Steuerberatung | 31.03.2021

Wieder Verlustbeiträge vom Staat

Seit dem 30. März können Betriebe, welche bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wieder um Verlustbeiträge ansuchen. Jene Betriebe, die die MwSt.-Registerführung beim Bauernbund machen, werden gezielt informiert.

Der Verlustbeitrag wird gestaffelt nach der Höhe des Umsatzes des Jahres 2019 berechnet. Foto: Engelbogen, Pixelio

Der Verlustbeitrag wird gestaffelt nach der Höhe des Umsatzes des Jahres 2019 berechnet. Foto: Engelbogen, Pixelio

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise etwas abzufedern, gewährt der Staat den betroffenen Betrieben einen neuen Verlustbeitrag. Dies sieht das neue Unterstützungsdekret der Regierung Draghi vor. Der Verlustbeitrag ist nicht mehr – wie etwa im vergangenen Herbst – für einzelne, besonders betroffene Sektoren bestimmt, sondern allgemein an einen Umsatzrückgang von 30 Prozent gebunden. Außerdem darf der Gesamtumsatz im Jahr 2019 nicht höher als zehn Millionen Euro gewesen sein. 

Ansuchen können alle Landwirtschaftsbetriebe, welche im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Jahr 2019 von ­mindestens 30 Prozent hatten. Es zählt der Gesamtumsatz, also alle in den jeweiligen Jahren vom Inhaber derselben Mehrwertsteuerposition ausgestellten Rechnungen und erzielten Einnahmen, und nicht aufgeteilt nach den einzelnen Tätigkeiten. Falls ein Betrieb zum Beispiel neben der Landwirtschaft auch noch Urlaub auf dem Bauernhof betreibt, zählen die Umsätze bei beiden Tätigkeiten. 

So erfolgt die Berechnung

Der Verlustbeitrag wird gestaffelt nach der Höhe des Umsatzes des Jahres 2019 berechnet. Dies war das letzte Jahr mit normaler Tätigkeit. Grundlage für die Berechnung ist der durchschnittliche, monatliche Umsatzverlust des Jahres 2020 gegenüber dem Jahr 2019. Auf diesen Umsatzverlust werden dann gestaffelt die Prozentsätze laut nebenstehender Tabelle angewandt. 

Die gesetzliche Bestimmung sieht außerdem vor, dass jeder Betrieb mindestens einen Beitrag von 1000 Euro bekommt, im Falle von Gesellschaften bzw. anderen Organisationen sind es mindestens 2000 Euro.

Eine besondere Situation besteht bei jenen Betrieben, welche die Mehrwertsteuerposition im Jahr 2019 eröffnet haben. Diese erhalten den Verlustbeitrag auch ohne einen Umsatzverlust. Für die Berechnung des durchschnittlichen Umsatzes werden die Monate ab der Eröffnung der Mehrwertsteuernummer herangezogen. Falls der Umsatzrückgang kleiner als 30 Prozent ist oder es sogar keinen Rückgang gab, bekommen sie den Mindestbetrag von 1000 Euro. Dasselbe gilt auch für jene Betriebe, welche die Mehrwertsteuernummer in den Jahren 2020 oder bis zum 22. März 2021 eröffnet haben. Auch sie bekommen den Mindestbetrag, da ein Umsatzvergleich nicht möglich ist. 

So stellt man das Ansuchen

Eine weitere Voraussetzung, um den Verlustbeitrag in Anspruch nehmen zu können, ist, dass zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Unterstützungsdekretes (23. März 2021) eine aktive Mehrwertsteuerposition besteht. Das heißt, wenn die Mehrwertsteuernummer vor dem 23. März abgemeldet oder erst ab dem 24. März angemeldet wird, steht kein Verlustbeitrag zu. Außerdem muss die Mehrwertsteuer zum Zeitpunkt des Ansuchens noch aktiv sein. 

Das Ansuchen selbst kann nur elektronisch über das eigene Portal der Agentur der Einnahmen gestellt werden. Die Ansuchen können seit dem 30. März gestellt werden. Insgesamt ist das Portal 60 Tage freigeschaltet, also bis zum 28. Mai.

Laut Ankündigung der Agentur der Einnahmen soll die Auszahlung des Verlustbeitrages relativ zügig nach dem Stellen des Ansuchens erfolgen. Das Geld wird dann auf das beim Ansuchen angegebene Konto (IBAN) überwiesen. 

Alternativ kann dieser Verlustbeitrag auch in Form eines Steuerkredites in Anspruch genommen werden. Dies muss dann beim Ansuchen angegeben werden.  

Praktische Beispiele

Beispiel 1: Umsatz 2019 von 80.000 Euro und Umsatz 2020 von 40.000 Euro.
Die Differenz von 40.000 Euro wird durch zwölf dividiert und ergibt den durchschnittlichen monatlichen Verlust (40.000 Euro ÷ 12 = 3.333,33 Euro).
Auf diesen Betrag findet aufgrund des Umsatzes 2019 (80.000 Euro) der Satz von 60 Prozent Anwendung. Der Verlustbeitrag beträgt in der Folge 2000 Euro (3.333,33 Euro x 60 %).

Beispiel 2: Umsatz 2019 von 120.000 Euro und Umsatz 2020 von 75.000 Euro im Jahr 2020.
Die Differenz von 45.000 Euro wird durch zwölf dividiert und ergibt den durchschnittlichen monatlichen Verlust (45.000 Euro ÷ 12 = 3.750 Euro).
Auf diesen Betrag findet aufgrund des Umsatzes 2019 (120.000 Euro) der Satz von 50 Prozent Anwendung. Der Verlustbeitrag beträgt in der Folge 1.875 Euro (3.750 Euro x 50 %). 


Hilfestellung beim Bauernbund

Die Steuerabteilung des Südtiroler Bauernbundes überprüft vorab, ob der Umsatzrückgang von 30 Prozent erzielt wurde, und informiert die Mitglieder über das Mitglieder­-
­portal „mein SBB“, dass angesucht werden kann. Der Auftrag zum Ansuchen kann somit mit wenigen Klicks über „mein SBB“ erfolgen. 

Jene Mitglieder, welche nicht auf „mein SBB“ registriert sind, werden separat informiert. Betriebe, welche die Voraussetzungen nicht erfüllen, werden nicht eigens informiert. Für das Ansuchen wird ein Spesenbeitrag berechnet. 

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