Politik | 31.03.2022

Silage in Fütterung nachweisbar

Nach rund drei Jahren Arbeit sind kürzlich die Ergebnisse des EFRE-Projekts Heumilch vorgestellt worden. Ziel des Projekts war es, eine Analysemethode zum Nachweis des Einsatzes von Gras- und Heusilage in der Fütterung der Kühe zu entwickeln. Und damit für die Zertifizierung des Produkts Heumilch.

Werden Kühe nicht nur mit Heu gefüttert, sondern auch mit Silage, kann dies über die Milch nachgewiesen werden. Foto: Mila

Werden Kühe nicht nur mit Heu gefüttert, sondern auch mit Silage, kann dies über die Milch nachgewiesen werden. Foto: Mila

Die Milchwirtschaft ist der Motor der Südtiroler Berglandwirtschaft und sichert fast 5000 Familien ein regelmäßiges Einkommen. Eine besondere Rolle spielt die Produktion von Heumilch, die als nachhaltige und traditionelle Form der Milcherzeugung gilt. Mittlerweile wird rund ein Viertel der Milch in Heumilch-Qualität erzeugt – das entspricht 100 Millionen Kilogramm pro Jahr. 1600 Produzentinnen und Produzenten, also 35 Prozent der Lieferanten, verzichten somit auf Silagefütterung.

Heumilch stammt von Kühen, die ausschließlich mit Gräsern, Leguminosen, Kräutern und Heu sowie einem geringen Anteil an Kraftfutter in der Ration (höchstens 25 Prozent) gefüttert werden. Die Verwendung von fermentiertem Futter wie Gras- oder Maissilage sowie von gentechnisch veränderten Futtermitteln ist verboten. Schon seit Jahren ist Heumilch auf dem Markt sehr erfolgreich. 

Nachweis von Silagefütterung dank chemischem Marker CPFA

Heumilch ist konventioneller Milch in vielen Aspekten ähnlich, aber sie unterscheidet sich in der Zusammensetzung der Fettsäuren und einigen chemischen Markern wie der Cyclopropylfettsäure (CPFA). Diese Fettsäure wird bei der Silierung von Gras und Mais gebildet und reichert sich in der Milch an. Ziel eines Projekts, das kürzlich am Versuchszentrum Laimburg vorgestellt wurde, war es deshalb, eine analytische Methode zu entwickeln, die direkt an der Milch angewandt werden kann und das Vorhandensein von CPFA nachweist. Die Analysemethode basiert auf der Gaschromatografie gekoppelt an ein Massenspektrometer. Dabei handelt es sich um eine innovative Technologie, mit der selbst kleinste Mengen an Molekülen in Lebensmitteln unterschieden und charakterisiert werden können. Die Forscherinnen und Forscher der Freien Universität Bozen führten außerdem Analysen mit einer sogenannten „elektronischen Nase“ durch. 

Maissilage gut nachweisbar

Die Ergebnisse des Gemeinschaftsprojekts zeigen, dass Milch von Kühen, die nicht mit Silage gefüttert wurden, kein CPFA beinhaltet. CPFA ist jedoch in Standard-Milch nachweisbar, für deren Produktion die Kühe mit Silage gefüttert werden. „Die Konzentration von CPFA in der Milch ist insbesondere dann hoch, wenn mit Maissilage gefüttert wurde. Generell kann mit der entwickelten Analysemethode aber auch die Fütterung von Grassilage festgestellt werden. Hier ist die Konzentration von CPFA allerdings geringer als bei der Maissilage“, erklärt Elena Venir, Leiterin der Arbeitsgruppe Obst- und Gemüseverarbeitung vom Versuchszentrum Laimburg. Mit der entwickelten Analysemethode kann somit sichergestellt werden, dass keine verbotenen Silage-Futtermittel für die Produktion von Heumilch verwendet werden. Nur in wenigen Fällen (ungefähr 7 %) konnte in den Milchproben die Verwendung von Grassilage in der Fütterung nicht nachgewiesen werden. Dennoch ist weitere Forschungsarbeit in diesem Bereich notwendig, um alltagstaugliche und noch sicherere Verfahren zu entwickeln. 

Das Projekt Heumilch wurde vom Euro­päischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE 2014–2020, „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“, gefördert. 

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 6 des „Südtiroler Landwirt“ vom 1. April ab Seite 13, online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.