfertigerzeugnisse, die im Vormonat von den Primärerzeugern angekauft worden sind, im SIAN eintragen, die erste Meldung ist wie erwähnt innerhalb 20. August 2022 fällig. 

Zu melden sind:  

  • Die Rohmilch und die Biorohmilch müssen separat eingetragen werden. Für die Rohmilch und die Biorohmilch von Rindern muss auch der durchschnittliche Preis gemeldet werden (der Preis wird nur für statistische Zwecke benötigt).
  • Milchmengen, die von Primärerzeugern aus anderen Ländern der EU oder aus Drittstaaten zugekauft wurden;
  • Milchmengen, die von italienischen Betrieben, die nicht Primärerzeuger sind, zugekauft wurden;
  • Milchmengen, die von ausländischen Betrieben, die nicht Primärerzeuger sind, zugekauft wurden;
  • Halbfertigerzeugnisse, die von italienischen Betrieben zugekauft wurden;
  • Halbfertigerzeugnisse, die von ausländischen Betrieben zugekauft wurden.

Die Daten der Punkte 4 und 6 werden im SIAN automatisch von der Datenbank des Gesundheitsministeriums übernommen.

Der Fett- und der Eiweißgehalt der Milch müssen bei jedem Primärproduzenten mindestens einmal pro Monat ermittelt werden. Diese Daten müssen für drei Jahre aufbewahrt werden. Alle Meldungen müssen vom gesetzlichen Vertreter digital unterschrieben werden.

Milchverarbeitende Betriebe 

Unternehmen, die Molkereiprodukte herstellen, sind verpflichtet, bis zum 20. Tag der Monate Jänner, April, Juli und Oktober in der SIAN-Datenbank die Mengen jedes im vo­rangegangenen Quartal hergestellten und verkauften Produktes (die Produkte sind nach den Angaben in Anhang 1 der Ministerialdekrete vom 6. und 26. August 2021 gruppiert) sowie die entsprechenden Lagerbestände bis zum letzten Tag des Monats vor der Meldung zu erfassen. Die Meldungen werden vom gesetzlichen Vertreter mit seiner digitalen Unterschrift unterzeichnet. Die Daten können nur während der oben genannten Monate übermittelt werden.

Die gesetzlichen Bestimmungen und Richtlinien sind in Artikel 3 des Gesetzesdekretes Nr. 27 vom 29. März 2019, im Ministerialdekret vom 6. August 2021 (für die Meldungen von Kuhmilch), im Ministerialdekret vom 26. August 2021 (für die Meldungen von Schaf- und Ziegenmilch) sowie in der Anleitung über die Vorgangsweise von AGEA Nr. 16 vom 10. Februar 2022 zusammengefasst. 

Für weitere Auskünfte und Hilfeleistungen können sich Direktvermarkter bzw. Direktvermarkter mit Milchzukäufen an die Förderungsabteilung in den Bezirksbüros des Bauernbundes wenden.