Südtiroler Landwirt, Leben | 12.11.2021

Maria Theresias Spielwiese

Nur die reifen, guten Früchte und alles, was der Acker hergibt, verarbeitet Maria Theresia Zelger Jageregger und vermarktet es direkt in ihrem Hofladen in Montan. Ihre Tochter Steffi hilft ihr dabei. Beide sind sich einig: „Wir bleiben klein, unsere Produkte sind reine Handarbeit.“ von Renate Anna Rubner

Zu 100 Prozent vom eigenen Hof und alles handgemacht: Maria Theresia Jageregger verarbeitet, was ihr Hof hergibt. Foto: Frieder Blickte

Zu 100 Prozent vom eigenen Hof und alles handgemacht: Maria Theresia Jageregger verarbeitet, was ihr Hof hergibt. Foto: Frieder Blickte

Der Hofladen ist im früheren Stall eingerichtet: Er ist klein, aber hell und einladend. Hinter dem großen Holztor, das den Hof zur Straße hin öffnet, lädt er Einheimische und Gäste zum Einkaufen ein. Es gibt frisches Obst und Gemüse je nach Saison und allerhand Leckeres im Glas und aus der Flasche: Himbeer-, Holler-, Minze- und Johannisbeersirup, Marillen- und Birnennektar, Honig, eingelegte Zucchini und Peperoni, Antipasti und Chutneys, Fruchtaufstriche. Auch ein Apfelsaft und ein Marillenbrand stehen im Regal, beide sind zwar von eigenen Früchten, gepresst bzw. gebrannt werden sie aber anderswo. 

Mit dem Hofladen und dem Verarbeitungsraum dahinter hat sich Maria Theresia einen Traum erfüllt: Seit September 2018 bietet sie hier – gemeinsam mit ihrer Tochter Steffi – Produkte vom Tschauphof an. Tschauphof? Den Namen haben Maria Theresia und ihr Mann Klaus „ausgegraben“, in Montan kannte den Hofnamen niemand mehr. Heute ist der Hof- ihr Markenname. Aber dazu später.

Als junge Bäuerin viel zu lernen

Geboren ist Maria Theresia Zelger 1963 in Deutschnofen. Am Burgstallerhof – einem Milchviehbetrieb – ist sie gemeinsam mit vier Geschwistern aufgewachsen. Schon früh hat sie mitgeholfen: im Stall, bei der Heuernte, im Haushalt. Dann hat sie in Kortsch die Fachschule für Hauswirtschaft besucht und zunächst in einer Wirtschaft in Deutschnofen gearbeitet. Später hat sie in Gröden einen Großhaushalt geführt. In dieser Zeit ist sie zur Leiterin der Bauernjugend-Ortsgruppe Deutschnofen gewählt worden, eine Zeit, an die sie gerne zurückdenkt: „Wir waren eine tolle Clique! Ich war die Jüngste der Truppe, und wir waren schon damals recht viel unterwegs“, erzählt sie schmunzelnd. So lernte sie auch ihren Mann Klaus kennen, schon ein Jahr später wurde geheiratet. Das war 1987, und so kam Maria Theresia auf den Tschaup­hof, „eine richtige Männerwirtschaft“, wie sie heute sagt. Ihre Schwiegermutter war gerade gestorben, am Hof lebte das junge Paar mit dem Schwiegervater und dem (noch) unverheirateten Bruder ihres Mannes. Seine Schwestern waren schon ausgezogen. Also hieß es für Maria Theresia kochen, waschen, putzen und bügeln. Arbeit gab es immer viel für sie. Trotzdem wollte sie sich gerne mehr in der Landwirtschaft einbringen. Das hat sie auch durchgesetzt.

Als junge Bäuerin, die auf einem Bergbauernhof aufgewachsen war, hatte sie anfangs viel zu lernen: „Ich wusste nicht mal, wie eine Tomatenpflanze ausschaut“, erzählt sie. Zum Hof aber gehörte ein großer Acker, von ihrer Schwägerin noch voll bepflanzt mit allerhand Gemüse. Der machte viel Arbeit, auch die Distanz zum Hof machte Maria Theresia Mühe. Mit den Jahren immer mehr: Denn bald schon hatte sie zwei Kinder, Lorenz und Steffi (später sollte auch noch Moritz dazukommen), damit wurde alles schwieriger. Als dann immer wieder nachts taschenweise abgeerntet wurde, verdross Maria Theresia das zusätzlich. Eine Lösung musste her: Also wurde der Acker zum Weingut und Maria Theresia konnte sich ihren eigenen Bauerngarten und Acker direkt am Hof einrichten – so wie es ihr passte. Hier wächst und gedeiht nun alles durcheinander: Tomaten, Kraut und Rüben, Kräuter und natürlich auch Blumen. Zwar macht der Garten immer noch viel Arbeit, aber die Bäuerin liebt ihn. Er ist die Grundlage ihrer Küche und ihrer Produkte.


Den ganzen Bericht finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 20 des „Südtiroler Landwirt“ vom 12. November auf Seite 25 oder online auf „meinSBB“.