Sozialberatung | 15.06.2021

Covid-Hilfe 2021 des Landes

Das Land Südtirol greift jenen, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, finanziell unter die Arme. Die Unterstützungsmaßnahme besteht aus drei Leistungen.

Das Land Südtirol hat ein neues Hilfspaket für von der Pandemie Betroffene geschnürt. Foto: S. Hofschläger, Pixelio

Das Land Südtirol hat ein neues Hilfspaket für von der Pandemie Betroffene geschnürt. Foto: S. Hofschläger, Pixelio

Die „Covid-Hilfe 2021“ ist eine nicht steuerpflichtige Unterstützungsmaßnahme für arbeitende Personen und deren Familien, die aufgrund des epidemiologischen Notstandes aufgrund der Corona-Sondersituation ihre Arbeitstätigkeit unterbrechen mussten und deshalb einen Einkommensverlust bzw. Einnahmeneinbußen erlitten haben. Diese Hilfe ist an Einzelpersonen und Familien gerichtet, die in Südtirol ihren meldeamtlichen Wohnsitz haben und dort bzw. als Grenzpendler in der Schweiz oder Österreich ihre Arbeitstätigkeit ausüben. Voraussetzung ist, dass es sich um lohnabhängige Beschäftigte (Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer) oder um Personen handelt, die ihr Einkommen aus einer anderen Arbeitstätigkeit als der lohnabhängigen Arbeit beziehen (z. B. Selbstständige, Freiberufliche, Gelegenheitsarbeiter).

Anrecht auf die Unterstützungsmaßnahme haben jene Familiengemeinschaften, bei der mindestens ein Mitglied die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Es können nur jene Familienmitglieder berücksichtigt werden, welche zum Zeitpunkt der Antragstellung denselben meldeamtlichen Wohnsitz wie die antragstellende Person haben. Der Antragsteller bzw. die Antragstellerin muss die Person der Familiengemeinschaft sein, die die Voraussetzungen erfüllt.

Ergänzung der Soforthilfe Covid-19 – für jene, die die „Covid-19-Soforthilfe“ erhalten haben: Die Höhe des Betrages errechnet sich aus der Differenz zwischen der für drei Monate erhaltenen „Covid-19-Soforthilfe“ und dem Dreifachen der neuen „Covid-Hilfe 2021“. 

Covid-Hilfe für jene, denen keine „Covid-19-Soforthilfe“ gewährt wurde: Um die „Covid-Hilfe“ können Einzelpersonen und Familien ansuchen, welche bisher vom Sozialsprengel keine „Soforthilfe Covid-19“ gewährt bekommen haben. Den Antragstellenden wird einmal der Gesamtbetrag für drei Monate ausbezahlt, je nach Anzahl der Familienmitglieder sind dies 700 bis maximal 1700 Euro monatlich.

Covid-Beitrag für Miet- und Wohnungsnebenkosten 2021 für jene, denen keine „Covid-19-Soforthilfe“ gewährt wurde: Hierfür muss ein regulär registrierter Mietvertrag für die Immobilieneinheit (Haus, Wohnung) zu Wohnzwecken in jener Gemeinde abgeschlossen worden sein, in der der meldeamtliche Wohnsitz liegt. Je nach Anzahl der Familienmitglieder beläuft sich der Beitrag auf 565 bis maximal 745 Euro monatlich. Für jene, die keinen Mietvertrag abgeschlossen haben, aber ein Eigentumsrecht, ein Fruchtgenussrecht oder ein Wohnungsrecht an der von ihnen bewohnten Wohnung haben bzw. in einer Sozialwohnung einer öffentlichen Körperschaft (WOBI oder Gemeinde) wohnen, wird die Leistung zur Deckung der Wohnungsnebenkosten gewährt. Je nach Anzahl der Familienmitglieder sind dies 115 bis maximal 155 Euro monatlich.

Einkommens- und Vermögensgrenzen

Das Nettoeinkommen (im Durchschnitt der Monate Jänner, Februar und März 2021) darf bei Einzelpersonen maximal 1400 Euro und bei Familien maximal 2800 Euro, das gesamte Finanzvermögen (Stichtag 31. Dezember 2020) maximal 60.000 Euro betragen. Nicht als Einkommen zählen alle anderen Leistungen der finanziellen Sozialhilfe, das Covid-Kindergeld, das Pflegegeld oder Begleitungsgeld für Invaliden, alle Familiengelder des Landes und des Staates sowie Unterhaltszahlungen für minderjährige Kinder und aus abhängiger Arbeit gleichgestellten Einkünfte (z. B. Renten, Invaliditätsrenten, INAIL-­Renten, Studienbeihilfen usw.).

Antrag stellen

Der Antrag für die „Covid-Hilfe 2021“ wird über den Online-Dienst „myCivis“ der Provinz Bozen gestellt und erfolgt mittels der digitalen Identität (SPID), der elektronischen Identitätskarte (CIE) oder der Bürgerkarte (Nationale Dienstkarte CNS). Hier mehr. Die Patronate sind bei den Ansuchen behilflich. Die Ansuchen können online ab 11. Juni 2021 und innerhalb 30. September 2021 eingereicht werden. 

Weitere Informationen hier. 

Zum Thema

Selbstständige in der Landwirtschaft 

Selbstständige, welche in der INPS-Bauernversicherung eingeschrieben und in den Wintermonaten einer saisonalen Tätigkeit (z. B. bei Ski- und Aufstiegsanlagen oder im Tourismusbereich) durch eine Anstellung über das Berggesetz nachgehen, können – falls sie ihre Tätigkeit aufgrund Corona nicht ausüben konnten – ein Ansuchen um Soforthilfe stellen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die im Artikel auf dieser Seite angegebenen Einkommens- und Vermögensgrenzen (lt. Kontoauszüge der letzten drei Monate, auf denen die betrieblichen Ein- und Ausgaben aufscheinen) einhalten. Ein Schreiben des Arbeitgebers, aus dem der Sachverhalt hervorgeht, ist vorteilhaft. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller die Arbeitsstelle gewohnheitsmäßig bei demselben Arbeitgeber auch schon früher hatte (also z. B. Winter 2018/19, Winter 2019/20 etc.) und diese im Winter aufgrund der Sondersituation nicht antreten konnte, die Anstellung bereits ab Oktober 2020 erfolgte und die Arbeit wegen Corona verloren oder reduziert wurde bzw. die Arbeitsstelle für den Winter bereits zugesagt war, dann aber wegen Corona widerrufen wurde.