Bauernbund, Südtiroler Landwirt | 19.01.2022

„Wir leisten aktiven ­Klimaschutz“

Die Raumordnung, die EU-Agrarreform, der Klimaschutz und natürlich die Corona-Pandemie ­waren für Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler die Hauptthemen des letzten Jahres. Und sie werden den Bauernbund auch im neuen Jahr beschäftigen ... von Michael Deltedesco

Viel zu tun gibt es für den Südtiroler Bauernbund auch im neuen Jahr. Landesobmann Leo Tiefenthaler fasst die Schwerpunkte im Interview zusammen. Foto: Bernhard Christanell

Viel zu tun gibt es für den Südtiroler Bauernbund auch im neuen Jahr. Landesobmann Leo Tiefenthaler fasst die Schwerpunkte im Interview zusammen. Foto: Bernhard Christanell

Viele Themen, die den Bauernbund im vergangenen Jahr beschäftigt haben, werden auch 2022 die Agenda bestimmen. Daher beginnen wir das Gespräch mit Landesobmann Tiefenthaler mit einem Rückblick.

Südtiroler Landwirt: 2021 war das zweite Corona-Jahr. Was wird Ihnen von diesem außergewöhnlichen Jahr in Erinnerung bleiben?

Leo Tiefenthaler: In erster Linie ist es natürlich die Corona-Pandemie. Wir haben als Südtiroler Bauernbund versucht, trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Mitgliedern unsere Dienstleistungen weiter anzubieten. Das ist uns, so zumindest die Rückmeldungen der Mitglieder, gut gelungen. Gleichzeitig war es uns ein großes Anliegen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie möglich zu schützen.  Verbandspolitisch haben uns besonders die Reform der EU-Agrarpolitik, das neue Landesgesetz für Raum und Landschaft und das Großraubwild beschäftigt. 

Im Rückblick haben sich die großen landwirtschaftlichen Sektoren recht unterschiedlich entwickelt. Was ist Ihr Fazit? 

Das Jahr war insgesamt relativ gut. Im Grünland gab es eine qualitativ gute Ernte. Ich hoffe, dass der gute Milchpreis auch in Zukunft gehalten werden kann, was nicht ganz einfach wird. Im Obstbau lag die Ernte 2021 im Durchschnitt, bei durchwegs guter Qualität. Das war nach den Frostnächten im Frühjahr nicht unbedingt so zu erwarten. Derzeit reagiert der Markt bei einigen Sorten leider etwas verhalten. Einen qualitativ guten Jahrgang gibt es im Weinbau. Der Weinmarkt läuft recht gut. Da er aber stark vom Tourismus abhängig ist, muss man schauen, wie die nächsten Wochen und Monate touristisch laufen. Beim Urlaub auf dem Bauernhof ist die Wintersaison Corona-bedingt komplett ausgefallen. Daher sind die Betriebe erst später in die Saison gestartet, der Sommer und der Herbst waren dann aber gut gebucht.

Ein großes Problem für unsere Betriebe sind die seit Monaten massiv steigenden Energiepreise. Viele Höfe arbeiten ohnehin schon am Rande der Wirtschaftlichkeit, ohne rasches Eingreifen und Gegensteuern vonseiten der Politik sind viele von ihnen in Gefahr! 

Ein Dauerthema war die Raumordnung. Der Südtiroler Bauernbund hat wieder eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen vorgelegt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Gesetz für Raum und Landschaft, so wie es derzeit ist? 

Wir haben uns auch im letzten Jahr sehr stark eingebracht und Verbesserungen vorgeschlagen. Leider sind die Verhandlungen sehr aufwändig und schwerfällig. Das Gesetz leidet an gar einigen „Kinderkrankheiten“, die wir zu heilen versuchen. Momentan schaut es aber nicht ganz so gut aus. Wir werden aber am Ball bleiben. 

Das ganze Interview finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 1 des „Südtiroler Landwirt“ vom 21. Jänner ab Seite 4 oder online auf „meinSBB“.