Sozialberatung | 24.06.2021

Weitere Rentenformen

In der Auflistung der verschiedenen Rentenformen, die in den vorhergehenden Ausgaben des „Südtiroler Landwirts“ veröffentlicht wurden, fehlen noch zwei: die „APE Sociale“ und die Invalidenrente.

Ein Mindestalter von 63 Jahren und 30 bzw. 36 Beitragsjahren wird bei der „APE Sociale“ vorausgesetzt. Foto: Pixabay

Ein Mindestalter von 63 Jahren und 30 bzw. 36 Beitragsjahren wird bei der „APE Sociale“ vorausgesetzt. Foto: Pixabay

Der folgende Artikel soll einen ersten Überblick über die verschiedenen Formen der Rente geben. Eine persönliche Beratung zur Überprüfung der Versicherungszeiten ist jedoch unbedingt notwendig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Patronates ENAPA in den Bauernbund-Bezirksbüros stehen für die kostenlose Beratung zur Verfügung.  

Vorgezogene Altersrente „APE Sociale“

Ein Mindestalter von 63 Jahren und 30 bzw. 36 Beitragsjahren wird bei der „APE Sociale“ vorausgesetzt und gilt für folgende Verwaltungen: Allgemeine Pflichtversicherung, Ersatz-, Exklusiv- oder Separatverwaltung – ausgenommen sind Freiberufler. Alle bezahlten oder gutgeschriebenen Beiträge laut den genannten Verwaltungen werden gezählt. Das „APE Sociale“ ist eine vorgezogene Rente für Personen, welche sich in bestimmten Notlagen befinden und maximal fünf Jahre vor dem vorgesehenen Rentenalter sind. 

Der Staat übernimmt die Finanzierung bei Arbeitslosen mit Arbeitslosenstatus infolge befristeter Arbeitsverträge, Personen, die Pflegebedürftige betreuen, Personen mit Zivilinvalidität (mind. 74 Prozent, Beschäftigte) oder jenen, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten. Frauen mit Kindern können laut dem Haushaltsgesetz 2018 die Rentenvoraussetzungen für jedes Kind um zwölf Monate bis maximal zwei Jahren vorverlegen.

Renten für Invaliden

Bei der Arbeitsunfähigkeitsrente lt. Art. 2 Abs. 12 L. 335/95 besteht eine absolute und dauerhafte Unfähigkeit, eine Arbeitstätigkeit auszuüben bzw. einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Hierfür werden mindestens fünf Beitragsjahre (davon drei in den letzten fünf Jahren vor dem Antragsdatum) und 15 Dienstjahre (14 Jahre, 11 Monate und 16 Tage) benötigt. Anspruch auf die Arbeitsunfähigkeitsrente haben alle Beschäftigten, die in der Verwaltung für öffentlich Bedienstete und INPS AGO versichert sind. Für versicherte Invaliden in den öffentlichen Verwaltungen (CPDEL, CPS, CPI und CPUG) und staatlichen Kassen gibt es die „absolute und dauerhafte Unfähigkeit zu jeglicher gewinnbringenden Arbeit“ bei absoluter und dauerhafter Erwerbsunfähigkeit sowie mindestens 15 Dienstjahren (14 Jahren, 11 Monaten und 16 Tagen) und die „absolute und dauerhafte Unfähigkeit, die zugewiesene Arbeit zu bewältigen“, bei absoluter und dauerhafter Erwerbsunfähigkeit sowie 20 Dienstjahren (19 Jahren, 11 Monaten und 16 Tagen). Nur für Beschäftigte in der Privatwirtschaft und Selbstständige gilt das Invalidengeld bei einer Reduzierung der Arbeitsfähigkeit von einem und fünf Beitragsjahren, davon drei in den letzten fünf Jahren vor dem Antragsdatum. 

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