Produktion, Markt | 24.11.2022

Milchwirtschaft: Zukunftsbild 2032

Wertschöpfung steigern, Transparenz gegenüber den Kunden, Nachhaltigkeit und Innovation sind die großen Themen, mit denen Südtirols Milchwirtschaft die heimischen Milchhöfe in die Zukunft führen will. Das ­Zukunftsbild 2032 fasst diese Vision zusammen.

Wohin sich die Südtiroler Milchwirtschaft entwickeln muss, um zukunftstaugliche Betriebe zu haben, ist Thema des Zukunftsbildes 2032.

Wohin sich die Südtiroler Milchwirtschaft entwickeln muss, um zukunftstaugliche Betriebe zu haben, ist Thema des Zukunftsbildes 2032.

Die Landwirtschaft und vor allem die Milchwirtschaft wurden in den letzten Jahren auf eine harte Probe gestellt. Das führt vielfach zu Verunsicherung und Besorgnis. Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes, bestätigt: „Wir leben in schwierigen Zeiten, das macht eine Planung so schwierig. Alle Bereiche der Produktionskette, von der Milchproduktion bis zur Verarbeitung, sind betroffen. Zudem gibt es keine Erfahrungswerte, an denen man sich orientieren könnte.“ 

Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen der Südtiroler Milchwirtschaft intensiv mit der Frage beschäftigt, wie und wohin sich die Südtiroler Milchwirtschaft entwickeln muss, um den Mitgliedsbetrieben weiterhin eine gesunde und wirtschaftlich tragfähige Zukunft zu sichern. 

Durchdachte Strategie

Ziel war es, eine durchdachte Strategie auszuarbeiten, um auf absehbare Veränderungen reagieren zu können. So ist das Zukunftsbild 2032 entstanden. Die Obmänner und Geschäftsführer der Milchhöfe und Sennereigenossenschaften sowie des Sennereiverbandes waren in den Prozess mit eingebunden. Geleitet wurde das Ganze von der Unternehmensberatung des Raiffeisenverbandes Südtirol.

In mehreren Treffen wurden so die Weichen für die kommenden Jahre gestellt: „Das Umfeld dafür war herausfordernd wie nie zuvor. Bedingt durch anhaltende Lieferschwierigkeiten bei Roh- und Hilfsstoffen durch die Corona-Pandemie und den Beginn des Krieges in der Ukraine wurde das wirtschaftliche Umfeld in Europa stark in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt Annemarie Kaser. In diesem Spannungsfeld sei es für die Beteiligten manchmal schwierig gewesen, sich gedanklich in die Zukunft zu begeben, weil das Tagesgeschäft alles an Kräften abverlangte.  

Trotzdem ist es gelungen, eine gemeinsame Vision zu definieren: beste Milchprodukte aus einer lebendigen Berglandwirtschaft. Diese Vision ist der Leitstern, an dem sich die gesamte Südtiroler Milchwirtschaft künftig ausrichten wird. Wie soll sie aber umgesetzt werden? 

  • Durch die Verarbeitung der Milch zu hochwertigen Qualitätsprodukten wird die Wertschöpfung der Mitglieder gesteigert.
  • Damit kann die Berglandwirtschaft lebendig bleiben.
  • Die Kunden werden durch Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation überzeugt. 
  • Das wiederum bedingt, dass die Mitglieder Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren. 

Kooperationen ausbauen 

Aufbauend auf diese Themenfelder wurden die Bereiche ermittelt, an denen in den kommenden Jahren gearbeitet wird. Schon heute arbeiten die Milchhöfe und Sennereigenossenschaften in vielen Bereichen sehr eng zusammen. So wurde beispielsweise schon ein wöchentlicher Energietisch zur Abstimmung und zum Einkauf von Gas und Strom eingerichtet. Weiters gibt es eine konkrete Zusammenarbeit der Milchhöfe im Bereich der Logistik, in Produktion, Produktaustausch, Logistik, Tierwohl und Nachhaltigkeit. 

Ein wichtiges strategisches Ziel ist es, so zusammenzuarbeiten, dass mehr Wertschöpfung für die Mitglieder erwirtschaftet wird. Annemarie Kaser ist sich sicher: „Die Herausforderungen sind viele. Aber wir sind zuversichtlich: Unsere Mitglieder liefern einen wertvollen Rohstoff und leisten täglich einen großen Beitrag für die Wirtschaft unseres Landes. Die Milchhöfe und wir als Südtiroler Sennereiverband arbeiten intensiv an der Umsetzung des Zukunftsbildes 2032, damit unsere Milchviehbetriebe weiterhin mit Freude Milch produzieren können und sich ihre Arbeit und Mühe auch finanziell lohnt.“