Bauernbund | 10.06.2021

Wertvolle Aufklärung vor Ort

Aufklärung über die landwirtschaftliche Tätigkeit und Sensibilisierung der nicht-bäuerlichen Bevölkerung sind die Schlüssel und Voraussetzung für ein gutes Auskommen. Drei Ortsobmänner des Südtiroler Bauernbundes berichten über ihre Erfahrungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Der Bauernbund empfiehlt allen Ortsgruppen die nicht-bäuerliche Bevölkerung vor Ort für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern zu sensibilisieren. Foto: Südtiroler Apfelkonsortium

Der Bauernbund empfiehlt allen Ortsgruppen die nicht-bäuerliche Bevölkerung vor Ort für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern zu sensibilisieren. Foto: Südtiroler Apfelkonsortium

In Zeiten, wo die Landwirtschaft von Teilen der Öffentlichkeit kritisiert wird, ist es wichtig, mit gezielter Aufklärung entgegenzusteuern. Darin sind sich die Bauernbund-Ortsobmänner von Lana, Partschins und Feldthurns einig. Sie kennen die pauschalen Vorurteile, denen Bäuerinnen und Bauern ausgesetzt sind. Deshalb sind sie aktiv geworden und haben sich zum Ziel gesetzt, Aufklärung vor Ort zu betreiben.

Eigene E-Mail-Adresse für Fragen

Martin Nock, Bauernbund-Ortsobmann von Lana, erklärt: „Ein respektvolles Miteinander, eine Diskussion auf Augenhöhe, sachlich und offen. Das ist unser Ziel für die Kommunikation mit unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern.“ 

Die Gemeindeblätter seien ein hervorragendes Medium, um die bäuerliche Arbeitsweise und die Anliegen der Landwirtschaft zu vermitteln. „In den letzten Ausgaben haben wir jeweils ein Thema aufgegriffen und fachlich erklärt. Die Themen reichen von der Frostalarmierung über das Angebot für Apfelführungen bis zu Interviews mit Landwirtschaftsexperten“, berichtet Nock. 

Auch eine eigene E-Mail-Adresse hat sich die Ortsgruppe zugelegt. Interessierte können Fragen zu spezifischen Themen stellen oder Rückmeldungen zu Erfahrungen mit der Landwirtschaft geben. „Bei jedem Artikel im Gemeindeblatt weisen wir auf diesen Kanal hin. So wollen wir den Dialog mit der Gesellschaft fördern und Fragen zur Landwirtschaft aus erster Hand beantworten“, betont Nock. 

Leistungen aufzeigen

Auch Josef Sprenger, Bauernbund-Ortsobmann von Partschins, ist überzeugt, dass die Kommunikation vor Ort auschlaggebend für ein gutes Auskommen mit der Dorfbevölkerung ist. „Wir nutzen die Gemeindeblätter, aber auch die sozialen Medien. In der heutigen Zeit sind die digitalen Kanäle unverzichtbar“, erklärt Sprenger. Die Ortsgruppe beschränkt sich in der Kommunikation dabei nicht ausschließlich auf landwirtschaftliche Fachthemen. Letzthin hat der Ortsobmann auf Facebook einen Beitrag veröffentlicht, in dem es um das Einkehren des Wassers in den Partschinser Waal geht. Diese Arbeit wird seit jeher von den Bauern vor Ort verrichtet, der Moment der Inbetriebnahme des Waals wird von der Dorfbevölkerung jedes Jahr mit Vorfreude erwartet. „Dieser Beitrag hat in den sozialen Medien rund 19.000 Personen erreicht und wurde fleißig geteilt und kommentiert. Es ist wichtig, dass die nicht-bäuerliche Bevölkerung sieht, was die Landwirtschaft für die Allgemeinheit leistet“, ist Sprenger überzeugt.

Diskussion nicht scheuen

Nicht immer ist die Kommunikation mit der Bevölkerung vor Ort einfach, weiß Michael Gamper, Ortsobmann von Feldthurns. Dies ist beispielsweise bei Themen wie der Verunreinigung von Wiesen, Äckern und Obstanlagen mit Hundekot der Fall. „Hier ist besonderes Fingerspitzengefühl erforderlich. Es gilt, sachlich zu argumentieren, an das Verständnis zu appellieren und nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen“, erklärt Gamper. Das persönliche Gespräch mit den Hundebesitzern sei weitaus am zielführendsten, aber auch ein Artikel im Gemeindeblatt sei in diesen Fällen sehr hilfreich. „Wichtig ist in der Kommunikation, kontinuierlich dabei zu bleiben und keine Diskussion zu scheuen. Wir Bäuerinnen und Bauern haben es selbst in der Hand, wie die Dorfbevölkerung über uns denkt und spricht“, betont Gamper. 

Bauernbund ist behilflich

Der Bauernbund empfiehlt allen Ortsgruppen, aktiv zu kommunizieren, die Leistungen der Landwirtschaft aufzuzeigen und die nicht-bäuerliche Bevölkerung vor Ort für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern zu sensibilisieren. Der Bauernbund unterstützt die Ortsgruppen beim Verfassen und bei der Formulierung von Beiträgen, insbesondere für die örtlichen Gemeindeblätter. Interessierte Ortsobmänner können sich an die Stabsstelle Verbandsmanagement im Südtiroler Bauernbund wenden (Tel. 0471 999354; E-Mail: verbandsmanagement@sbb.it). Voraussetzung ist, dass die Ortsgruppe Inhalte und konkrete Themen sowie nach Möglichkeit Fotos in guter Qualität übermittelt.