Südtiroler Landwirt, Leben | 10.06.2021

Gut Wein trinken: keine Kunst

Irene Heinisch Theiner ist Sommelière und Weinbäuerin am Weingut Schloss Plars. Als solche verrät sie, wie Weine am besten gelagert und getrunken werden und ob man Sektkorken knallen lassen darf. Eigentlich nicht, sagt die Fachfrau, aber bei einem besonderen Anlass ist sogar das erlaubt. von Renate Anna Rubner

Das perfekte Glas für jeden Wein, muss das sein? Zur Not reicht auch ein Universalglas, sagt Sommelière Irene Heinisch Theiner.

Das perfekte Glas für jeden Wein, muss das sein? Zur Not reicht auch ein Universalglas, sagt Sommelière Irene Heinisch Theiner.

Als passionierte Weinliebhaber haben An­-
dreas und Irene Theiner das Weingut Schloss Plars nach und nach ganz auf Weinbau umgestellt: Auf zwei Hektar Flächen bauen sie vorwiegend Weißweinsorten an: Weißburgunder, Goldmuskateller und Sauvignon sowie Vernatsch, Lagrein und Merlot als Rotweinsorten. 

Früher wurde an die Kellerei Burggräfler geliefert, nur ein kleiner Teil des Lesegutes wurde für den Eigenbedarf eingekellert. Heute ist Andreas Theiner, ursprünglich Bänker von Beruf, Mitglied der Freien Weinbauern, vinifiziert alles selber und vermarktet die rund 13.000 Flaschen vorwiegend ab Hof. Ein kleinerer Teil geht über das Meraner Weinhaus, einige Vinotheken, Restaurants und den eigenen Online-Shop an Weinliebhaberinnen und -liebhaber.

Wie Andreas so hat auch Irene Heinisch Theiner die Ausbildung zur Sommelière absolviert: Das war im Jahr 2014. Die beiden Kinder Moritz und Sophie waren noch klein, Irene suchte nach einer Herausforderung, die ihren Alltag als junge Mutter nicht zu sehr strapazierte, aber Spaß macht. Im Interview mit dem „Südtiroler Landwirt“ erklärt die Fachfrau, wie auch Anfängerinnen und Anfänger Weine richtig genießen können und wie man das eine oder andere Missgeschick vermeiden oder wieder gutmachen kann. 

Südtiroler Landwirt: Frau Theiner, nicht jeder hat zu Hause einen tiefen Keller. Wie kann man Weine trotzdem gut lagern?

Irene Heinisch Theiner: Am besten lagert man Weine bei möglichst konstanten Temperaturen, um die zwölf bis 14 Grad, und dunkel. Wer keinen tiefen Keller hat, sollte auf jeden Fall den kühlsten Ort der Wohnung als Weinlager benutzen. Ideal für die Lagerung ist übrigens ein Getränkeschrank: Weil man dort die Etagen getrennt temperieren kann, zum Beispiel unten etwas kühler für die Weißweine und oben mit höheren Temperaturen für die Rotweine. Aber das muss nicht sein. Irgendeinen geeigneten Raum gibt es eigentlich in jedem Haus.

Weinflasche besser stehend oder liegend lagern?

Das hängt von der Feuchtigkeit ab: Wenn der Keller eher feucht ist, kann man die Weinflaschen auch stehend lagern. Je trockener das Raumklima aber bei der Lagerung ist, umso wichtiger ist es, die Flaschen liegend zu lagern, damit der Korken feucht bleibt.

Und beim Trinken, welche Temperatur sollte der Wein da haben?

Schaumweine trinkt man idealerweise mit einer Temperatur von sechs bis acht Grad Celsius, Weißweine zwischen acht und zwölf Grad. Bei leichten Rotweinen kann es im Sommer auch etwas kühler hergehen, so um die zwölf bis 14 Grad sind hier ideal. Und bei den schweren Roten kann die Trinktemperatur bei 16 bis 18 Grad liegen. Man spricht dann zwar von Raumtemperatur, aber diese Empfehlung bezieht sich noch auf Zeiten, in denen Räume kaum geheizt wurden.

Das ganze Interview finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 11 des „Südtiroler Landwirt“ vom 11. Juni auf Seite 25 oder online auf „meinSBB“.