Produktion | 25.08.2021

Weinbau: Witterungsrückblick und Reifeverlauf

Seit 18. August veröffentlicht das Versuchzentrum Laimburg allwöchentlich den Reifeverlauf für Weintrauben. Gleichzeitig gab es einen Überblick über die Witterungsverhältnisse des Jahres 2021.

Mit dem ersten Reifeverlaufs-Bericht gab das Versuchszentrum Laimburg auch einen Witterungsrückblick.

Mit dem ersten Reifeverlaufs-Bericht gab das Versuchszentrum Laimburg auch einen Witterungsrückblick.

Wie jedes Jahr im August beginnt das Versuchszentrum Laimburg den Reiferverlauf zu erfassen. Weinbäuerinnen und -bauern bekommen so wöchentlich – immer Mittwochs – die Möglichkeit, unter http://www.laimburg.it/de/services/reifetest-trauben.asp die aktuelle Situation der Traubenreife abzurufen und mit jener der vergangenen Jahre zu vergleichen. Damit erhalten sie eine Hilfe bei der Wahl des richtigen Lesezeitpunktes. Die Probenahme erfolgt mit der herkömmlichen 300-Beeren-Methode.

Die Witterung im Jahr 2021

Die Witterung im Jänner war gekennzeichnet von frostigen Temperaturen und teils starken Schneefällen. Fast täglich sanken die Temperaturen unter die Null-Grad-Marke, vor allem in der ersten Monatshälfte auch mehrmals in den zweistellig negativen Bereich. Besonders die zweite Dekade war kalt und trocken. Mit zehn Regentagen lag auch die Häufigkeit der Niederschlagsereignisse deutlich über dem Durchschnitt. 

Der Februar begann mild und bewölkt. Durch die Niederschläge am 8. Februar und das einsetzende Tauwetter wurde die Schneedecke, die sich auch in Tallagen lange gehalten hatte, abgetragen. In der zweiten Monatshälfte sorgten wärmere Luftmassen für milde Temperaturen und transportierten auch Saharastaub nach Südtirol. Insgesamt wies dieser Monat mit einer mittleren Temperatur von 4,2 °C und einer Niederschlagssumme von 38,2 mm einen weitgehend dem langjährigen Durchschnitt entsprechenden Verlauf auf.

Die Witterung im März war außergewöhnlich trocken. An der Wetterstation Laimburg fielen nur 0,7 mm Niederschlag, was weit unter dem langjährigen Mittelwert von 44,9 mm liegt. Mit dem Durchzug einer Kaltfront am 14. März mit Schnee in höheren Lagen kam es zu einem deutlichen Temperaturrückgang. Auffällig hoch war die Anzahl von 14 Frosttagen in diesem Monat, im Vergleich zum langjährigen Bezugswert von nur acht Frosttagen. Bemerkenswerterweise wurden aber auch bereits am 30. und 31. März die ersten zwei Sommertage dieses Jahres (Tage mit Maximaltemperaturen von mindestens 25 °C) gemessen. Die Durchschnittstemperatur des Monats erreichte 8,6 °C und entsprach somit fast genau dem langjährigen Bezugswert für diesen Zeitraum.

Im April gab es eine Vielzahl von Frostnächten. Der Höhepunkt der Kältewelle wurde am 7. April mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von gerade einmal 3,6 °C erreicht. Noch eine Woche zuvor, am 1. April, wurde der Monatshöchstwert von 26,6 °C gemessen, dies widerspiegelt den launischen Charakter des Monats April. Die Temperaturentwicklung im April war unterdurchschnittlich, mit einem Monatsdurchschnitt von 11,7 °C im Vergleich zu 12,6 °C im langjährigen Verlauf. Mit 26,5 mm entspricht der Niederschlag nur etwa der Hälfte der für diesen Monat üblichen Regenmenge.

Insgesamt fielen im Mai 91,8 mm Niederschläge und somit leicht mehr als im langjährigen Durchschnitt. Außergewöhnlich war die seit Mai 2013 nicht mehr erreichte hohe Anzahl von 18 Regentagen, welche den langjährigen Vergleichswert um 50 Prozent übertrifft. Dennoch zeigte sich die Sonne relativ häufig, denn sowohl die Monatssumme der Sonnenscheindauer als auch der Globalstrahlung entsprachen durchaus dem langjährigen Schnitt. Der Mittelwert der Temperatur erwies sich im Monat Mai mit 15,2 °C allerdings um 1,7 Grad kälter als üblich, nur vier Sommertage gezählt, im Vergleich zu zwölf Sommertagen im langjährigen Vergleich. Das instabile Wetter ohne beständiges Hoch zog sich bis ans Ende des Monats hin.

Nach einem kühlen Mai präsentierte sich der Monat Juni mit hochsommerlichen Temperaturen. Es wurden 28 Sommertage und beachtliche 20 Tropentage (Tage mit Tageshöchsttemperaturen von mindestens 30°C) verzeichnet. Diese fielen alle in die zweite und dritte Monatsdekade und bildeten so eine ununterbrochene Abfolge von 20 Tagen. Im langjährigen Durchschnitt fallen in diesem Monat hingegen nur sechs Tropentage an. Der Höhepunkt der Hitzewelle wurde gegen Monatsende mit einer Tageshöchsttemperatur von 34,6 °C erreicht. Die trockene Witterung wurde in der dritten Monatsdekade von gelegentlichen lokalen Gewittern unterbrochen.

Nach dem niederschlagsarmen Juni mit verbreitet einsetzender Trockenheit brachte der Monat Juli wieder ausgiebige Niederschläge. Mit 150 mm fiel 56 Prozent mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt. So eine hohe Niederschlagssumme im Juli wurde seit dem fernen Jahr 1989 an der Wetterstation Laimburg nicht mehr gemessen. Auffallend war dabei auch die Intensität der Niederschlagsereignisse. So wurde beispielsweise allein am 13. Juli an der Laimburg eine Regenmenge von 54,6 mm verzeichnet. Die häufig auftretenden Gewitter verursachten durch örtlich über die Ufer tretende Bäche auch erhebliche Schäden. In einigen Zonen brachten die heftigen Unwetter zudem stärkere Hagelschläge mit sich.