Betriebsberatung | 14.04.2022

Förderung für Betriebsleiterinnen

Der italienische Staat fördert die Neugründung bzw. Erweiterung von Betrieben, die von Frauen geführt ­werden. Wer Anspruch hat und wie das Ansuchen gestellt wird, erklärt der folgende Artikel.

Berechtigt sind Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse verarbeiten.

Berechtigt sind Betriebe, die landwirtschaftliche Erzeugnisse verarbeiten.

Wie bereits im Dezember angekündigt (siehe dazu Südtiroler Landwirt Nr. 23 vom 24.12.2021), will der Staat mit dem „Fondo impresa femminile“ die Neugründung bzw. Erweiterung von Betrieben, die von Frauen geführt werden, fördern. Neben weiteren Sektoren haben auch Betriebe Zugang, die in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse (nicht jedoch in der Primärproduktion) und im Tourismus tätig sind. Vor Kurzem wurde dazu ein weiteres Dekret veröffentlicht, in dem unter anderem der zeitliche Rahmen für das Einreichen der Ansuchen festgelegt wurde. 

Zwei Schienen: Unternehmensgründung oder -erweiterung

Die Förderung unterscheidet zwei getrennte Schienen: In die Schiene der Unternehmensgründung fallen Betriebe, die neu gegründet werden bzw. vor nicht mehr als zwölf Monaten gegründet wurden. Für geplante Investitionen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro erhalten diese Betriebe einen Schenkungsbeitrag von bis zu 80 Prozent der anerkannten Kosten, mit einer Beitragshöchstgrenze von 50.000 Euro. Effektiv liegt der maximale Fördersatz also zwischen 50 und 80 Prozent, je nach Höhe der Ausgaben. Für Investitionen mit geplanten Ausgaben zwischen 100.000 Euro und 250.000 Euro gilt ein Schenkungsbeitrag von bis zu 50 Prozent der anerkannten Kosten. 

Die Schiene der Unternehmenserweiterung hingegen betrifft alle Betriebe, die älter sind als zwölf Monate. In diesem Fall besteht die Förderung für Investitionen bis zu einem Höchstbetrag von 400.000 Euro je zur Hälfte aus einem Schenkungsbeitrag und einem zinsfreien Darlehen mit einer Dauer von acht Jahren. Die Summe aus Schenkungsbeitrag und Darlehen darf dabei 80 Prozent der anerkannten Kosten nicht überschreiten. Effektiv sind hier also maximal 40 Prozent Schenkungsbeitrag und 40 Prozent zinsfreies Darlehen möglich. 

Anerkannte Kosten und Termine

Anerkannt werden Ausgaben für Investitionen in materielle und immaterielle Güter wie die Anschaffung und der Einbau von Anlagen, Geräten und Maschinen aber auch Ausgaben für Bauvorhaben, die jedoch maximal 30 Prozent der gesamten anerkannten Kosten ausmachen dürfen. Weiters werden anerkannt: Kosten für Personal, das nach dem Ansuchen für das betreffende Projekt eingestellt wird, Ausgaben für Software, Webportale, Anwendungen und Ausgaben in das Umlaufvermögen, die maximal 20 Prozent der gesamten anerkannten Kosten ausmachen dürfen. 

Die Termine für die Ansuchen wurden wie folgt festgelegt: Ansuchen für die Schiene Unternehmensgründung können ab dem 5. Mai um 10 Uhr online ausgefüllt und ab dem 19. Mai um 10 Uhr eingereicht werden. Ansuchen für die Unternehmenserweiterung können ab dem 24. Mai ab 10 Uhr ausgefüllt und ab dem 7. Juni um 10 Uhr eingereicht werden.  Das Ansuchen kann nur online mit eigenem SPID, CNS oder CIE ausgefüllt und eingereicht werden. Hauptbestandteil ist dabei der Businessplan, der aus folgenden Abschnitten bestehen muss: Unternehmensprofil, Beschreibung der Unternehmenstätigkeit, Marktan­alyse, Marktstrategien, Beschreibung der technisch-produktiven und administrativen Aspekte sowie der wirtschaftlich-finanziellen Aspekte.

Der Südtiroler Bauernbund steht Interessierten beratend zur Seite und ist bei der Erstellung der Dokumentation und bei der Gesucheinreichung behilflich. Weitere Informationen bei Karl Gumpold, SBB-Abteilung Betriebsberatung, unter Tel. 0471 999244 oder karl.gumpold@sbb.it