Steuerberatung | 20.01.2022

Einkommen wird neu besteuert

Mit dem Haushaltsgesetz 2022 (Gesetz Nr. 234 vom 30.12.2021) hat der italienische Staat eine Reform der Einkommenssteuer IRPEF vorgenommen. Ziel ist die Senkung der Steuerlast für die steuerpflichtigen Bürger.

Die Steuerersparnis hängt von der Einkommensklasse ab. Foto: Pixabay

Die Steuerersparnis hängt von der Einkommensklasse ab. Foto: Pixabay

Am meisten profitieren Steuerpflichtige mit mittlerem und höherem Einkommen, vor allem jene mit Gesamteinkommen zwischen 38.000 und 50.000 Euro.  

Neue Steuerstaffelung

Im Zuge der Reform wurden die Steuersätze und deren Einkommensgrenzen zur Berechnung der Bruttosteuer neu geregelt. Während die erste Einkommensklasse (Gesamteinkommen bis zu 15.000 Euro) unverändert bleibt, wurden die Steuersätze bei Einkommen zwischen 15.000 und 50.000 Euro leicht gesenkt. Der höchste Steuersatz (43 %) findet nun nicht mehr bei Gesamteinkommen von über 75.000 Euro, sondern bereits über 50.000 Euro Anwendung. Das bedeutet aber nicht, dass ab 50.000 Euro Einkommen die Steuerlast höher ist. In Italien gilt nämlich ein progressives Steuersystem: Die ersten 15.000 Euro werden mit 23 Prozent besteuert werden, die weiteren 13.000 (15.000–28.000 Euro) mit 25 Prozent und der Betrag von 28.001 bis 50.000 Euro mit 35 Prozent. Somit gibt es auch bei Einkommen über 50.000 Euro eine kleine Steuerersparnis.

Steuerabsetzbeträge für Arbeitnehmer neu definiert

Ebenso angepasst wurden die Steuerabsetzbeträge für abhängige Tätigkeit, welche von der Bruttosteuer in Abzug gebracht werden. Daraus ergibt sich die Nettosteuer, also die Steuer, welche effektiv zu zahlen ist. Unverändert geblieben ist folgende Regelung: Bei Arbeitsverhältnissen auf bestimmte Zeit, und zwar mit Dauer von weniger als einem Jahr (in der Landwirtschaft sind das die Taglöhner), ist bis zu einem Gesamteinkommen von 6000 Euro keine Steuer geschuldet. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer keine weiteren Einkommen in Italien im gesamten Jahr erzielt. Das erklärt er über das Formular der Steuerabsetzbeträge, welches ihm bei der Anstellung zum Ausfüllen ausgehändigt wird.

Steuerersparnis

Wie schon erwähnt, profitieren Arbeitnehmer mit einem Gesamteinkommen zwischen 38.000 und 50.000 Euro am meisten von der Steuerreform, wobei sich eine Ersparnis auch schon bei Einkommen bis zu 20.000 Euro zeigt. In absoluten Zahlen spart ein Steuerpflichtiger bei einem Gesamteinkommen von 40.000 Euro im Jahr 945 Euro. In den Tabellen und in der Grafik sind einige Beispiele angeführt. 

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Steuerguthaben

Im Jahr 2020 hat der Gesetzgeber den sogenannten „Bonus Renzi“ (den monatlichen Betrag von 80 Euro) durch ein neues Steuerguthaben ersetzt. Dieses Guthaben wurde im Jahr 2021 in Höhe von 1200 Euro gewährt, und zwar bei Einkommen bis zu 28.000 Euro mit Nettosteuer größer als null. Dieses Steuerguthaben gibt es weiterhin, jedoch gelten ab 2022 folgende Voraussetzungen: 

  • Bis zu einem Gesamteinkommen von 15.000 Euro muss die Nettosteuer größer als null sein.
  • Bei Gesamteinkommen zwischen 15.000 und 28.000 Euro muss die Bruttosteuer geringer sein als die Summe der Absetzbeträge für abhängige Tätigkeit, Familienmitglieder, Zinsen auf Darlehensverträge, Arztspesen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden (energetische Sanierung).
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Rentner und Selbstständige

Auch die Absetzbeträge für Renteneinkommen sowie für die Einkommen von Unternehmen und Selbstständige wurden angepasst, auch für Rentner und Selbstständige gibt es eine Steuerentlastung. Diese fällt etwas geringer aus und erreicht z. B. bei einem Gesamteinkommen von 40.000 Euro bei Rentnern einen Vorteil von 451 Euro, bei Unternehmern und Selbstständigen 517 Euro.

Diese Änderungen sind bei der Steuererklärung 2022, mit welcher die Einkommen von 2021 erklärt werden, noch nicht zu berücksichtigen. Sie gelten dann erst für die Steuererklärung von 2023 für das Steuerjahr 2022.