Produktion | 19.01.2022

Ansuchen um neue Rebpflanzungen

Ab Februar können Weinbauern wieder ihr Interesse für neue Anbauflächen bekunden. Telefonische Terminvereinbarungen sind bereits jetzt möglich. Die dem Land Südtirol maximal zuweisbare Fläche beträgt nach wie vor ein Prozent der in Südtirol bestehenden Weinbaufläche des Vorjahres, was rund 56 Hektar entspricht.

Die Flächen, für welche angesucht wurde, können frühestens 2023 angepflanzt werden. Foto: Matthias Matscher

Die Flächen, für welche angesucht wurde, können frühestens 2023 angepflanzt werden. Foto: Matthias Matscher

Da aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation der Parteienverkehr nicht wie üblich abgewickelt werden kann, müssen die Antragsteller ab sofort vorab telefonisch einen Termin vereinbaren. 

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ohne vorherige Terminvereinbarung und ohne gültigen „grünen Pass“ eine persönliche Abgabe des Gesuches nicht möglich ist. Die Termine können unter den Telefonnummern 0471 415080, -81 und -83 (für das Eisacktal Tel. 0472 821244) vereinbart werden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die für den Antrag erforderliche Interessenbekundung telematisch mittels PEC ausschließlich im PDF-Format zu schicken. 

Anträge ab 1. Februar möglich

Die Interessenbekundungen können ausschließlich von 1. Februar bis 18. März 2022 eingereicht werden. Das Formular der Inte­ressenbekundung kann ab dem 1. Februar 2022 auf der Internetseite der Abteilung Landwirtschaft unter https://bit.ly/obstundweinbau heruntergeladen werden.

Im Falle der Übermittlung mittels PEC ist es wichtig, dass das jeweilige Gesuch mit Kopie eines Ausweises von der eigenen PEC-Adresse an die PEC-Adresse des Amtes für Obst- und Weinbau (obstweinbau.fruttiviticoltura@pec.prov.bz.it) bzw. für die Gesuche des Eisacktales an jene des Bezirksamtes von Brixen (lwbrixen.agribressanone@pec.prov.bz.it) geschickt wird. 

Mehrere Einschränkungen sind vorgesehen

Die Interessenbekundung muss vollständig und richtig ausgefüllt sowie unterschrieben sein. Der Interessenbekundung ist zudem ein Orthofoto mit dem genau eingezeichneten Standort und dem Ausmaß der Neuanlage beizulegen.

Ist die Interessenbekundung ordnungsgemäß und termingerecht eingereicht, so überprüft das Amt die Zugangsvoraussetzungen und erstellt im Falle einer positiven Bewertung das telematische Ansuchen, welches innerhalb 29. März 2022 vom Antragsteller unterzeichnet werden muss. 

Da davon ausgegangen wird, dass die angesuchten Flächen die verfügbaren Flächen wiederum weit überschreiten werden, hat der zuständige Abteilungsdirektor in Anlehnung an das Ministerialdekret auf Landesebene für die Zuteilung von Genehmigungen im Weinbau mit einem Dekret (Nr. 25299 vom 21. Dezember 2021) folgende Einschränkungen eingeführt:

  • Jeder Antragssteller darf auch im Jahr 2022 um eine Fläche von max. 3000 Quadratmeter ansuchen.
  • Zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe im Land- und forstwirtschaftlichen Informationssystem (allgemein als LAFIS bezeichnet) eingetragene Brachen oder unproduktive Flächen, Almen und Wald gelten nicht als Landwirtschaftsflächen. Für diese Flächen darf nicht um die Zuteilung von Genehmigungen angesucht werden.
  • Flächen, welche im Landschaftsplan mit der Widmung „Wald“ eingetragen sind, können nicht für die Antragstellung herangezogen werden.
  • Die im Betriebsbogen des Antragstellers im LAFIS eingetragene landwirtschaftliche Fläche wird für die staatliche Zuweisung der Genehmigungen für die Anpflanzung von Rebflächen nur dann zugelassen, wenn der Antragsteller über die für die Zuweisung beantragte Fläche zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe entweder im Eigentum, nacktem Eigentum, Fruchtgenuss oder Miteigentum verfügt. Andernfalls muss die Fläche mit einem schriftlichen Pachtvertrag mit der Mindestlaufzeit von 15 Jahren oder einem Konzessionsvertrag bewirtschaftet werden, wobei die beantragte Fläche vom Antragsteller seit dem 1. Jänner 2021 mit einem für die Eintragung in das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen (APIA) gültigen und im Betriebsbogen innerhalb 10. November 2021 eingetragenen Rechtstitel bewirtschaftet sein muss. Im Falle der Bewirtschaftung im Miteigentum darf die Betriebsfläche nach dem 11. November 2021 nicht mehr auf verschiedene Betriebe aufgeteilt worden sein.
  • Die beantragten Flächen für die Rebpflanzungen müssen die Eignung als Stillwein oder Sektgrundwein aufgrund der agronomischen Bewertung im Sinne des Dekretes des Abteilungsdirektors (Nr. 25077 vom 6. Dezember 2019) in geltender Fassung aufweisen.
  • Der Antragsteller ist verpflichtet, die Rebanlage nur auf jenen Katasterparzellen zu errichten, die er im entsprechenden Antrag angegeben hat.

Eignung im GIS-Browser prüfen

Für die Zuteilung werden wie bisher nur jene Anträge zugelassen, bei welchen die für die Pflanzung vorgesehenen Flächen eine weinbauliche Eignung zur Erzeugung von Stillwein oder Sektgrundwein laut agronomischer Formel aufweisen. Dieser Standort ist im GIS-Browser ersichtlich, welcher speziell darauf ausgerichtet ist, weinbaurelevante Zonenabgrenzungen auf den Luftbildern einzusehen. Im Rahmen der Planung einer neuen Rebanlage und der Ansuchen um Zuteilung einer entsprechenden Genehmigung ist die Abgrenzung der für Stillwein bzw. Sektgrundwein agronomisch geeigneten Zonen von grundlegender Bedeutung. Die Zonen sind automatisch in Dunkelgrün (Stillwein) und Hellgrün (nur Sektgrundwein) eingeblendet. Dieser GIS-Browser ist über den Link http://bit.ly/weinbauzonen abrufbar.    

Jeder Landwirt bzw. jede Landwirtin kann somit die eigene Parzelle suchen, indem zuerst die Katastralgemeinde und dann die Parzelle (z.B. Jenesien 5897/1) eingegeben wird. ­Daraufhin muss man noch zwischen Grundparzelle und eventueller Bauparzelle auswählen.

Falls möglich, wird jedem Antragsteller zumindest eine Fläche von 1000 Quadratmetern zugewiesen. Die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt jedoch, dass aufgrund der hohen Nachfrage derzeit lediglich ca. 700 Quadratmeter zugeteilt werden können.

Pflanzung muss innerhalb von drei Jahren ab Genehmigung erfolgen

Ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung muss die Pflanzung innerhalb von drei Jahren verwirklicht werden, und die zugewiesene Fläche muss ebenso für mindestens fünf Jahre als Weinbau bewirtschaftet werden. Von der Verpflichtung der Beibehaltung der Rebkultur ausgenommen sind lediglich Fälle höherer Gewalt und Rebflächen mit phytosanitären Problemen. 

Die zugewiesene Fläche darf ausschließlich in jener Region bzw. autonomen Provinz mit Reben bepflanzt werden, für welche angesucht wurde und wie bereits erwähnt nur auf jenen Parzellen, die im Gesuch angegeben wurden. 

Pflanzung erst 2023 möglich

Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung erst Ende Juni 2022 abgeschlossen sein muss, sodass erst danach mit einer Genehmigung von Seiten des Amtes zu rechnen ist. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben zudem gezeigt, dass sich die Erteilung der Genehmigung auch bis Ende September hinziehen kann. Da vor der Erteilung der Genehmigung nicht gepflanzt werden darf, bedeutet dies in der Praxis, dass Pflanzgenehmigungen, die 2022 beantragt und erteilt werden, erst für eine Anpflanzung im Jahr 2023 verwendet werden können.  Sollte die zugewiesene Fläche weniger als 50 Prozent der beantragten Fläche betragen, hat der Antragsteller die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen ab Genehmigung eine Verzichtserklärung einzureichen. 

Dem einzelnen Antragsteller werden vor der obgenannten Veröffentlichung des Dekretes der Genehmigung für die Neupflanzung von Rebflächen im Amtsblatt der Region mittels PEC die Gesuchnummer seines telematischen Antrages und weitere Informationen in Bezug auf die Genehmigung mitgeteilt. Im Moment der Veröffentlichung des Dekretes zur Genehmigung für die Neuanpflanzung von Rebflächen ist jeder einzelne Gesuchsteller dazu angehalten, aus eigener Initiative im Amtsblatt der Region oder auf der Internetseite der Abteilung Landwirtschaft in das veröffentlichte Dekret einzusehen und mit Hilfe der erhaltenen Gesuchnummer die ihm zugewiesene Fläche in Erfahrung zu bringen. 

Nach Ablauf dieser Frist gilt die Genehmigung als angenommen und unterliegt, falls nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit zur Gänze umgesetzt, verschiedenen Sanktionen, welche für jede Genehmigung separat ausgestellt werden müssen (siehe Tabelle).

Sanktionen werden außerdem verhängt, wenn der Antragsteller vor Erteilung der Genehmigung pflanzt, wenn er ohne Genehmigung eine widerrechtliche Pflanzung vornimmt, wenn er eine größere Fläche bepflanzt, als ihm zugeteilt wird, oder wenn er nicht zugelassene Keltertraubensorten pflanzt. Die kleinstmöglichen Verwaltungsstrafen betragen hierfür 6000 Euro je angebrochenem Hektar, wobei eine Rodung der widerrechtlich bepflanzten Rebflächen innerhalb von vier Monaten ab der Mitteilung erfolgen muss. Dabei ist zu beachten, dass die kleinstmögliche Verwaltungsstrafe von 6000 Euro auch für Flächen bis zu einem Hektar fix anzuwenden ist. 

Bildschirmfoto 2022-01-19 um 16.17.00

Kontakt

Fachliche Auskünfte erteilen die Mitarbeiter des Landesamtes für Obst- und Weinbau unter Tel. 0471 415056, 0471 415087, 0471 415130 und 0471 415048 (für das Eisacktal 0472 821244).