Produktion | 17.09.2021

Goldgelbe Vergilbung breitet sich aus

Insbesondere an der südlichen Landesgrenze nimmt die Zahl der von der Goldgelben Vergilbung befallenen Reben zu. Um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, müssen befallene Pflanzen gerodet werden.

Symptome der Goldgelben Vergilbung: Die Blätter rollen sich nach unten ein, bilden dadurch eine dreieckige Form und färben sich gelb. Foto: Südtirol Wein/Federico Testa�

Symptome der Goldgelben Vergilbung: Die Blätter rollen sich nach unten ein, bilden dadurch eine dreieckige Form und färben sich gelb. Foto: Südtirol Wein/Federico Testa

Die anhaltende Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung bereitet den Weinbauexperten und Weinbauern Sorgen. Schon seit Monaten gehen die Institutionen des Weinsektors – das Konsortium Südtirol Wein, der Pflanzenschutzdienst des Landes, der Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau, das Versuchszentrum und die Fachschule Laimburg sowie der Südtiroler Bauernbund – gemeinsam gegen die Rebkrankheit vor. Bei Feldkontrollen mussten sie aber feststellen, dass die Zahl befallener Pflanzen insbesondere an der südlichen Landesgrenze zunimmt.

Derzeit sind die durch Phytoplasmen verursachten Symptome bei den Weißweinsorten Chardonnay und Ruländer gut sichtbar: Die Blätter rollen sich nach unten ein, bilden dadurch eine dreieckige Form und färben sich gelb. Befallene Triebe verholzen meist unvollständig, die Trauben schrumpfen, schmecken bitter und sind dadurch für die Weinbereitung ungeeignet. Raffael Peer vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau sagt: „Wir empfehlen unbedingt, befallene Reben zu markieren und danach schnellstmöglich zu roden.“

Bei Untätigkeit wird sich der Befall rasant ausbreiten

Andreas Kofler, der Präsident des Konsortiums Südtirol Wein, warnt: „Die Gefahr darf nicht unterschätzt werden, denn die Goldgelbe Vergilbung kann zu wirtschaftlichen Verlusten führen und somit Auswirkungen auf die gesamte Weinwirtschaft haben.“ Deshalb wird auf breiter Front gegen die Krankheit vorgegangen, die beteiligten Institutionen und Organisationen setzen sich gemeinsam und koordiniert für eine Eindämmung ein. So hat das Konsortium Südtirol Wein die Südtiroler Qualitätskontrolle mit einem Monitoring beauftragt, um ein weiteres Angebot für landwirtschaftliche Betriebe bereitzuhalten. Zusätzlich zu den Beobachtungen des Pflanzenschutzdienstes werden im Unterland, Überetsch und Etschtal noch bis Anfang Oktober symptomatische Pflanzen markiert.

Auch die Schülerinnen und Schüler der Fachschule Laimburg sind aktiv: Sie beschäftigen sich nicht nur im Unterricht mit der Krankheit, sondern machen sich auch in den Weinbergen auf die Suche nach symptomatischen Pflanzen und kennzeichnen diese.

Befallene Pflanzen roden

Alex Tonini, der Ortsobmann des Südtiroler Bauernbundes Salurn, erklärt: „Um die Ausbreitung einzudämmen, ist die Sensibilität und Mithilfe aller Weinbäuerinnen und Weinbauern in Südtirol gefragt, denn nur so können möglichst viele Reben gerettet werden.“ Da es sich bei der Goldgelben Vergilbung um eine Quarantänekrankheit handelt, wird die Rodung der befallenen Stöcke vom Pflanzenschutzdienst angeordnet und deren Durchführung kontrolliert.