Arbeitssicherheit | 17.03.2022

Termine für INAIL-Förderung

Wie bereits berichtet (Ausgabe Nr. 1 vom 21.1.2022), fördert das nationale Unfallinstitut INAIL auch heuer den Ankauf von neuen landwirtschaftlichen Maschinen. Die neuen Termine für die Ausschreibung „Bando ISI 2021“ des INAIL wurden nun veröffentlicht.

Eine INAIL-Förderung gibt es z. B., wenn ein alter Traktor durch einen neuen ersetzt wird.

Eine INAIL-Förderung gibt es z. B., wenn ein alter Traktor durch einen neuen ersetzt wird.

Das Ziel der Förderung „Bando ISI 2021“ ist, die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen in der Landwirtschaft zu erhöhen. Durch die Förderung sollen auch die Nachhaltigkeit und die Gesamtleistung der Betriebe verbessert werden, indem die Schadstoffemissionen reduziert werden und der Lärmpegel sowie das Unfallrisiko für die Arbeitskräfte verringert wird. 

Für die Südtiroler Landwirtschaftsbetriebe stehen insgesamt 1.275.703 Euro zur Verfügung, welche wiederum auf zwei Schienen aufgeteilt sind: Für landwirtschaftliche Betriebe stehen 835.546 Euro zur Verfügung, für Junglandwirte gibt es insgesamt 440.157 Euro. Als „Junglandwirt“ gilt, wer zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 40 Jahre alt ist, über angemessenes fachliches Können und Wissen verfügt und sich erstmals in einem landwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsinhaber niederlässt. Die Person darf bei der Schließung des Online-Gesuches am 16. Juni 2022 nicht älter als 40 Jahre sein.

Voraussetzungen und Beitragshöhe

Für das Ansuchen gelten bestimmte Anforderungen, welche der Betrieb erfüllen muss:

  • Produktionstätigkeit in der Autonomen Provinz Bozen;
  • Eintragung in der Sondersektion Landwirtschaft beim Handelsregister vor dem 16. Dezember 2021;
  • Inhaber einer aktiven landwirtschaftlichen Mehrwertsteuer-Position.
  • Alle Sozialbeitragspflichten sind erfüllt.
  • Es wurden keine weiteren öffentlichen Beiträge für dasselbe Projekt beantragt bzw. erhalten.
  • Es wurde keine Zulassung zur Finanzierung für die Ausschreibungen „Bando INAIL“ 2017, 2018 und 2019/2020 erhalten.

Die Beitragsuntergrenze beläuft sich auf 1000 Euro, die Beitragsobergrenze auf 60.000 Euro. Die zuschussfähigen Kosten (ohne MwSt.) werden anhand des Kostenvoranschlages und der offiziellen Preisliste berechnet. Anerkannt werden maximal 80 Prozent der geltenden Preisliste, oder wenn geringer, der Angebotspreis. Der Förderbeitrag beläuft sich auf 40 Prozent für die Schiene eins (für landwirtschaftliche Betriebe) und auf 50 Prozent für die Schiene zwei (Junglandwirte).

Förderbare Projekte

Gefördert wird ausschließlich der Ankauf neuer land- oder forstwirtschaftlicher Maschinen für die Primärproduktion mit dem Ziel, die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu erhöhen sowie eine Verbesserung der betrieblichen Leistung zu erreichen. Weiters müssen diese den geltenden Bestimmungen (CE-konform) entsprechen. Beim Ausfüllen des Online-Gesuchs muss eine Mindestpunktezahl von 120 erreicht werden. Da verschiedene Parameter (Abgaswerte, Lärmwerte usw.) beim Gesuch möglich sind, muss von Fall zu Fall überprüft werden, ob die Mindestpunktezahl erreicht wird. Jeder Antragsteller hat die Möglichkeit, um maximal zwei Geräte anzusuchen (Traktor und landwirtschaftliche Maschine oder zwei landwirtschaftliche Maschinen). Jedes Gerät muss dabei eigenständig die geforderte Mindestpunktezahl erreichen. 

Neu ist in diesem Jahr, dass der Ankauf eines Traktors, eines Transporters oder eines zweiachsigen Mähgeräts nur gefördert wird, wenn gleichzeitig ein alter Traktor, Transporter oder zweiachsiges Mähgerät eingetauscht (Markteinführung zwischen 1. Jänner 1996 und 31. Dezember 2009) oder verschrottet wird (Markteinführung vor 1996). Weiters dürften unter anderem Hebebühnen/Obsterntemaschinen, Sprüher, Mähmaschinen, Mulcher, Hoftracs sowie bestimmte Zusatzgeräte förderfähig sein.

Zeitrahmen

Das Ansuchen kann vom 2. Mai bis zum 16. Juni (innerhalb 18 Uhr) im Online-Portal ausgefüllt werden. Anschließend erhält man, ab dem 23. Juni, einen Identifizierungskodex für das Abschicken des Gesuches. Am 12. September 2022 wird das Datum mitgeteilt, an welchem das Online-Gesuch (Identifizierungskodex) abgeschickt werden kann. Da die Geldmittel begrenzt sind, bekommen  jene Antragsteller den Zuschlag, welche beim sogenannten „Click Day“ am schnellsten sind.

Abwicklung und Projektabschluss

Betriebe, die in der Rangliste zum weiteren Verfahren zugelassen werden, müssen die verschiedenen Unterlagen ans INAIL übermitteln. Die genaue Frist wird nach der Veröffentlichung der Ranglisten mitgeteilt. Anschließend erfolgt die technische bzw. verwaltungsmäßige Überprüfung der Dokumentation durchs INAIL, und innerhalb von 120 Tagen erfolgt die Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag.

Wird das Gesuch positiv beurteilt, muss das Projekt innerhalb von 365 Tagen ab Datum des Erhalts der Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag umgesetzt und abgerechnet werden. Der Ansuchende erhält eine Mitteilung vom INAIL, sobald er die Maschine kaufen darf.

Hilfe und Beratung beim Bauernbund

Selbstverständlich hilft der Südtiroler Bauernbund seinen Mitgliedern durch Beratung und beim Online-Ausfüllen der Gesuche sowie beim Erstellen der notwendigen Dokumentation im Falle einer Zulassung zur Förderung (u. a. Erklärungen, technisches Gutachten). Interessierte Bauern können sich im jeweiligen Bezirksbüro beraten lassen und erhalten dort alle notwendigen Informationen rund um diese Förderung. 

Da noch einige Fragen offen sind und die Informationen dazu wahrscheinlich erst veröffentlicht werden, sobald die Gesuche online ausfüllbar sind, veranstaltet der Bauernbund am Montag, dem 11. April, ab 20 Uhr ein Webinar. Interessierte Landwirte haben hier die Gelegenheit, alle Informationen zu dieser Förderung zu bekommen, und es besteht auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen (Link siehe unten). 

Ab Dienstag, dem 12. April, können sich interessierte Mitglieder an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bezirksbüros wenden. 

Link zum Webinar

Zum oben erwähnten Webinar am 11. April um 20 Uhr kann man sich unter dem Link https://bit.ly/webinar-inail anmelden. 


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