Bauernbund | 15.06.2021

Erfolgreiche NaveS

Vor zehn Jahren wurde die Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol gegründet. Auftrag war und ist, die Nahversorgung im ländlichen Raum zu sichern und die regionalen Kreisläufe zu stärken. Heute führt die Genossenschaft zwölf Dorfläden. Ausgebaut werden soll das Angebot an lokalen Qualitätsprodukten.

Sie wollen noch mehr auf heimische Qualitätsprodukte setzen: NaveS-Vizeobmann Ulrich Höllrigl, NaveS-Obmann Georg Mayr und SAIT-Präsident Renato Dalpalù.

Sie wollen noch mehr auf heimische Qualitätsprodukte setzen: NaveS-Vizeobmann Ulrich Höllrigl, NaveS-Obmann Georg Mayr und SAIT-Präsident Renato Dalpalù.

Zur Attraktivität des ländlichen Raumes gehören, neben Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten sowie sozialen Strukturen und dem Nahverkehr, auch eine funktionierende Nahversorgung. In den letzten Jahren sind aber viele kleinere Dorfläden geschlossen worden. Einige von diesen hat die NaveS wiedereröffnet.

Dorfläden werden wiedereröffnet
„Ziel der Konsumgenossenschaft NaveS ist es, die Nahversorgung im ländlichen Raum zu sichern und ein Einkaufen vor Ort zu ermöglichen“, sagte Obmann Georg Mayr. Dazu werden von der Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol neue Geschäfte eröffnet oder, was häufiger ist, Läden, wo die Betriebsnachfolge fehlt, weitergeführt. Auch bereits aufgelassene Dorfläden werden wiedereröffnet. Wichtig ist der NaveS, dass „die Initiative vor Ort startet. Meist sind es interessierte Bürgerinnen und Bürger oder die Bürgermeister, die sich an die NaveS wenden“, bestätigte Vize-Obmann Ulrich Höllrigl.

Mutualitätsfonds war große Hilfe
Die Anfänge vor zehn Jahren waren eine Herausforderung. „Mit Unterstützung des Mutualitätsfonds des Raiffeisenverbandes Südtirol, der neben dem Südtiroler Bauernbund, dem KVW und dem Gemeindenverband Südtirol Trägerorganisation der NaveS ist, konnten die ersten Investitionen getätigt und die ersten Geschäfte in Vahrn und Gsies eröffnet werden“, erinnerte NaveS-Obmann Mayr. Heute führt die NaveS insgesamt zwölf Geschäfte in Sexten, Toblach, Gsies, Welsberg, Olang, Reischach, Steinhaus, Vahrn, Tisens, Völlan, Tscherms und Kastelbell. „Allein in den letzten fünf Jahren sind Geschäfte in sechs Orten eröffnet worden.“

Wachsen ja, aber langsamer
In den nächsten Jahren werden weitere Geschäfte dazukommen. Das Interesse an einer funktionierenden Nahversorgung ist in vielen Orten groß. „Wir möchten weiterwachsen, wenn auch ein wenig langsamer als in den letzten Jahren, da wir unsere schlanke Verwaltungsstruktur, die Kosten sparen hilft, beibehalten möchten“, so Mayr.

Noch mehr heimische Produkte in den NaveS-Geschäften
Neben der Sicherung der Nahversorgung und damit dem Erhalt der Lebensqualität – Dorfläden sind auch wichtige soziale Treffpunkte für Bürgerinnen und Bürger – will die NaveS mit den Dorfläden die regionalen Kreisläufe stärken. „Kundinnen und Kunden finden in den NaveS-Geschäften viele heimische und regionale Lebensmittel. Etwa 16 Prozent der Lieferanten kommen aus Südtirol und liefern ausschließlich lokale Produkte, etwa ein weiteres Drittel hat den Firmensitz in Südtirol“, erklärte Vize-Obmann Ulrich Höllrigl. 

Enge Zusammenarbeit mit SAIT und Direktvermarktern

Ein Teil der Produkte in den NaveS-Geschäften kommt vom Partner SAIT. Ebenfalls wichtige Partner sind die heimischen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Und nicht zuletzt wird ein Teil der Lebensmittel direkt von den Bäuerinnen und Bauern angekauft. „Besonders mit den Direktvermarktern möchten wir zukünftig enger zusammenarbeiten, um das Angebot an lokalen Qualitätsprodukten zu erweitern und so zum Markenkern der NaveS zu machen. Aktuell sind wir dabei, Abkommen mit lokalen Produzenten abzuschließen. Diesen garantieren wir faire Preise“, sagte Höllrigl. Besonders die Nachfrage nach lokalen Frischeprodukten, wie etwa Obst oder Gemüse, steige stetig. 
Eng arbeitet die NaveS mit SAIT aus Trient zusammen, einem der größten Lebensmittelgroßhändler in der Region. „Diese Zusammenarbeit ermöglicht den kleinen Geschäften, die Lebensmittel zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten“, so Mayr. Nicht vergessen werden dürfe, dass auch die Fahrt zum nächsten größeren Supermarkt Geld kostet und die NaveS-Geschäfte vor Ort daher eine gute Wahl beim Einkauf seien.
SAIT-Präsident Renato Dalpalù lobte die gute Zusammenarbeit von SAIT und NaveS. „Die Initiative der NaveS zeigt, dass auch kleine Geschäfte ihre Berechtigung haben und wichtig für das Leben vor Ort sind. Das hat die Corona-Pandemie deutlich gezeigt.“ Erwähnenswert sei auch das Ziel, kleine Produzenten vor Ort zu unterstützen.

Attraktive Arbeitsplätze vor Ort
Ein weiteres Anliegen der NaveS ist auch die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort: Derzeit sind in den zwölf Geschäften über 69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bis auf zwei Männern ausschließlich Frauen – beschäftigt, gar einige davon in Teilzeit. „Wir sind ein sehr begehrter Arbeitgeber vor Ort“, freute sich Mayr.
Eine weitere Besonderheit der Nahversorgungsgenossenschaft Südtirol ist, dass sie eine Genossenschaft ist. Kundinnen und Kunden können gegen einen kleinen Beitrag Mitglied werden und von besonderen Angeboten profitieren. Aktuell zählt die NaveS knapp 1.100 Mitglieder. Allein im letzten Jahr sind 130 Mitglieder neu hinzugekommen.
Zudem ist die NaveS nicht primär gewinnorientiert. Vielmehr ist es das Ziel, kostendeckend zu arbeiten und die zukünftigen Investitionen zu finanzieren, damit in weiteren Orten Läden erhalten werden können. Das gehe aber nur mit Unterstützung der Konsumentinnen und Konsumenten, die regelmäßig vor Ort einkaufen. Diesen dankte Obmann Mayr genauso wie seinen Vorgängern Sepp Unterrainer und Raimund Ochsenreiter.