Sozialberatung | 27.05.2022

Bauernversicherung - Fälle aus der Praxis: Streichung

Eine Frau ist Betriebsinhaberin und trägt ihren Mann nach der Hochzeit in die Bauernversicherung ein. Vier Jahren später folgt die Scheidung. Ihr nun Ex-Mann arbeitet weiterhin auf dem Hof und sie zahlt die Pflichtbeträge für ihn ein. Fünf Jahre später erreicht er die Rentenvoraussetzungen und bezieht seine Rente. Ein Jahr später teilt ihm das NISF/INPS mit, dass er diese ungerechtfertigt erhält und diese zurückzahlen muss – was ist passiert?

Die Bauernversicherung ist eine Pflichtversicherung. Versicherungspflichtig sind alle bäuerlichen Betriebe, für deren Bearbeitung mindestens 104 Tagschichten im Jahr benötigt werden bzw. in denen die Familiengemeinschaft mindestens 1/3 der erforderlichen Arbeitskraft erstellt und alle Familienangehörigen über 16 Jahre, die mit dem Betriebsinhaber innerhalb des 6. Grades verwandt oder verschwägert sind und gewohnheitsmäßig und vorwiegend bei der manuellen Bearbeitung des Grundes, Haltung und Pflege des Viehes mitwirken. Auch das vorwiegende Einkommen aus der Landwirtschaft ist Voraussetzung für die Eintragung in die Bauernversicherung. Jede Änderung ist innerhalb von 90 Tagen zu melden. Da die Scheidung die Familiengemeinschaft der Ehepartner aufgelöst hat, besteht kein Recht mehr den Ex-Ehemann weiter in der Bauernversicherung eingetragen zu lassen und infolgedessen muss er gestrichen werden. Da dies nicht geschehen ist, hat ihm das NISF/INPS rückwirkend gestrichen, d.h. er verliert auch die Voraussetzungen für die Rente, da er keine Deckung der Arbeitszeiten vorweisen kann.
Grundsätzlich gilt: Jede Änderung in der Bauernversicherung ist innerhalb von 90 Tagen zu melden.