Südtiroler Landwirt, Politik | 03.02.2022

Bio(land) auf jedem Gästeteller

Südtiroler Wein, Joghurt und Äpfel in Bioqualität, Kaffee, Tee und Bananen aus fairem Ökolandbau sollen ­in der heimischen Gastronomie künftig immer öfter auf den Tisch kommen: Bioland Südtirol hat ein entsprechendes ­Modell ausgearbeitet und bei einem Kick-off vorgestellt. von Renate Anna Rubner

Die Autostadt Wolfsburg macht es vor: Bio, regional und saisonal ist das Angebot. Südtirols Gastronomie soll nachziehen, wünscht sich Bioland. Foto: Anja Weber

Die Autostadt Wolfsburg macht es vor: Bio, regional und saisonal ist das Angebot. Südtirols Gastronomie soll nachziehen, wünscht sich Bioland. Foto: Anja Weber

Der Ökolandbau nimmt stetig Fahrt auf, auch in Südtirol nehmen die Flächen, die nach Biorichtlinien bewirtschaftet werden, langsam, aber sicher zu. Die meisten landwirtschaftlichen Biobetriebe sind Bio­land-Mitglieder werden vom Verband entsprechend beraten und kontrolliert. Andererseits sind nur rund 0,5 Prozent der gesamten eingekauften Ware in der Südtiroler Gastronomie und Hotellerie aus biologischer Produktion, immerhin rund 20 Prozent sind regionaler Herkunft. 

Zahlen, die Bioland Südtirol nun deutlich nach oben treiben will. Reinhard Verdorfer, Geschäftsführer von Bioland Südtirol, erklärte bei einem Kick-off am 26. Jänner im Gustelier des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) in Bozen, wie dieser Plan umgesetzt werden soll: Nämlich mit dem Modell „Bio, fair, Südtirol“.

Stufenmodell mit Bronze-,
Silber- und Gold-Abzeichen

„Vorreiter in diesem Bereich ist Dänemark, das ein Stufenmodell eingeführt hat. Darauf aufbauend haben wir von Bioland Südtirol mit verschiedenen Partnern und Institutionen ein eigenes Konzept ausgearbeitet“, sagte Verdorfer. Demnach sollen Gastbetriebe, die 30 bis 60 Prozent Biolebensmittel auf den Tisch bringen, das Abzeichen in Bronze erhalten, jene mit einem Anteil von 60 bis 90 Prozent das Silber-Abzeichen und jene, die zu 100 Prozent Biolebensmittel verwenden, das Gold-Abzeichen.  

Im Südtiroler Modell zusätzlich mit integriert sind Lebensmittel aus fairem Handel und aus Südtiroler Produktion, was durch zwei flankierende Positivlisten festgeschrieben ist: So müssen Äpfel, Apfelsaft, Frischmilch, Joghurt, Butter und Wein nicht nur bio­zertifiziert sein, sondern auch aus Südtirol ­kommen. Kaffee, Tee, Kakao und seine Derivate, Rohrzucker und Bananen müssen nicht nur bio, sondern auch aus fairem Handel stammen, um an die Bronze-, Silber- oder Gold-Labels zu kommen. 

Bioland Südtirol begleitet die Umsetzung für die gastronomischen Betriebe durch eine professionelle Umstellungsberatung: Einige heimische Gastbetriebe haben eines der Abzeichen bereits, elf weitere sind gerade in der Warteschleife, sie sollen nun Schritt für Schritt in der Umsetzung, aber auch in Kommunikation und Marketing betreut werden. Kontrolliert werden die Betriebe zweimal jährlich, und zwar von ABCert.

Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 2 des „Südtiroler Landwirt“ vom 4. Februar ab Seite 13 oder online auf „meinSBB“.