Bauernbund, Südtiroler Landwirt | 30.09.2021

Vom Direktor zum ­Landeshauptmann

Zum 80. Geburtstag von Luis Durnwalder blickt auch der „Südtiroler Landwirt“ zurück – auf jene Zeit, als der junge „Puschtra Bui“ Direktor des Südtiroler Bauernbundes wurde, und auf die Jahre, die darauf folgten ... von Bernhard Christanell

Luis Durnwalder hat vor allem in seiner Zeit als Bauernbund-Direktor wesentlich zur Entwicklung des Verbandes und seiner Zeitschrift beigetragen.

Luis Durnwalder hat vor allem in seiner Zeit als Bauernbund-Direktor wesentlich zur Entwicklung des Verbandes und seiner Zeitschrift beigetragen.

Im Jahr 1967 bekam der Südtiroler Bauernbund einen neuen Direktor – den erst 26-jährigen Luis Durnwalder aus Pfalzen im Pustertal.  Im „Landwirt“, der damals vom Hauptverband der Genossenschaften herausgegeben wurde,  kam der neue Bauernbund-Direktor erstmals  im Februar 1968 zu Wort: Er würdigte seinen Vorgänger Heinold Steger, der als Landesrat in die Landesregierung gewechselt war, und schwor die bäuerliche Bevölkerung auf Zusammenhalt und Geschlossenheit ein. 

Wörtlich stand dort zu lesen: „Ich weiß, dass in Zukunft immer mehr und immer schwierigere Aufgaben an unseren Berufsverband herantreten werden. Doch durch die Mitarbeit unserer Mitglieder wird es uns gelingen, auch in Zukunft für die Talbauern wie auch für die Bergbauern Wege zu finden, die ihnen ein Fortkommen sichern. (...) An dieser Stelle darf ich aber auch die Bitte an euch alle richten und euch ersuchen, zusammenzuhalten. Nur durch Zusammenschluss, Einigkeit und Geschlossenheit wird der Bauernstand auch in Zukunft in einer bauernfeindlichen Welt sich durchzusetzen vermögen.“

1970: Bauernbund wird Mit-Herausgeber des „Landwirt“

Die Leistungen des Bauernbundes und des neuen Direktors spielten im „Landwirt“ anfangs nur eine Nebenrolle. So kamen die Diskussion über den Mansholt-Plan und die Gründung der Südtiroler Bauernjugend zwar zur Sprache, der Bauernbund trat dabei aber eher in den Hintergrund. Das sollte sich mit dem Jahr 1970 ändern. Ab diesem Jahr gab der Hauptverband den „Landwirt“ gemeinsam mit dem Bauernbund heraus, die Zeitschrift wird auch auf der Titelseite als „Organ des Südtiroler Bauernbundes“ bezeichnet. Im Vorfeld hatte der Bauernbund mit der Schaffung einer eigenen Zeitschrift geliebäugelt, schließlich entschloss man sich aber doch zur Zusammenarbeit. Alle Bauernbund-Mitglieder erhielten fortan den „Landwirt“ alle 14 Tage kostenlos ins Haus geliefert. Vor allem für Durnwalder, der großen Wert auf die Aufklärung und Information der Bevölkerung legte, war dies wohl ein wichtiger Schritt in seiner Tätigkeit als Bauernbund-Direktor. Im Mai desselben Jahres beschrieb Durnwalder im „Landwirt“ ausführlich, wie es zum Streik der Milchproduzenten Ende April gekommen war, bei dem einen Tag lang im ganzen Land keine Trinkmilch ausgegeben wurde. Die Bauern forderten höhere Trinkmilchpreise. Mit Genugtuung stellte Durnwalder fest, „dass  wir fast durchwegs auf großes Verständnis stießen. (...) Nur die Gewerkschaften protestierten und verurteilten den Streik (und das gerade die Gewerkschaften!!!!) als Mittel zur Durchsetzung dieser Forderung“.



Den ganzen Bericht samt Bildern und Unterhaltsamen finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 17 des „Südtiroler Landwirt“ vom 1. Oktober ab Seite 4 oder online auf „meinSBB“.