Produktion | 06.08.2021

Den falschen Mehltau abwehren

Während der Fokus des Versuchszentrums Laimburg traditionell auf dem biologischen Obstbau liegt, beschäftigten sich die Kolleginnen und Kollegen der Fondazione Edmund Mach in San Michele bei der Vorstellung der Versuche am 5. August schwerpunktmäßig mit Themen des ökologischen Weinbaus. von Versuchszentrum Laimburg

Der falsche Mehltau ist - nicht nur im Bioweinbau - nach wie vor ein häufiges Problem. (Foto: Versuchszentrum Laimburg)

Der falsche Mehltau ist - nicht nur im Bioweinbau - nach wie vor ein häufiges Problem. (Foto: Versuchszentrum Laimburg)

Nach den Grußworten des Generaldirektors der Fondazione Edmund Mach, Mario Del Grosso Destreri und einer allgemeinen Übersicht über die Tätigkeiten der „Unità Agricoltura Biologica“ im Jahr 2021 wurden die aktuelle Situation des Pflanzenschutzes  sowie die Bekämpfung von Vergilbungskrankheiten der Rebe in den Biobetrieben des Trentino thematisiert. Darüber hinaus wurden die Versuchsergebnisse der Fondazione Edmund Mach sowie des Versuchszentrums Laimburg bezüglich des Falschen Mehltaus der Rebe (Peronospora) vorgestellt. 

Bekämpfung mit Regenabdecksystemen
Der Falsche Mehltau ist eine der bedeutendsten Pilzkrankheiten der Rebe. Unter den in der Region Trentino/Südtirol herrschenden klimatischen Bedingungen gestaltet sich die Regulierung von Peronospora mit Pflanzenschutzmitteln als sehr aufwendig. Speziell im biologischen Anbau stehen nur wenige Mittel zur Bekämpfung dieser Krankheit zur Verfügung. Das wirkungsvollste und am häufigsten verwendete Mittel ist Kupfer, dessen Aufwandmenge im Bioanbau jedoch stark limitiert ist.  

Vor diesem Hintergrund hat die Arbeitsgruppe „Ökologischer Anbau“ des Versuchszentrums Laimburg im vom europäischen Förderprogramm für die ökologische Landwirtschaft CORE Organic Plus mitfinanzierten Projekt DOMINO verschiedene Abdecksysteme auf unterschiedlichen Obstkulturen getestet, mit dem Ziel den Pflanzenschutzeinsatz zu reduzieren. Abdecksysteme sind mittlerweile im Obstbau gängige Praxis. Sie ermöglichen eine witterungsunabhängige Produktionsweise, bieten Schutz vor Hagel und Regen, bzw. je nach System auch vor Krankheiten und Schadinsekten. 

Demgegenüber stehen jedoch hohe Erstellungskosten und die beschränkte Kompatibilität dieser Strukturen mit anderen Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen. Im Projekt DOMINO wurde auch ein Abdecksystem im Weinbau auf dessen Wirksamkeit zur Bekämpfung von Peronospora hin überprüft. Erste Ergebnisse zeigen, dass diese Art von Abdeckung keinen ausreichenden Schutz gegenüber dem Peronospora-Befall bietet und es damit nicht ermöglicht auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Beobachtungen zufolge kann das Abdecksystem die Peronospora-Infektionen zu Beginn der Saison erheblich eindämmen, im Laufe der Vegetationszeit jedoch nimmt der Befall stetig zu und es kann am Ende zu hohen Produktionsausfällen kommen. Bei der Sorte Merlot fiel der Mehltaubefall unter der Abdeckung im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle sogar noch höher aus. 

Die Experten werden nun prüfen, ob das Überdachungssystem zumindest als Teilstrategie eingesetzt werden und somit die Aufwandmenge an Pflanzenschutzmitteln reduziert werden kann.

Hier das Video zur Aufzeichnung