Sozialberatung | 22.07.2021

Überbrückung für Familien

Mit dem 1. Juli 2021 wurde die Überbrückungsmaßnahme namens „assegno ­ponte“ eingeführt. Wie man darum ansucht und wer sie erhält, steht im folgenden Beitrag.

Der Betrag der Überbrückungsmaßnahme hängt vom ISEE-Wert und von der Anzahl der minderjährigen Kinder ab. Foto: Pixabay

Der Betrag der Überbrückungsmaßnahme hängt vom ISEE-Wert und von der Anzahl der minderjährigen Kinder ab. Foto: Pixabay

Der „Südtiroler Landwirt“ hat die neue Überbrückungsmaßnahme bereits in der Ausgabe vom 25. Juni angekündigt. Sie soll als Übergangsmaßnahme gelten, bis – planmäßig ab 2022 – die einheitliche Familienleistung („assegno unico“) eingeführt wird. Mittlerweile gibt es auch detaillierte Infos dazu, wie man um den „assegno ponte“ ansuchen kann.

Zuschlag auf Familiengeld auf Lohnstreifen

Für die Ansuchen um Familiengeld auf Lohnstreifen werden bestehende geltende Antragsmodalitäten angewandt:

Für Lohnabhängige des privaten Sektors sind die Anträge elektronisch beim INPS einzureichen. Das Institut prüft die Anträge und legt den Anspruch und die Höhe der Familienleistungen mit entsprechendem Zusatzbetrag (37,50 Euro monatlich pro minderjähriges Kind für Familien bis zu zwei minderjährigen Kindern; 55 Euro pro Monat ab drei und mehr minderjährigen Kindern) fest. Der Arbeitgeber kann den korrekten Betrag über den entsprechenden Bereich im „cassetto“ einsehen.

Für unbefristete landwirtschaftliche Arbeiter (OTI) wird der Antrag auf Familiengeld weiterhin beim Arbeitgeber mit dem Formblatt „ANF/DIP“ (cod. SR16) in Papierform gestellt. Der Arbeitgeber muss den korrekten Betrag laut vorgegebener Tabelle und Zuschlag berechnen und auszahlen.

Für Arbeitnehmer, die das Familiengeld vom INPS direkt erhalten, gelten weiterhin die derzeitigen Bestimmungen zur elektronischen Antragstellung über die INPS-Internetseite. Die gezahlten Beträge beinhalten auch die zustehenden Zuschläge für Familien mit minderjährigen Kindern.

Für Arbeitnehmer mit Lohnausgleichzahlung gelten die derzeit geltenden Gesuchsabwicklungen, wobei auch die Zuschläge berücksichtigt werden. Rentner der betroffenen Verwaltungen, die das Familiengeld ANF über die Rente beziehen, erhalten den Zuschlag von Amts wegen ausgezahlt.

Überbrückungsmaßnahme für Bauern und andere Kategorien

Mit einem Rundschreiben (Nr. 93) hat das INPS kürzlich Anweisungen für die Überbrückungsmaßnahme („assegno temporaneo“) veröffentlicht, falls diese von Personen beantragt wird, die nicht um Familiengeld auf den Lohnstreifen (ANF) ansuchen können. Auch Familien, die bereits die Familienzulagen als Bauern bekommen, können um die Überbrückungsmaßnahme „assegno temporaneo“ ansuchen. Das Bauernbund-Patronat ENAPA wird die betroffenen Bauern kontaktieren. 

Folgende Voraussetzungen müssen unter anderem erfüllt werden: 

  • italienische oder EU-Staatsbürgerschaft oder Aufenthaltsgenehmigung für die EU oder Flüchtlingsstatus;
  • Einkommenssteuer wird in Italien gezahlt;
  • Wohnsitz/Domizil mit den minderjährigen zu Lasten lebenden Kindern (Einkommen unter 4000 Euro) in Italien;
  • Antragssteller muss mit dem minderjährigen Kind zusammenwohnen (Ausnahme siehe unten) und mindestens seit zwei Jahren den Wohnsitz (auch nicht kontinuierlich) oder einen mindestens sechsmonatigen Arbeitsvertrag in Italien haben;
  • ISEE-Wert unter 50.000 Euro. 

Zustehender Betrag hängt von mehreren Faktoren ab

Der Betrag der Überbrückungsmaßnahme hängt vom ISEE-Wert und von der Anzahl der minderjährigen Kinder ab. Ab einem ISEE-Wert von 50.000 Euro besteht kein Anrecht. Die Beträge werden jeweils um 50 Euro pro beeinträchtigtem Kind in der Familie erhöht. Falls es eine Änderung in der Familienzusammensetzung gibt, muss innerhalb von zwei Monaten eine neue ISEE eingereicht werden.

Die Überbrückungsmaßnahme ist vereinbar mit dem Reddito di Cittadinanza „RdC“, regionalen Zuschüssen, der Geburtenprämie, dem „Baby-Bonus“ und mit Familienzulagen. Die Maßnahme ist unvereinbar mit der Familienzulage ANF (RD 92/2021).

Antrag innerhalb Jahresende stellen

Der Antrag um Überbrückungsmaßnahme muss innerhalb 31. Dezember 2021 von einem Elternteil einmalig für jedes Kind gestellt werden. Bei Antragsannahme wird der Betrag ab dem Monat des Antrags ausbezahlt. Bei Ansuchen, welche innerhalb September gestellt werden, wird der Betrag rückwirkend ab Juli ausbezahlt. Wenn die Eltern gesetzlich getrennt oder geschieden mit gemeinsamem Sorgerecht sind, wird der Betrag zu jeweils 50 Prozent ausbezahlt. Falls ein Elternteil den gesamten Betrag erhalten soll, wird das Einverständnis des anderen Elternteils benötigt. Weitere Informationen unter http://bit.ly/überbrückung