Bauernbund, Südtiroler Landwirt | 31.05.2022

Berglandwirtschaft schafft Sicherheit

Den Weltbauerntag am Mittwoch, dem 1. Juni und den zugleich begangenen Tag der Milch, nimmt der Sennereiverband zum Anlass, ein „Nebenprodukt“ der Berglandwirtschaft in den Fokus zu rücken.

Der Weltbauerntag findet am 1. Juni statt. Foto: IDM, Lafogler

Der Weltbauerntag findet am 1. Juni statt. Foto: IDM, Lafogler

„Die Berglandwirtschaft schafft Sicherheit“, betont Obmann-Stellvertreter Georg Egger. Er verweist nicht nur auf die Versorgung mit Lebensmitteln, sondern auch auf die Schutzfunktion bearbeiteter Flächen und die wirtschaftliche Sicherheit im ländlichen Raum. Nach wie vor sei die Milchwirtschaft das Hauptstandbein der Berglandwirtschaft in Südtirol. „Daran wird sich in absehbarer Zukunft nichts ändern, auch wenn die Bedingungen immer schwieriger werden“, meint Egger, der auch betont, dass die Landwirtschaft nicht der einzige Sektor sei, der mit immer neuen Problemen zu kämpfen habe. „Die aktuellen Entwicklungen zeigen aber deutlich, wie wichtig es ist, der Milchwirtschaft und mit ihr der Berglandwirtschaft eine Zukunft zu garantieren“.

Steigende Kosten

Der Obmann-Stellvertreter weist dabei in erster Linie auf die Ernährungssicherheit hin: „Diese war bis vor wenigen Wochen kein Thema, die Entwicklungen in der Ukraine, steigende Transport- und Rohstoffkosten und eine immer teurer werdende Energie führen uns aber vor Augen, dass die Verfügbarkeit von ausreichend Nahrungsmitteln keine Selbstverständlichkeit ist“. In Südtirol seien es gerade die Bergbäuerinnen und Bergbauern, die einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisteten. „Sie sind es, die uns mit frischer, qualitativ hochwertiger Milch, entsprechenden Milchprodukten und noch viel mehr versorgen – verlässlich, zu fairen Preisen und auf kürzesten Wegen“.

Pflege der Kulturlandschaft

Dies sei allerdings nur ein Aspekt der Sicherheit, die durch die Berglandwirtschaft geschaffen werde. Ein zweiter liege in der Bearbeitung der Flächen bis in große Höhen und selbst bei extremen Hangneigungen. Annemarie Kaser, die Direktorin des Sennereiverbandes sagt dazu: „Durch die Bewirtschaftung von Wiesen und Wäldern wird der Erosion und Lawinenabgängen vorgebeugt“. Zudem würden für die Freizeit nutzbare Räume geschaffen und es werde die Kulturlandschaft gepflegt, die das Bild Südtirols präge. Damit trage die Berglandwirtschaft auch zur wirtschaftlichen Sicherheit im ländlichen Raum bei. „Ohne die Arbeit der Bergbäuerinnen und Bergbauern gebe es den Südtirol-Tourismus in dieser Form nicht“, unterstreicht Kaser.

Milchwirtschaft schafft Arbeitsplätze

Darüber hinaus verschaffe die Milchwirtschaft nicht nur rund 4500 Bergbauernfamilien ein Einkommen, sondern generiere zudem allein über die Milchhöfe über 1000 Arbeitsplätze. „Unzählige weitere kommen in den vor- und nachgelagerten Bereichen dazu“, betont die Direktorin. Die Berglandwirtschaft sei daher ein Eckpfeiler der Wirtschaft im ländlichen Raum, sie verhindere Landflucht, sorge für stetige Investitionen und trage auch damit zur sozialen und wirtschaftlichen Vielfalt bei.

Wertschätzung zeigen

Die Bedeutung der Berglandwirtschaft solle man deshalb nicht nur am Weltbauerntag vor Augen haben, schließt Obmann-Stellvertreter Georg Egger. „Vielmehr müssen wir uns immer im Klaren sein, dass es die Berglandwirtschaft ist, die den Lebensraum schafft, den wir alle nutzen, und das nicht nur in der Freizeit“, sagt Egger, der ergänzt: „Südtirol, wie wir es kennen und lieben, gibt es nur dank der Arbeit der Bergbäuerinnen und Bergbauern.“

 

Bäuerinnen unterstützen

Die Südtiroler Bäuerinnenorganisation dankt vor allem den Frauen an diesem 1. Juni besonders, denn immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst für das Leben und Wirtschaften am Bauernhof und besuchen die Bäuerinnenschule. An der Bäuerinnenschule schätzen die Teilnehmerinnen vor allem das große Basiswissen und die Vernetzung untereinander. „Fast alles, was ich gelernt habe, kann ich in die Praxis umsetzen. Es sind nicht nur die schulischen Inhalte, sondern auch die Erfahrungswerte, die uns gegenseitig bereichern“, sagt Sophia Unterkircher. Die Bäuerinnenschule stellt mittlerweile eine wichtige Stütze für viele Frauen dar, um betriebliche Prozesse zu verstehen und herausfordernde Tätigkeiten bewältigen zu können, „und dies braucht es, um die Herausforderungen in Zukunft zu meistern,“ sagt Landesbäuerin Antonia Egger.