Weiterbildung, Südtiroler Landwirt | 15.09.2021

Gutes Zeugnis für ­Grundausbildung

Eine Bauernbund-Umfrage zum landwirtschaftlichen Grundausbildungsangebot ist jetzt ausgewertet. Die wichtigste Erkenntnis: Die befragten Schülereltern sind mit dem Angebot in Südtirol zufrieden. Es gibt aber auch noch Verbesserungspotenzial. von Matthias Bertagnolli

Ein großer Praxisbezug ist die große Stärke der Fachschulen – und soll es nach dem Wunsch der Schülereltern auch bleiben.

Ein großer Praxisbezug ist die große Stärke der Fachschulen – und soll es nach dem Wunsch der Schülereltern auch bleiben.

Der Landesbauernrat hat in seiner jüngsten Sitzung erste Erkenntnisse und Rückschlüsse aus der Umfrage gezogen. Und auch im Netzwerktreffen der Landwirtschaftsvertreter mit den Landesräten Philipp Achammer und Arnold Schuler, dem Bildungsdirektor Gustav Tschenett sowie den einzelnen Schuldirektorinnen und -direktoren wurden die Ergebnisse vor Kurzem diskutiert. 

Wie ist es um die landwirtschaftliche Grundausbildung in Südtirol bestellt? Diese Frage hat der Südtiroler Bauernbund im Juni dieses Jahres den Bauernbund-Mitgliedern gestellt, die Eltern von Kindern im Alter zwischen zehn und 13 Jahren sind. 

Ziel der Umfrage war, Rückschlüsse auf die Attraktivität der landwirtschaftlichen Grundausbildung aus Sicht der Eltern zu ziehen. Zu den Landwirtschaftsschulen zählen in Südtirol die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen Fürstenburg, Laimburg, Salern und Dietenheim sowie die Fachoberschule für Landwirtschaft in Auer. Insgesamt haben 321 von 1000 Befragten an der Umfrage teilgenommen. 

Die gute Nachricht vorweg: Die Eltern stellen den genannten Schulen ein sehr gutes Zeugnis aus. Die Schulen erhalten Zustimmungswerte von zum Teil weit über 80 Prozent – eine Bestätigung für die Landwirtschaftsschulen, dass sie über ein sehr gutes Bildungsangebot verfügen und einen guten Ruf genießen. Beachtliche 60 Prozent der Befragten sind darüber hinaus der Meinung, dass durch den Besuch einer landwirtschaftlichen Fach- oder Fachoberschule die idealen Voraussetzungen gegeben sind, um einen Landwirtschaftsbetrieb erfolgreich zu führen. 

Unterschiede zwischen Voll- und Nebenerwerb

Aufgeschlüsselt nach landwirtschaftlichen Sektoren verändern sich diese Zahlen nur leicht. Wenn sie aber getrennt nach Art der Betriebsführung betrachtet werden, so treten zum Teil deutliche Unterschiede zutage: 72 Prozent der Vollerwerbsbauern sehen beispielsweise im Abschluss einer landwirtschaftlichen Grundausbildung die idealen Rahmenbedingungen für die Führung eines bäuerlichen Unternehmens gegeben. Unter den Nebenerwerbsbauern, die ihr Haupteinkommen außerhalb der Landwirtschaft erzielen, sinkt dieser Wert auf 39 Prozent ab. Dafür spielt der Junglandwirtekurs für die Nebenerwerbsbauern eine größere Rolle. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler zieht daraus erste Schlüsse: „Natürlich muss bei diesen Zahlen die Frage gestellt werden, ob das landwirtschaftliche Grundausbildungsangebot die Nebenerwerbsbauern in angemessenem Maß erreicht.“

Je mehr Kinder in einer Familie sind, desto eher empfehlen die Eltern einem ihrer Kinder den Abschluss einer landwirtschaftlichen Grundausbildung. Im Schnitt haben 46 Prozent aller Befragten angegeben, dass zumindest eines ihrer Kinder eine landwirtschaftliche Grundausbildung abschließen soll – wenn es nach ihnen geht. Sie sind sich aber bewusst, dass die Entscheidung schlussendlich nicht bei ihnen allein liegt. Bei der Frage nach dem entscheidendsten Faktor bei der Wahl des Schultyps sind sich die Befragten nämlich einig: Die Interessen des Kindes gilt es, in erster Linie zu berücksichtigen. 


Den ganzen Bericht finden
 Sie ab Freitag in der Ausgabe 16 des „Südtiroler Landwirt“ vom 17. September auf Seite 4 oder online auf „meinSBB“.