Markt, Produktion | 15.09.2021

Nachfrage nach Rohstoff Holz steigt

Die dadurch anziehenden Holzpreise werden die Preis-Delle nach Vaia ausbügeln: Welche wirtschaftlichen ­Folgen Vaia für die Waldbesitzer tatsächlich mit sich brachte, zeichnen die Ergebnisse der Südtiroler ­Kleinwalderhebung von 2017 bis 2019 nach. von Christian Hoffmann, Eurac research

Holz ist in Zeiten des Klimawandels mehr denn je ein gefragter Rohstoff. Foto: Daniel Güte

Holz ist in Zeiten des Klimawandels mehr denn je ein gefragter Rohstoff. Foto: Daniel Güte

Politisch ist das Thema Waldbewirtschaftung exponierter denn je: Im Juli dieses Jahres wurde die umstrittene Europäische Forststrategie 2030 (EC, 2021/572) veröffentlicht. 

Vor allem der strikte Schutz von zehn Prozent der Fläche zur Bewahrung der Artenvielfalt, der mit einer Außernutzungsstellung gleichzusetzen ist, und die Überarbeitung der LULUCF-Verordnung als Folge des Europäischen Klimagesetzes zur Erreichung der Klimaneutralität 2050 erzürnen die Waldbesitzer. Denn diese neuen Bestimmungen empfinden sie als einen massiven Eingriff in ihr Eigentumsrecht. Umgekehrt sind sie die Ersten, die vom Klimawandel und einer Zunahme biotischer und abiotischer Schadeinflüsse betroffen sind. Eine normale und planbare Waldbewirtschaftung wird unter diesen Rahmenbedingungen immer schwieriger. Lag der Anteil an normalen Nutzungen in früheren Jahren zwischen 46 und 66 Prozent, sind diese – laut Angaben im Agrar- und Forstbericht 2019 – nach dem Sturmereignis Vaia im Jahr 2019 auf rund vier Prozent abgesunken.

Hinzu kommt ein Holzmarkt, der immer stärker schwankt. Lagen die Durchschnittspreise für Sägerundholz bei Fichte und Tanne im Jahr 2020 noch bei 62,0 Euro/Ertragsfestmeter (Efm), sind diese 2021 wegen der Rohstoffknappheit auf 97,9 Euro/Efm (+57,7 %) hochgeschnellt. Mit Blick zurück auf die vergangenen 20 Jahre müssen wir uns wohl von einem gemäßigten Auf und Ab der Holzpreise verabschieden.

Vorzüge des Südtiroler Kleinwaldmonitorings

Vor dem Hintergrund dieser komplexen Entwicklung kann das Südtiroler Kleinwaldmonitoring mit seinem ganzheitlichen Überblick über die betriebliche Kosten- und ­Ertragssituation den Südtiroler Waldbesitzern dabei helfen, die betriebliche Situation differenzierter und objektiver einzuschätzen, wenn ­Ergebnisse zurückliegender Perioden und Mittelwerte der teilnehmenden Stichpro­benbetriebe vergleichbar sind. Andererseits können den Interessenvertretern und der Verwaltung die wirtschaftlichen Herausforderungen des Forstsektors mit der Mittelwertauswertung und der Gegenüberstellung mehrerer Perioden anschaulicher vermittelt werden. Durch die grenzüberschreitende Gegenüberstellung der Ergebnisse mit Nordtirol, wo die Topografie und die Betriebsstrukturen ähnlich sind, werden Vorzüge und Potenziale der Südtiroler Waldbewirtschaftung noch besser sichtbar.


Den ganzen Bericht samt Tabellen finden
 Sie ab Freitag in der Ausgabe 16 des „Südtiroler Landwirt“ vom 17. September auf Seite 39 oder online auf „meinSBB“.