Sozialberatung | 18.03.2022

Wenn das Handgelenk schmerzt

Das sogenannte Karpaltunnelsyndrom ist eine Berufskrankheit, die eine starke Belastung darstellen kann. Häufig wird sie jedoch nicht als Berufskrankheit erkannt. Wie sie entsteht und wie man sie richtig meldet, schildert der folgende Beitrag.

Wenn man jahrelang immer eine unnatürliche Bewegung ausführt, kann es zu Problemen kommen. Foto: Pixabay

Wenn man jahrelang immer eine unnatürliche Bewegung ausführt, kann es zu Problemen kommen. Foto: Pixabay

Die Bezeichnung „Krankheit“ ist auf den ersten Blick irreführend, da die Symptome nicht den allgemeinen Krankheitssymptomen entsprechen. Unter einer Berufskrankheit versteht man einen krankhaften Zustand des Betroffenen, welcher durch langsame Ursache und dauerhaften Kontakt mit einer krankhaften Arbeitsaktivität über einen längeren Zeitraum verursacht wird. 

Ein Beispiel: Wenn man jahrelang immer eine unnatürliche Bewegung ausführt, z. B. beim Schneiden der Reben, kann es irgendwann zu Problemen aufgrund dieser ständigen Bewegung kommen.

Wie es zum Karpaltunnelsyndrom kommt

Auf die Diagnostizierung der Berufskrankheit „Karpaltunnelsyndrom“ (Einklemmung des Mittelhandnerven im Handgelenkstunnel) soll laut dem betrieblichen Dienst für Arbeitsmedizin ein verstärktes Augenmerk gelegt werden. 

Die Tabelle bietet einen Überblick, welche Bewegungen und Geräte das Karpaltunnelsyndrom verursachen können. Die Arbeitsbelastung nimmt in Kurven, Abhängen, Steillagen etc. und je nach Bearbeitungsart (allein oder mit Hilfe) und dem Alter der Maschinen zu.

Melden einer Berufskrankheit

Wenn ein Selbstständiger in der Landwirtschaft oder ein bauernversichertes Familienmitglied eine Berufskrankheit meldet, drohen dem Betrieb keine Strafen oder Erhöhung der INAIL-Prämie. 

Für das Ansuchen um Berufskrankheit wird das Formblatt „5 SS-bis“ benötigt, dies wird vom Hausarzt auf Anfrage ausgefüllt. Das Bauernbund-Patronat ENAPA ist beim Ansuchen behilflich. Im Gesuch werden die genauen Arbeitstätigkeiten, deren Dauer und der eventuelle Einsatz diverser Maschinen genau beschrieben.

Viele Berufskrankheiten sind vermeidbar, wenn die Arbeitssicherheitsbestimmungen eingehalten werden und auf maschinelle Bearbeitung zurückgegriffen wird. Dies ist allerdings nicht immer möglich. 

Die Broschüre „Arbeitsunfall und Berufskrankheit“ des Bauernbund-Patronates ENAPA bietet einen ersten Überblick und ist auf www.sbb.it/patronat/unfall-und-krankheit abrufbar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirksbüros stehen für eine kostenlose Beratung zur Verfügung. 

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