Südtiroler Bauernjugend | 17.03.2022

Den Lebens(t)raum mitgestalten

Anfang März kamen die Mitglieder der Südtiroler Bauernjugend zur Landes­versammlung zusammen. Das heurige Thema: „Lebens(t)raum – wir gestalten mit“. Im Rahmen der Versammlung wurde der Jungbergbauernpreis verliehen.

Die Mitglieder der Südtiroler Bauernjugend bei der Landesversammlung in Bozen. Foto: Stephan Matzoll

Die Mitglieder der Südtiroler Bauernjugend bei der Landesversammlung in Bozen. Foto: Stephan Matzoll

Aus allen Landesteilen kamen am Wochenende Mitglieder der Südtiroler Bauernjugend (SBJ) im Waltherhaus in Bozen zusammen. „Die 150 Ortsgruppen gestalten den Lebensraum im ganzen Land aktiv mit“, erklärte Landesleiterin Angelika Springeth in ihrer Eröffnungsrede der SBJ-Landesversammlung. „Das Vereinswesen leistet einen wesentlichen Beitrag, um unsere Gesellschaft lebendig zu halten und den Lebensraum aller zu erhalten. Deshalb muss das Ehrenamt in Zukunft wieder mehr Platz und Anerkennung finden!“ Südtirol sei ein wunderbarer Lebensraum für die Bäuerinnen und Bauern, wo sie ihre Träume verwirklichen könnten. Springeth appellierte in diesem Zusammenhang an die Politik: „Jedoch ist sowohl unser Lebenstraum als auch -raum bedroht. Denn die Preissteigerungen in allen Bereichen machen besonders jungen Familien zu schaffen. Und deshalb auch meine Frage: Werden wir uns in Zukunft auch noch unseren Lebenstraum leisten können?“

Gegen den Ausverkauf der Heimat

Auch Bauernjugend-Landesobmann Raffael Peer nahm Stellung zum Tagesthema. Besorgt blickte er auf den sogenannten „Ausverkauf der Heimat“. Es könne nicht sein, dass Inverstoren landwirtschaftliche Flächen und ganze Höfe aufkaufen, ohne Interesse daran zu haben, wirklich Landwirtschaft zu betreiben. Peer sagte: „So werden lediglich die Preise in die Höhe getrieben und Südtirols Landwirtinnen und Landwirte können sich die Flächen nicht mehr leisten. Das ist eine untragbare Entwicklung. Denn die Gesellschaft fordert immer nachhaltigere Bewirtschaftungsweisen – die allerdings mit einem niedrigeren Ertrag pro Hektar einhergehen. Doch wie sollen die Bäuerinnen und Bauern unter diesen Umständen mit weniger Fläche gleich viel bzw. sogar mehr Lebensmittel produzieren? Will sich Südtirol wirklich von Importen abhängig machen, anstatt die heimische und regionale Produktion zu unterstützen? Die lokale Produktion muss gestärkt werden – auch von der Politik! Und besonders bei öffentlichen Ausschreibungen muss die Regionalität mehr wert sein als der Preis.“ Für Peer schien eines klar: Nur gemeinsam könnten Politik und Gesellschaft es ermöglichen, einen Lebensraum und Lebenstraum für alle in Südtirol zu schaffen. 

Den ganzen Bericht und einen Beitrag zu den Jungbergbauernpreisträgern finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 5 des „Südtiroler Landwirt“ vom 18. März ab Seite 7online auf „meinSBB“ oder in der „Südtiroler Landwirt“-App.