Markt, Produktion | 10.11.2022

„Ei love you!“ ist die Devise

Hochwertige Bioeier aus artgerechter Hühnerhaltung und lokalem Kreislauf gehören zur Hofphilosophie von Christan Marchesini vom Hintnerhof in Gsies. Nun möchte der Geflügelbauer bei der Fütterung neue Wege gehen und hofeigenes Getreide an seine Hühner verfüttern.

Gemeinsam mit seiner Familie hofft Christian Marchesini auf viele ­Unterstützer.

Gemeinsam mit seiner Familie hofft Christian Marchesini auf viele ­Unterstützer.

Eine möglichst naturnahe Qualitätsproduktion, der Respekt vor den Tieren und lokale Kreisläufe, das treibt Christian Marchesini an. Vor drei Jahren hat er den Biohof Hintnerhof in Gsies von seinen Eltern übernommen und hält, neben einigen Rindern, über 850 Legehennen. 

Gehalten werden die Legehennen in zwei Mobilställen, welche wöchentlich verstellt werden und den Tieren somit viel Auslauf ins Grüne bieten. Die ausgedienten Legehennen werden als Suppenhühner verkauft. Neben den „Gsiesa Goggilan“ in Bioqualität vermarktet die Familie ab Hof und auf dem Bauernmarkt in Bruneck Fleisch, Würste und Tagliatelle. 

Keimrad für mehr ­Kreislaufwirtschaft 

Nun möchte Christian Marchesini den Kreislaufgedanken am Hof weiterentwickeln und auf den eigenen Feldern Getreide anbauen, welches er dann an die Hühner verfüttert. Damit die Nährstoffe den Hühnern optimal zur Verfügung stehen, benötigt Christian ein sogenanntes Keimrad, eine Art liegende Waschmaschinentrommel mit sechs Kammern. 

Die Kammern werden mit Getreide befüllt und bewässert. Durch das Drehen werden die Samen sanft gewendet und gleichmäßig befeuchtet. Nach drei Tagen haben die Getreidekörner gekeimt. 

Mit Tierwohl steigt auch die Qualität der Eier

Bauer Christian erklärt: „Dadurch erhalten sie mehr Vitamine und Omega-3-Fettsäuren und sind für die Hühner leichter zu verdauen. Das steigert das Tierwohl und die Qualität unserer Bioeier.“ 

Das Keimrad ermöglicht es, zum Teil auf Futter von außerhalb zu verzichten und lange Transportwege zu vermeiden. Ein weiterer Vorteil: Das anfallende Stroh aus der Getreideproduktion dient als Einstreu. Damit wird ein lokaler Rohstoff nicht nur optimal genutzt, sondern auch der ökologische Fußabdruck des Hintnerhofs verbessert.

Dankeschön-Pakete für „Crowdfunder“­

Finanziert werden soll das Keimrad über die Crowdfunding-Kampagne „Ei love you“, die seit wenigen Tagen läuft. Interessierte können die innovative und nachhaltige Idee von Christian Marchesini mit Beträgen zwischen 15 Euro für 25 Bio-Eier bis 330 Euro für einen dreitägigen Bauernhof-Urlaub unterstützen. Angeboten werden auch Hofführungen, Geschenkkörbe oder eine Hennen-Patenschaft. Insgesamt stehen zehn Dankeschön-Pakete zur Auswahl. 

„Ziel ist es, 8000 Euro zu sammeln, die zur Gänze in den Ankauf des Keimrades fließen“, sagt Marchesini. Mehr Infos zur Crowdfunding-Kampagne gibt es unter www.startnext.com/eiloveyou.

Crowdfunding – Ein bewährtes Erfolgsrezept

Begleitet wird der junge Hofübernehmer Christian Marchesini von der Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie in Zusammenarbeit mit der Abteilung Innovation & Neue Märkte des lvh.apa – Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister. Gemeinsam konnten die beiden Abteilungen bereits zahlreiche Crowdfunding-Kampagnen erfolgreich abschließen. 

Die Crowdfunding-Kampagne wird auch durch das von der Provinz Bozen geförderte Projekt INNOSustainKompass der Bauernbund-Abteilung Innovation & Energie ermöglicht.