Steuerberatung | 18.03.2021

Neues bei Bonus Neuinvestitionen

Die Agentur der Einnahmen hat geklärt, dass der Steuerbonus, welcher nicht oder nur teilweise im entsprechenden Jahr kompensiert wird, auf das Folgejahr übertragen werden kann. Diese Klärung ist wichtig, weil die Jahresraten mit dem neuen Bilanzgesetz fürs Jahr 2021 von fünf auf drei bzw. eine herabgesetzt wurden.

Für Neuinvestitionen in bestimmte Güter kann ein Steuerbonus beansprucht werden.

Für Neuinvestitionen in bestimmte Güter kann ein Steuerbonus beansprucht werden.

Wie bereits berichtet (Ausgabe Nr. 1 vom 22.1.2021), ist der Steuerbonus für Neuinvestitionen inkl. Gütern mit den Merkmalen Industrie 4.0 verlängert worden. Zudem gelten für das heurige Jahr auch höhere Prozentsätze:­ ­

  • zehn Prozent für die normalen Investitionen (anstatt 6 %);
  • 50 Prozent für Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0 (anstatt 40 %).

Gleichzeitig wurde auch der Zeitraum verkürzt, auf welchen der Steuerbonus aufzuteilen ist, und zwar von fünf auf drei Jahre. Betriebe mit einem Umsatz unter fünf Millio­nen Euro können den Steuerbonus sogar in einer Jahresrate geltend machen. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur begrenzt für die normalen Investitionen und bis zum 31. Dezember 2021. Für Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0 ist dies nicht zulässig, d. h., für diese sind mindestens drei gleichbleibende Jahresraten anzuwenden.

Die Verwendung des Steuerbonus bzw. des Guthabens ist bekanntermaßen ausschließlich über den Vordruck „Modell F24“ möglich, d. h., eine Rückforderung und somit eine Auszahlung ist nicht möglich. 

Nun wurde geklärt, was passiert, wenn das Guthaben nicht oder nur teilweise mit vorhandenen Steuerschulden im entsprechenden Jahr kompensiert werden kann. Laut dieser Klärung kann das Guthaben immer aufs nächste Jahr übertragen werden. Infolgedessen steht im darauffolgenden Jahr zusätzlich zur entsprechenden Jahresrate auch noch das Restguthaben des Vorjahres zur Verfügung. In diesem Sinne geht das Guthaben niemals verloren.

Angabe der Gesetzesnorm

Bei allen Rechnungen für Neuinvestitionen, bei denen der Steuerbonus angewendet wird, muss die jeweils zugrunde liegende Gesetzesnorm aufscheinen. Dies gilt jedoch auch für alle anderen mit dem Kauf zusammenhängenden Dokumente. 

Dies können beispielsweise Angebote, Lieferscheine, Übergabe- oder Abnahmeprotokolle usw. sein. Die Gesetzesnorm für Investitionen, welche in die neue Regelung laut Bilanzgesetz 2021 fallen, kann beispielsweise so lauten: „Geförderter Gegenstand laut Art. 1, Abs. 1054–1058, Gesetz Nr. 178/2020“ oder/und auf Italienisch „bene agevolabile ai sensi dell’art. 1, co. 1054–1058, legge n. 178/2020“. Im vergangenen Jahr musste auf das Bilanzgesetz 2020 Bezug genommen werden, d. h. auf das „Gesetz Nr. 160/2019, Art. 1, Abs. 184–194“. Wurde bzw. wird die Gesetzesnorm nicht oder nicht korrekt vom Lieferanten angegeben, so kann sie auch nachträglich auf der analogen Kopie des Dokuments angebracht werden. 

Im Falle einer elektronischen Rechnung kann diese also auf Papier gedruckt und mit der entsprechenden Gesetzesnorm versehen werden. Sollte der Hinweis im Falle einer Kontrolle von Seiten der Finanzverwaltung jedoch fehlen oder nicht korrekt angegeben worden sein, so kann dies zur Aberkennung des Steuerbonus führen.

Technischer Bericht muss jetzt vereidigt sein

Für Investitionen in die normalen Güter, für welche der Steuerbonus in Höhe von zehn Prozent – bzw. im vergangenen Jahr sechs Prozent – angewendet wird, muss keine zusätzliche Dokumentation im Falle einer Kontrolle von Seiten der Finanzverwaltung vorgewiesen werden.

Für Investitionen in intelligente computergesteuerte Anlagegüter ist dies jedoch nötig. Für diese ist nämlich entweder eine Bestätigung eines autorisierten Technikers oder eine Konformitätsbescheinigung des Herstellers vorzuweisen. 

Eines dieser Dokumente ist beim Steuerbonus in Höhe von 50 Prozent – bzw. im Vorjahr 40 Prozent – aufgrund der technischen Besonderheiten immer empfohlen, auch wenn für Anlagegüter mit Wert unter 300.000 Euro eine Ersatzerklärung des Notorietätsaktes des Betriebsinhabers ausreichen würde. Neu ist ab diesem Jahr, dass der technische Bericht immer vereidigt/beglaubigt sein muss, um bei einer eventuellen Kontrolle von Seiten der Finanzverwaltung Gültigkeit zu haben.

Ausgeschlossene Investitionen 

Weiterhin ausgeschlossen vom Steuerbonus bleiben, wie auch im vergangenen Jahr, Neuinvestitionen in Immobilien (z. B. Bau Wirtschaftsgebäude) und Autofahrzeuge (Pkw). Zudem sind grundsätzlich alle Betriebe ausgeschlossen, welche mit den Zahlungen der Sozialversicherungsbeiträge oder mit den Bestimmungen im Bereich Arbeitssicherheit (falls sie Arbeitnehmer beschäftigen) nicht in Ordnung sind.

Zwei Jahre Sperrfrist für Verkauf von begünstigtem Anlagegut

Grundsätzlich ist für Neuinvestitionen mit Anwendung des Steuerbonus eine Sperrfrist von zwei Jahren vorgesehen. Dies bedeutet, dass in dieser Zeitspanne das begünstigte Anlagegut nicht verkauft werden darf. Andernfalls muss der bis dahin kompensierte Steuerbonus zurückgezahlt werden. Ist dies der Fall, so müssen die zuständigen Mitarbeiter beim Südtiroler Bauernbund informiert werden.  

Verlängerung bis 2022

Mit dem nun gültigen Bilanzgesetz fürs Jahr 2021 wurde der Steuerbonus bis zum Ende des Jahres 2022 verlängert. Ab dem 1. Jänner 2022 sollen aber die Prozentsätze gekürzt werden, und zwar wiederum auf sechs Prozent für die normalen Investitionsgüter und 40 Prozent für die computergesteuerten intelligenten Güter mit den Merkmalen Industrie 4.0. 

Sollte es keine gesetzlichen Änderungen geben, so gelten für das kommende Jahr dieselben Prozentsätze wie im Jahr 2020, also dem ersten Jahr der Anwendung.

Mitteilung an Bauernbund-Bezirksbüro

Da aus den Rechnungen der Anspruch auf den Steuerbonus nicht immer eindeutig ersichtlich ist, kann an die Abteilung Steuer­beratung im zuständigen Bauernbund-­Bezirksbüro eine entsprechende Mitteilung erfolgen. Zudem gibt es seit Kurzem im Dienstleistungsportal „mein SBB“ einen eigenen getrennten Menüpunkt, über den die mit der Investition zusammenhängenden Dokumente bequem und einfach von den Mitgliedern hochgeladen werden können. Diese neue Funktion befindet sich im Hauptmenü unter „Rechnungen & Tageseinnahmen – Versand Rechnungen an SBB (Upload) – Steuerbonus Neuinvestitionen 4.0“ (siehe Grafik).

Auf diese Weise werden die hochgeladenen Dokumente automatisch und direkt den zuständigen Mitarbeitern beim Südtiroler Bauernbund zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet. 

Sollte zudem ein Mitarbeiter bei der Verbuchung auf Rechnungen aufmerksam werden, welche Einkäufe betreffen, die möglicherweise in den Anwendungsbereich des Steuerbonus fallen, so wird das Mitglied über „mein SBB“ mit einer entsprechenden Mitteilung darüber informiert. 


Bildschirmfoto 2021-03-18 um 08.56.03Die Dokumente zum Steuerbonus können nun über „mein SBB“ hochgeladen werden.