Südtiroler Landwirt, Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 10.11.2021

Vertrauen schaffen

Landwirtschaft und Gesellschaft – geben und nehmen: Ständige Diskussionen rund um die Bewirtschaftung von Grund und Boden schaffen ein Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Warum? Dieser Frage ging der Bäuerinnen- und Landfrauentag Südtirol und Graubünden nach. von Ulrike Tonner

Die große Stärke der Bäuerinnen: Mit den Menschen in Kontakt treten, ihnen Landwirtschaft zeigen und dadurch Vertrauen schaffen.

Die große Stärke der Bäuerinnen: Mit den Menschen in Kontakt treten, ihnen Landwirtschaft zeigen und dadurch Vertrauen schaffen.

„Eine Villa im Grünen, keine Steuern und zu viele Förderungen ... Wir wollen mit der Gesellschaft in Kontakt treten und diese Vorurteile aufarbeiten“, sagt Landesbäuerin Antonia Egger. „Wir müssen uns oft rechtfertigen, stehen vor vorgefertigten Meinungen, die einfach nicht stimmen!“ Gemeinsam mit Astrid Derungs-Koller, Präsidentin des Bündner Bäuerinnen- und Landfrauenverbands, lud Egger am 28. Oktober zum Bäuerinnen- und Landfrauentag Südtirol und Graubünden nach Schlanders ein. 

In der Podiumsdiskussion ging es genau um diese Themen. Dass diese Vorurteile auf einen kleinen Teil der landwirtschaftlichen Betriebe zutreffen, mag vielleicht stimmen. Doch der Großteil der Bäuerinnen und Bauern bewirtschaftet tagtäglich von früh bis spät sein Stückchen Erde mit viel Mühe und großer Leidenschaft. „Viele der Leistungen sind unbezahlt, und das wird nicht erzählt, leider“, sagte die Landesrätin für Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege Maria Kuenzer in der Diskussionsrunde. „Wenn wir von Landwirtschaft reden, dann reden wir nicht nur von Kubatur, wir reden von Ernährung, von Kulturlandschaft, auf der andere Betriebe aufbauen können. Da steckt so vieles dahinter.“ Und da seien die Bäuerinnen gefordert, denn sie sind die idealen Botschafterinnen dafür.

Moderatorin Judith Bertagnolli sprach auch das Thema biologische Landwirtschaft und Vertrauen an. „Wenn ich mein Produkt Menschen zugänglich mache, die es auch schätzen, schafft das Vertrauen, Beziehung und Nähe. Der Konsument sieht, woher es kommt, was dahintersteckt. Das ist wichtig!“, ist die Biobäuerin Anna Bühler aus Urmein in der Schweiz überzeugt. 

„Konsumentinnen und Konsumenten müssen dieses Vertrauen zur Landwirtschaft aufbauen“, meinte auch Duri Campell, Alt-­Nationalrat und Landwirt aus Schanf in Graubünden: „Man muss zeigen, dass wir nichts zu verbergen haben. Wir müssen transparent sein, um Vertrauen zu erhalten.“ Auf großen Zuspruch traf er mit folgender Aussage: „Wir sprechen nicht von Direktzahlungen oder Förderungen, sondern von Leistungszahlungen. Die Betriebe erhalten Geld für das, was sie für die Gesellschaft leisten.“


Den ganzen Bericht finden
 Sie ab Freitag in der Ausgabe 20 des „Südtiroler Landwirt“ vom 12November ab Seite 4 oder online auf „meinSBB“.