Steuerberatung | 10.06.2021

Staatliche Verlustbeiträge 2/2021

Mittlerweile gibt es drei Varianten von neuen staatlichen Verlustbeiträgen, wobei entweder eine automatische Auszahlung oder ein neues Ansuchen vorgesehen ist. Im zweiten Fall werden jene Betriebe, welche die MwSt.- Registerführung beim Südtiroler Bauernbund machen, gezielt informiert.

Die Corona-Pandemie hat in vielen Betrieben für ein deutliches Minus gesorgt.

Die Corona-Pandemie hat in vielen Betrieben für ein deutliches Minus gesorgt.

Derzeit laufen die Ansuchen um die Verlustbeiträge, welche das Land Südtirol den Betrieben für die ­Bewältigung der Corona-Krise gewährt. Parallel dazu gewährt der Staat mit dem Unterstützungsdekret II ­ebenfalls neue Verlustbeiträge. 

Jene Betriebe, welche die Verlustbeiträge aus der ersten Unterstützungsverordnung erhalten haben, bekommen denselben Betrag von der Agentur der Einnahmen nochmals überwiesen. In diesem Fall ist kein neues Ansuchen nötig, der Betrag wird automatisch ausbezahlt. Falls statt für die Überweisung für den Steuerkredit optiert wurde, wird dieser nochmals zuerkannt. 

Zur Erinnerung: Für den ersten Verlustbeitrag ansuchen konnten alle Landwirtschaftsbetriebe, welche im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Jahr 2019 von mindestens 30 Prozent hatten. Die Ansuchen waren bis zum 28. Mai möglich. Alle Betriebe, welche die MwSt.- Registerführung beim Südtiroler Bauernbund machen, wurden gezielt informiert und konnten ansuchen. Noch offen ist, wann der Betrag von der Agentur der Einnahmen automatisch überwiesen wird. 

Alternativer Verlustbeitrag 

Um den Schließungen in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 Rechnung zu tragen, gewährt der Staat einen alternativen Verlustbeitrag mit einem geänderten Bezugszeitraum und mit folgenden Kriterien:   

  • durchschnittlicher monatlicher Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent im Zeitraum 1. April 2020 bis 31. März 2021 im Vergleich zum Zeitraum 1. April 2019 bis 31. März 2020;
  • Gesamtumsatz 2019 nicht höher als zehn Millionen Euro;
  • der Antragssteller muss über eine aktive MwSt.-Position bei Inkrafttreten der Unterstützungsverordnung II – also am Stichtag 26. Mai 2021 – verfügen. Auch zum Zeitpunkt des Ansuchens muss die Position noch aktiv sein.  

Die Kriterien für diesen Verlustbeitrag sind dieselben wie bei der ersten Variante, nur der Bezugszeitraum für die Berechnung des Umsatzverlustes ändert sich. Während bei der ersten Variante das Kalenderjahr 2020 mit dem Kalenderjahr 2019 verglichen wurde, wird nun der Zeitraum von 1. April 2020 bis 31. März 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrachtet. 

Im Unterschied zum Verlustbeitrag, welcher durch das Land gewährt wird, zählt wiederum der Gesamtumsatz, also alle im jeweiligen Zeitraum vom Inhaber derselben Mehrwertsteuerposition ausgestellten Rechnungen und erzielten Einnahmen, und nicht aufgeteilt nach den einzelnen Tätigkeiten.

Die Höhe des Verlustbeitrages wird wie­derum auf den durchschnittlichen monat-
lichen Umsatzverlust berechnet und gestaffelt nach Gesamtumsatz des Jahres 2019 gewährt (s. Tab. 1). 

Ansuchen stellen

Für diesen Verlustbeitrag muss ein Ansuchen gestellt werden. Da der erste Verlustbeitrag automatisch überwiesen wird, wird – falls der Betrag dieses alternativen Verlustbeitrages höher ist als des ersten – die Differenz ausbezahlt bzw. als Steuerkredit zuerkannt. Würde der Betrag niedriger ausfallen, wird das Ansuchen von der Agentur der Einnahmen nicht beachtet. Das heißt, bei einem eventuell niedrigeren Betrag müsste die Differenz nicht rückerstattet werden. Öffentliche Körperschaften (z. B. Fraktionen) sind vom Ansuchen wiederum ausgeschlossen.  

Für jene Betriebe, welche die MwSt.-Registerführung beim Südtiroler Bauernbund machen, werden die beiden Varianten verglichen. Jene Betriebe, welche im geänderten Bezugszeitraum (1.4.–31.3.) einen höheren Verlustbeitrag erhalten würden, werden gezielt informiert. Das Ansuchen selbst kann nur elektronisch über das eigene Portal der Agentur der Einnahmen gestellt werden. Da die Durchführungsverordnung von der Agentur der Einnahmen noch nicht erlassen wurde, steht der Start des Ansuchens noch nicht fest. Das Ansuchen wird wieder 60 Tage lang möglich sein. 

Betriebe, welche für den Verlustbeitrag der ersten Unterstützungsverordnung nicht die Voraussetzungen hatten, weil beispielsweise, der Umsatzrückgang von 30 Prozent nicht erreicht wurde, erhalten einen höheren alternativen Verlustbeitrag. Die auf den durchschnittlichen monatlichen Umsatzverlust angewandten Prozentsätze sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Die Obergrenze für den Verlustbeitrag liegt wiederum bei 150.000 Euro. Für den alternativen Verlustbeitrag ist keine Untergrenze von 1000 bzw. 2000 Euro vorgesehen. Außerdem ist keine Sonderregelung für die Betriebe vorgesehen, welche die Tätigkeit neu ab dem 1. Jänner 2019 begonnen haben.  

Hilfe bei SBB-Steuerabteilung

Die Steuerabteilung des Südtiroler Bauernbundes überprüft vorab, ob der Umsatzrückgang von 30 Prozent im Bezugszeitraum 1. April 2020 bis 31. März 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt wurde, und informiert die Mitglieder über das Mitgliederportal „mein SBB“, dass angesucht werden kann. 

Der Auftrag zum Ansuchen kann somit mit wenigen Klicks über „mein SBB“ erfolgen. Jene Mitglieder, welche nicht auf „mein SBB“ registriert sind, werden separat informiert. Betriebe, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, werden nicht separat informiert. Für das Ansuchen wird ein Spesenbeitrag berechnet.Die Unterstützungsverordnung II der italienischen Regierung sieht außerdem einen Verlustbeitrag aufgrund des Rückganges des wirtschaftlichen Ergebnisses des Betriebes vor. In diesem Fall müssen die Kriterien jedoch erst mit einem eigenen Ministerialdekret erlassen werden.


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