Internationales | 03.09.2021

Schweiz: Bund genehmigt Wolfsabschüsse

Nach mehreren Wolfsrissen an Nutztieren hat das Schweizer Bundesamt für Umwelt Wolfsabschüsse in zwei Kantonen genehmigt. Die Kantone wollen durch die Entnahme von jeweils zwei Jungwölfen eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken.

Aufgrund wiederholter Nutztierrisse sollen nun in der Schweiz Jungwölfe entnommen werden.

Aufgrund wiederholter Nutztierrisse sollen nun in der Schweiz Jungwölfe entnommen werden.

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat Anfang dieser Woche den Anträgen der Kantone Waadt und Wallis zugestimmt, womit diese nach mehreren Nutztierrissen durch Wölfe nun Abschussverfügungen erlassen können. In beiden Kantonen geht es um zwei Jungwölfe.

Am 3. August hatte der Kanton Waadt beim BAFU ein Gesuch für eine Regulierung des Wolfsrudels am Gebirgspass Marchairuz eingereicht. Begründet wurde dies mit den zunehmenden Angriffen auf Rinderherden und dem Riss von mindestens zwei halbjährigen Kälbern. Mit dem Abschuss von zwei Jungwölfen will der Kanton eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken. Nach Prüfung der eingereichten Dokumente sowie gestützt auf weitere nachgereichte Informationen hat das Bundesamt dem Antrag zugestimmt. Nun kann der Kanton Waadt eine Abschussverfügung erlassen, diese gilt längstens bis zum 31. März 2022.

Der Kanton Wallis hat am 9. August beim BAFU ein Gesuch für eine Regulierung des Wolfsrudels im Val d'Hérens eingereicht. Begründet wurde dies mit Rissen von Schafen trotz Herdenschutzmaßnahmen. Auch hier will der Kanton mit dem Abschuss von zwei Jungwölfen eine Verhaltensänderung des Rudels bewirken.

Zahl der Wölfe nimmt in der Schweiz stark zu

Aktuell leben in der Schweiz rund 130 Wölfe; die Zahl nimmt ständig zu. Der Bundesrat hatte mit dem revidierten Jagdgesetz eine Vorlage erarbeitet, um den wachsenden Wolfsbestand besser regulieren und so den Anliegen der Bergregionen Rechnung tragen zu können. Das revidierte Jagdgesetz wurde aber, wie berichtet, von der Schweizer Bevölkerung im September 2020 abgelehnt. Um der schwierigen Situation in den Gebieten mit stark wachsendem Wolfsbestand gerecht zu werden, hat der Bundesrat daher angepasst. Dabei wurde die Schwelle für den Abschuss von Wölfen deutlich gesenkt. Gleichzeitig wurden die Voraussetzungen verbessert, um den Herdenschutz zu stärken. Wie das Bundesamt betont, könne "ein guter Herdenschutz Wolfsrisse zwar minimieren, aber nie ganz verhindern".