Betriebsberatung | 13.05.2021

Neue Förderung für Junglandwirte

Die staatliche Behörde ISMEA unterstützt ab sofort ausgewählte Investitionsprojekte von Junglandwirten mit einem Gratis­kredit und einem Schenkungsbeitrag.

Die ISMEA-Förderung richtet sich an Junglandwirte bzw. Junglandwirtinnen, die kurz vor größeren Investitionsprojekten stehen. Foto: Ingrid Heiss

Die ISMEA-Förderung richtet sich an Junglandwirte bzw. Junglandwirtinnen, die kurz vor größeren Investitionsprojekten stehen. Foto: Ingrid Heiss

Bereits im Herbst 2020 hat ISMEA eine neue Unterstützungsmaßnahme für Unternehmerinnen in der Landwirtschaft bereitgestellt, welche derzeit immer noch verfügbar ist und Gratiskredite bis zu 300.000 Euro vorsieht. Nun wurde eine Förderschiene für Junglandwirte („Più impresa – imprenditore giovanile in agricoltura“), welche ursprünglich nur für den Süden Italiens zugänglich war, auf das gesamte Staatsgebiet ausgedehnt und ist somit auch für Junglandwirte aus Südtirol zugänglich. 

Förderung für größere Vorhaben

Gefördert werden noch umzusetzende Gesamtprojekte von Junglandwirten zwischen 18 und 40 Jahren zur Verbesserung der Rentabilität, der Nachhaltigkeit oder der Betriebsumstellung in der Primärproduktion und auch in der Produktverarbeitung. Damit soll der Generationswechsel vorangetrieben und der Ausbau der landwirtschaftlichen Betriebe angeregt werden. Die staatliche Förderung kann als Alternative zu den möglichen Förderungen des Landes und/oder der EU angesehen werden und nicht als Ergänzung dazu. Somit könnte diese Förderung vor allem für Vorhaben interessant sein, welche anderweitig nicht gefördert werden.

Schenkungsbeitrag und Gratisdarlehen

Voraussetzung ist, dass der Betrieb vom Junglandwirt bzw. der Junglandwirtin vor nicht mehr als sechs Monaten übernommen wurde („subentro“) oder der Betrieb bereits seit mehr als zwei Jahren vom Junglandwirt oder der Junglandwirtin geführt wird („amplia­mento“). Die Förderung setzt sich aus einem zinslosen Darlehen von maximal 60 Prozent mit einer Laufzeit von fünf bis 15 Jahren sowie einem Schenkungsbeitrag von bis zu 35 Prozent der anerkannten Kosten zusammen. Die maximal anerkannten Kosten sind mit 1,5 Millionen Euro (ohne MwSt.) festgesetzt, wobei ein gewisser Anteil an Eigenkapital nachgewiesen werden muss. Gefördert werden sowohl bauliche Investitionen als auch die Anschaffung von Maschinen, Geräten oder Anlagen, die der landwirtschaftlichen Produktion und der Weiterverarbeitung oder Veredelung hofeigener Lebensmittel dienen. 

Das sind beispielsweise die Errichtung von neuen Betriebsstrukturen (z. B. Verarbeitungs- und Verkaufsräume, Wirtschaftsgebäude), von neuen Ferienwohnungen, das Erstellen von Dauerkulturen oder Bodenverbesserungsarbeiten (exkl. Drainagen). Reine Ersatzinvestitionen sind nicht förderfähig.

Viele Unterlagen für die Antragstellung notwendig

Die Förderung hat auch ihre Schattenseiten: Das Förderansuchen muss über das staatliche ISMEA-Portal gestellt werden und ist sehr aufwendig. Neben einem mehrjährigen Businessplan sind eine Vielzahl von weiteren Unterlagen (u. a. Notarbestätigung, Erstgarantie, Kostenschätzung, Projektunterlagen, verschiedene Auszüge und Eigenerklärungen) notwendig, womit bereits Kosten für die Antragstellung anfallen. 

Das ISMEA behält sich dabei das Recht vor, die eingereichten Projekte genauestens zu begutachten, einen Lokalaugenschein vorzunehmen und das Gesuch gegebenenfalls abzulehnen. Eine Beitragsgewährung kann daher im Vorhinein nicht garantiert werden. Projekte, für welche andere Landes- und/oder EU-Beiträge in Anspruch genommen werden, sind in der Regel nicht zusätzlich durch ISMEA förderfähig.

Weitere Infos bei der Bauernbund-Betriebsberatung

Empfehlenswert ist diese Förderung folglich für umfangreiche Vorhaben, welche nennenswerten Einfluss auf die betriebliche Entwicklung nehmen, kurz vor der Umsetzung stehen und für die keine anderen Förderungen beansprucht werden. Weitere Informationen zur Förderung können bei der Bauernbund-Abteilung Betriebsberatung eingeholt werden (Tel. 0471 999439, E-Mail: betriebsberatung@sbb.it).