Markt | 09.12.2021

Endlich wieder Braunvieh-Elite

Sie war deutlich spürbar – die allgemeine Erleichterung darüber, dass die Braunvieh-Elite nach einem Jahr ­Corona-bedingter Pause wieder abgehalten werden konnte. Neben der Versteigerung weckten auch die ­Präsentation der Nachzuchtgruppen und die Jungzüchterschau wieder viel Interesse.

Einen Rekordpreis von 9350 Euro erreichte das erst fünf Monate alte Jungrind Nebraska von S­tephan Breitenberger, Treinhof in Ulten.

Einen Rekordpreis von 9350 Euro erreichte das erst fünf Monate alte Jungrind Nebraska von S­tephan Breitenberger, Treinhof in Ulten.

Neu war diesmal, dass die gesamte Veranstaltung zusätzlich über Livestream übertragen wurde und es weiters möglich war, von zu Hause aus online mitzubieten. Wegen der strengen Sicherheitsmaßnahmen konnte nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern mit „Green Pass“ eingelassen werden, die sich zudem vorher anmelden mussten. Über 3000 Interessierte nutzten deshalb die Möglichkeit, die Veranstaltung an den beiden Tagen online von zu Hause aus zu verfolgen. Sechs Tiere wurden dann auch von Onlinebietern gekauft, bei den allermeisten Verkaufslosen gab es Onlinegebote, was sich positiv auf die Preise auswirkte.

Rekordpreis für Jungrind Nebraska

Die Versteigerung endete schließlich mit einem Rekordpreis von 9350 Euro für das fünf Monate alte Jungrind Nebraska von Stephan Breitenberger, Treinhof in St. Nikolaus/Ulten. Noch nie erreichte ein Rind in Südtirol einen derart hohen Preis. Die Barca-Tochter Nebraska gehört genetisch zum Interessantesten, was es in Südtirol momentan gibt. Ein Käufer aus dem Nordtiroler Ötztal war deshalb bereit, diesen Rekordpreis dafür auszugeben.

Aber auch viele andere Tiere erzielten stolze Preise: Teuerste Jungkuh wurde eine Brose-Tochter von Killian Natter, Pfister aus Vorarlberg, die für 4906 Euro zu einem Züchter ins Trentino wechselte. Auch eine Blooming-Jungkuh von Adalbert Braunhofer, Seiter in Jaufental, ging für 4774 Euro zu einem Stammkunden nach Bergamo. Bei den trächtigen Kalbinnen erreichte eine Fenomeno-Tochter, die von Daniel Gasser in Feldthurns gezüchtet und von Konrad Hopfgartner, Scheider in Pfalzen, verkauft wurde, den Spitzenpreis von 4334 Euro. Sie ging zu einem Züchter ins Pustertal zurück. Eine von Monika Patscheider Zanini, Kapron in Langtaufers, angebotene Kalbin kaufte ein Züchter aus Vorarlberg für 4004 Euro. Auch eine Original-Braunvieh-Jungkuh von Franz Geisler aus Schwaz in Nordtirol brachte es auf einen Preis von 3476 Euro und wechselte zu einem Züchter ins Schlerngebiet. Bei der Jerseyrasse erreichte eine Kalbin von Urban Telser aus Burgeis den Preis von 2640 Euro und ging ins Sarntal.

Überzeugende Nachzuchtgruppen

Einen guten Eindruck hinterließen die Töchtergruppen der zwei Superbrown-Stiere Superstar und Bean. Die Töchter des internationalen Spitzenstieres Superstar präsentierten sich erwartungsgemäß groß, tief und sehr leistungsbereit – ausgestattet mit guter Oberlinie, gutem Fundament, aber auch guten Euteranlagen. Es sind Kühe, die vor allem bei Laufstallhaltung und entsprechender Fütterung ihr ganzes Potenzial entfalten können. Für eine positive Überraschung sorgte Bean, der mit einer sehr guten Gruppe aufwartete: rahmige, breite und sehr korrekte Kühe, die auch sehr gut aufgehängte Euteranlagen aufwiesen. Insgesamt waren es elegante, aber trotzdem robuste Kühe mit guter Körper­kondition, die auch mit der Haltung im Berggebiet und mit der Anbindehaltung gut zurechtkommen. Das Publikum wählte Gera von Martin Gruber aus Gsies zur Siegerkuh der Superstar-Gruppe und Kaia von Martin Obexer aus Villnöß zur Siegerkuh der Bean-Gruppe.

Glückliche Jungzüchter

Eine Freude war es auch für die Jungzüchter, nach zwei Jahren Zwangspause endlich wieder ihre Tiere auf einer Ausstellung präsentieren zu können. Um eine zu große Besucherzahl auf einmal zu vermeiden, wurde die Jungzüchterschau am Vorabend abgehalten. Beim durch Lichteffekte und Schaueinlagen der Schuhplattlergruppe ,,Ofra Lausgitschen‘‘ ergänzten Abend herrschte eine ganz spezielle Atmosphäre. Insgesamt 79 Jungzüchterinnen und Jungzüchter zeigten 94 Tiere, eingeteilt in zehn Kategorien Braunvieh und drei Kategorien Jersey. Der routinierte Preisrichter Gerold Riedl aus dem Nordtiroler Wipptal kürte beim Braunvieh Asos Delia von Manuel Plangger aus Taufers in Münster bei den Kalbinnen und Dynamite Hope von David Braunhofer, Seiter in Jaufental, bei den Kühen zu den Gesamtsiegern. Bei der Jerseyrasse entschied er sich für Victorious Alessia von Kathrin Koller, Lehrershof in Proveis, bei den Kalbinnen und für Tequila Mia von Felix Oberhollenzer, Pischele aus Pfalzen, bei den Kühen. 




Weitere Bilder und die Preistabellen finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 22 des „Südtiroler Landwirt“ vom 10. Dezember ab Seite 73 oder online auf „meinSBB“.