Bauernbund | 23.12.2021

Ein Rundblick aufs Agrarjahr

Am Ende des Jahres blicken die sechs Bauernbund-Bezirksobmänner auf eine überwiegend gute Ernte zurück. Wie es bei der Vermarktung der Produkte aussieht und in welchen Fragen es noch größere Baustellen gibt, zeigt der folgende Jahresrückblick. von Anna Pfeifer, Renate Anna Rubner und Bernhard Christanell

Das Landwirtschaftsjahr 2021 hat für die Bäuerinnen und Bauern wieder positive und negative Überraschungen bereitgehalten.

Das Landwirtschaftsjahr 2021 hat für die Bäuerinnen und Bauern wieder positive und negative Überraschungen bereitgehalten.

Wie immer gibt es in einem Jahresrückblick große Gemeinsamkeiten und regionale Unterschiede. Das zeigt auch der Rundblick durch die einzelnen Bezirke, mit dem wir im mitgliederstärksten Bezirk Bozen beginnen.

Bezirk Bozen: Gute Ernte und problematische Radwege

Oswald Karbon, Obmann des Bezirks Bozen, blickt mit gemischten Gefühlen auf das scheidende Jahr zurück. Während im Obst- und Weinbau die Situation großteils zufriedenstellend war, sind die Viehbäuerinnen und -bauern besorgt. Karbon erklärt: „Die Erntemengen und die Qualität der Trauben waren heuer sehr gut.“ Auch im Obstbau ist die Situation ähnlich: Die Qualität der Früchte ist durchwegs gut, jedoch ist die Erntemenge eher gering. 

Auch die Futterqualität und -menge im Grünland war in den meisten Gebieten gut. „Lediglich Betriebe mit Flächen über 1400 bis 1500 Meter Meereshöhe hatten Probleme bei der Futterbringung. Als sie den ersten Schnitt einbringen wollten, wurde das Wetter unbeständig, und sie konnten nicht rechtzeitig mähen“, sagt Karbon. Bei der Vermarktung der Milch und Milchprodukte war das erste halbe Jahr sehr schwierig, der Sommer gut und der Herbst wiederum nur durchschnittlich. Laut Karbon steht bereits fest, dass der Milchpreis nicht halten wird. Beunruhigende Aussichten, wenn man auf die steigenden Produktionskosten blickt, mit denen die Milchbäuerinnen und -bauern konfrontiert sind. 

Der Holzpreis ist 2021 gestiegen und ist wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor dem Sturm Vaia. Problematisch ist jedoch der Borkenkäferbefall in den Windwurfgebieten.

Aus touristischer Sicht waren die Sommermonate, also Juli, August und September positiv. Die Buchungslage auf den UaB-Betrieben war gut. Ein kleiner Ausgleich zur verlorenen Wintersaison 2020/21. 

 Aus politischer Sicht waren die Radwege am Berg und im Tal für den Bezirk Bozen prägend. Aus bäuerlicher Sicht ist es problematisch, wenn täglich viele Radfahrer auf Konsortialwegen und durch die Obstanlagen geleitet werden. Hier müsse bald eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. 



Den ganzen Bericht finden
 Sie ab Freitag in der Ausgabe 23 des „Südtiroler Landwirt“ vom 24. Dezember auf Seite 4 oder online auf „meinSBB“.