Arbeitssicherheit | 05.08.2021

Bei Ernte auf Hygiene achten

Neben den Unfallgefahren, die während der Ernte vorkommen können, gilt es auch heuer, der Gefahr durch die Ansteckungsgefahr (und Verbreitung) durch das Corona-Virus (SARS-CoV-2) vorzubeugen.

Die ständige Handhygiene sollte auch während der Ernte zum Alltag gehören. Foto: Uschi Dugulin, Pixabay

Die ständige Handhygiene sollte auch während der Ernte zum Alltag gehören. Foto: Uschi Dugulin, Pixabay

Für die landwirtschaftlichen Arbeitgeber gilt es besonders während der Erntezeit, auf die Hygienemaßnahmen zu setzen, um dieses Risiko so gut wie nur möglich einzudämmen. Denn ein positiver Fall eines erkrankten Arbeitnehmers mitten in der Ernte kann für den Betrieb einen Totalausfall zur Folge haben – zusätzlich natürlich zu den gesundheitlichen Risiken, denen man ausgesetzt ist. 

Schon bei der Einreise der Arbeitnehmer gilt es einige Punkte zu beachten. Die aktuellen Einreise-Bestimmungen gibt es laufend auf der Bauernbund-Webseite unter www.sbb.it/service/coronavirus.

Die wichtigsten Hygiene- und Schutzmaßnahmen, die während der Ernte einzuhalten sind, sind im gemeinsamen Protokoll für die Aktualisierung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Eindämmung der Verbreitung des Virus SARS-CoV-2/Covid-19 am Arbeitsplatz vom 6. April 2021 erläutert. Hier die wichtigsten Punkte, die jeder Arbeitgeber und jede Arbeitgeberin beachten muss ...

Information an die Arbeitnehmer

Die Arbeitnehmer müssen unter anderem auch über die Gefahren bzgl. des Corona-Virus und über die hygienischen und sanitären Maßnahmen informiert werden. 

Dazu steht den Mitgliedern auf der Bauernbund-Webseite unter http://bit.ly/corona-unterlagen das Informationsblatt für Arbeitnehmer „Arbeitssicherheit-Corona-Virus (SARS-CoV-2) Hygienische und sanitäre Maßnahmen“ in verschiedenen Sprachen zur Verfügung.

Zusätzlich stehen als Informationsmaterial auch ein Poster zum richtigen Hände­waschen und eine Anleitung zur korrekten Nutzung von chirurgischen Masken zur Verfügung. 

Diese Informationen können in der Risikobewertung des Südtiroler Bauernbundes (Abschnitt 10.8 Bestätigung der Arbeitnehmer – Anweisungen und Ausbildung) unter „Andere Hilfsmittel für die Anweisungen und Ausbildung“ festgehalten werden. Für Ar­beitnehmer, die nicht mehr als 50 Tagschichten pro Jahr und Betrieb absolvieren, kann dies in der Ausbildungsbroschüre im Ausbildungsnachweis angemerkt werden, und zwar unter „Zusätzliche und beigelegte Dokumentation“.

Zugang und gemeinsame Bereiche im Betrieb

Es ist sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer untereinander so wenig wie möglich in Kontakt kommen und die notwendigen Abstände eingehalten werden können. Die Einteilung in feste Gruppen von Anfang an hilft, die Ansteckungsgefahr und Verbreitung des Virus zu minimieren. Es wird empfohlen, feste kleine Arbeitsgruppen einzuteilen:

  • ab der Anreise vom Heimat- zum Arbeitsort (wenn irgendwie möglich);
  • bei der Unterbringung in den Unterkünften;
  • bei allen Freizeitaktivitäten (auch Einkauf in Supermärkten usw.);
  • beim Transport zu den Wiesen/Arbeitsort;
  • an den Arbeitsplätzen.

Diese Einteilung in Arbeitsgruppen sollte bis zum Ende der Ernte beibehalten werden. Weiters gelten für die gemeinsamen Bereiche einige wichtige Punkte: So wird der Zugang zu den gemeinsamen Bereichen kontingentiert, vorzusehen ist eine kontinuierliche Lüftung der Räumlichkeiten, ein zeitlich befristeter Aufenthalt in diesen Räumlichkeiten und die Einhaltung des geltenden Sicherheitsabstandes zwischen den sich darin aufhaltenden Personen.

Die Räumlichkeiten müssen so organisiert und die Umkleideräume hygienisch saniert werden, dass die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen Platz für die Aufbewahrung der Arbeitskleidung haben und ihnen angemessene hygienische sanitäre Bedingungen zur Verfügung stehen. 

In einem Mehrbettzimmer sollten nur Arbeitnehmer der gleichen Gruppe untergebracht werden. Die geltenden Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden können. Es muss eine regelmäßige Durchlüftung der Unterkünfte gewährleistet werden. 

Die Unterkünfte und Sanitärräume sollten täglich gereinigt werden. Dabei müssen insbesondere auch Türgriffe, Wasserhähne, Toi­let­ten, Toilettenbürstengriffe, Lichtschalter und alle Gegenstände, die gemeinsam genutzt und angefasst werden, gereinigt bzw. desinfiziert werden.

Es ist sicherzustellen, dass in Sanitär- und Küchenbereichen stets ausreichend Seife und Einmalhandtücher zur Verfügung stehen. Es sollten auch ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

Werden Bereiche in den Unterkünften von mehreren Gruppen gemeinsam genutzt, z. B. Sanitärräume oder Küchen, soll durch organisatorische Maßnahmen geregelt werden, dass Kontakte der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander unterbleiben. Geeignet sind beispielsweise Maßnahmen, bei denen die einzelnen Gruppen zu im Voraus festgelegten unterschiedlichen Zeiten die jeweiligen Bereiche nutzen. 

Die Mindeststandards für Räumlichkeiten zur zeitweiligen Unterkunft von landwirtschaftlichen Saisonarbeitern und Saisonarbeiterinnen sind zu beachten, siehe dazu auch den unter https://bit.ly/unterkunft-arbeiter abrufbaren Beschluss der Landesregierung. 

Reinigung

Der Betrieb gewährleistet die tägliche ­Reinigung und die periodische hygienische Sanierung der Räumlichkeiten, der Arbeitsstätten, der Arbeitsplätze und der gemeinschaftlichen Zonen – mehr Infos dazu auch im Rundschreiben des Gesundheitsministeriums Nr. 17644 vom 22. Mai 2020 (online unter http://bit.ly/corona-unterlagen).

Bei Anwesenheit einer mit Covid-19 infizierten Person in den Betriebsräumlichkeiten werden diese gemäß den Bestimmungen des Rundschreibens des Gesundheitsministeriums Nr. 5443 vom 22. Februar 2020 (online unter http://bit.ly/corona-unterlagen) gereinigt und hygienisch saniert sowie gelüftet.

Zudem sind die Reinigung und die hygienische Sanierung gemeinsam genutzter Arbeitsmittel mit angemessenen Reinigungsmitteln zu gewährleisten.

Persönliche Vorsichtsmaßnahmen für die Hygiene

Alle im Betrieb anwesenden Personen müssen alle notwendigen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, insbesondere jene für die Hände. Der Betrieb stellt auch angemessene Reinigungsmittel für die Hände zur Verfügung. Es wird häufiges Händewaschen mit Wasser und Seife und/oder mit Wasser-Alkohol-Lösungen empfohlen, um einer Verbreitung des Virus vorzubeugen.

Persönliche Schutzausrüstung

Sollte es aufgrund der Tätigkeiten erforderlich sein, in Abständen von weniger als einem Meter zu arbeiten, und sollten keine anderen organisatorischen Lösungen möglich sein, ist auf jeden Fall die Verwendung einer chirurgischen Maske und weiterer persönlicher Schutzausrüstungen (hängt von den ausgeübten Tätigkeiten ab und laut betrieblicher Risikobewertung) notwendig. Das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung ist von grundlegender Bedeutung für die Unterbrechung der Ansteckungskette mit dem Corona-Virus.

Zusatzbewertung Corona-Virus

Die Vorlage für die spezifische Risikobewertung in Bezug auf die Ansteckungsgefahr und Verbreitung mit dem Corona-Virus „Sars-CoV-2“ steht für die Mitglieder unter http://bit.ly/corona-unterlagen zur Verfügung. Dieses Dokument muss an die betriebliche Situa­tion angepasst und der Risikobewertung beigelegt werden!

Wenn eine Person Symptome aufweist ... 

Sollten bei einer im Betrieb anwesenden Person Fieber (Körpertemperatur über 37,5 °C) und Symptome einer Atemwegsinfektion oder grippeähnliche Symptome wie Husten auftreten, so hat sie dies umgehend dem Arbeitgeber zu melden. Die betroffene Person und die anderen anwesenden Personen werden darauf gemäß den Vorschriften der gesundheitlichen Behörde aus den Räumlichkeiten isoliert, und der Betrieb verständigt umgehend die zuständigen sanitären Behörden und die Notrufnummern, welche die Region oder das Gesundheitsministerium für Covid-19 vorgesehen haben.

Der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin müssen zum Zeitpunkt der Isolierung sofort mit chirurgischem Mundschutz ausgestattet werden, falls er/sie noch nicht darüber verfügt.

Der Betrieb arbeitet mit den sanitären Behörden zusammen, um eventuelle Kontaktpersonen einer im Betrieb anwesenden Person, die beim Abstrich auf Covid-19 positiv getestet wurde, auch unter Mitwirkung des Betriebsarztes zu ermitteln. Damit soll den Behörden ermöglicht werden, die erforderlichen und angemessenen Quarantänemaßnahmen anzuwenden. 

Während der Ermittlung kann der Arbeitgeber von potenziellen Kontaktpersonen fordern, die Betriebsstätte vorsichtshalber zu verlassen, je nach Anweisung der sanitären Behörde.