Sozialberatung | 12.11.2021

Rentenlücke schließen

Frauen erhalten durchschnittlich weniger Rente als Männer. Schuld sind mitunter die Teilzeitbeschäftigungen. Das Pensplan Centrum macht ­anlässlich des „Equal Pension Day“ darauf aufmerksam.

Eine Kampagne zum Thema Vorsorge für Frauen soll Wissenslücken schließen helfen. Foto: Stiftung Vital

Eine Kampagne zum Thema Vorsorge für Frauen soll Wissenslücken schließen helfen. Foto: Stiftung Vital

Frauen erhalten laut dem Sozialfürsorgeinstitut INPS durchschnittlich fast nur halb so viel Altersrente wie Männer (775 Euro anstatt 1499 Euro), wobei 76 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer eine monatliche Rente unter 1000 Euro erhalten. 

Renten über 2000 Euro erhalten 25 Prozent der Rentner und fünf Prozent der Rentnerinnen. Um auf die ungleiche Rentenbehandlung zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen, wurde der „Equal Pension Day“ ins Leben gerufen.

Ungleiche Vorsorgesituation bei Mann und Frau

Die Präsidentin von Pensplan Centrum, Johanna Vaja, erklärt dazu: „Veranstaltungen wie der Equal Pension Day sind von grundlegender Bedeutung, um die gesamte Bevölkerung auf das Thema der Chancengleichheit und insbesondere auf die ungleiche Vorsorgesituation zwischen Mann und Frau aufmerksam zu machen, mit der wir leider auch heute noch zu kämpfen haben.“ 

2015 wurde als Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Vertretern der Chancengleichheit und Pensplan Centrum in der Region Trentino-Südtirol dieser Tag ausgerufen. „Er bietet eine hervorragende Gelegenheit, um über das Thema Zusatzvorsorge und Finanzbildung nachzudenken und entsprechend zu agieren. Diese stellen schließlich unsere Mittel dar, um die Gleichbehandlung der Geschlechter zu fördern und den Frauen mehr wirtschaftliche Sicherheit zu bieten“, betont Vaja. 

Ulrike Oberhammer, ihrerseits Vorsitzende des Landesbeirats für Chancengleichheit Bozen, fügt hinzu: „Wir Frauen haben für unsere Rechte, unseren Freiraum, unsere Möglichkeiten gekämpft und diese auch gewonnen. Dabei haben wir aber nie die Geschlechter­klischees abgelegt, die auch heute noch für eine Rollenspaltung zwischen Mann und Frau in unserer Region sorgen.“ 

Während der Corona-Pandemie hätten diese Stereotype die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten noch deutlicher aufgezeigt. „Die Arbeitnehmerinnen und vor allem die arbeitenden Mütter mussten größtenteils alleine die Arbeit, den Haushalt, die Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger stemmen. Oft sind diese Frauen dazu gezwungen, unsichere Arbeitsverhältnisse einzugehen oder in Teilzeit zu arbeiten und haben dann entsprechende wirtschaftliche Einbußen, die sich unmittelbar auf ihre spätere Rente auswirken“, berichtet Oberhammer. 

Der „Equal Pension Day“ sei wichtig, um das Grundrecht der Frau auf eine wirtschaftliche Unabhängigkeit noch einmal zu unterstreichen. „Ein Zusatzrentenfonds stellt die ideale Unterstützung für die Frauen dar – nur leider wissen viele Frauen nicht einmal von dieser Möglichkeit, ihre Zukunft angemessen abzusichern“, bedauert Oberhammer. Um diese Wissenslücke zu schließen, startet Mitte November eine Sensibilisierungskampagne für Frauen zum Thema Vorsorge.