Südtiroler Landwirt, Produktion | 18.03.2021

Gute Qualität beim ersten Schnitt

Jedes Jahr prüft das Versuchszentrum Laimburg den Verlauf der Qualität des Grundfutters beim ersten Schnitt. 2020 waren die Erträge gut, und die Qualität konnte sich über einen längeren Zeitraum halten. Der Rohfaser-gehalt war eher niedrig. von Ulrich Figl, Paul Mittermair, Aldo Matteazzi, Giovanni Peratoner, Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg untersucht schon seit 2003 die potenzielle Futterqualität und den zu erwartenden Ertrag für den ersten Schnitt. Foto: VZL

Das Versuchszentrum Laimburg untersucht schon seit 2003 die potenzielle Futterqualität und den zu erwartenden Ertrag für den ersten Schnitt. Foto: VZL

Die Festlegung des optimalen Schnittzeitpunktes stellt einen Kompromiss zwischen Erntemenge und Qualität dar. Eine Ernte zu einem späteren Zeitpunkt könnte zwar zu einer Ertragssteigerung führen, vermindert aber die Qualität. Das Versuchszentrum Laimburg untersucht schon seit 2003 die potenzielle Futterqualität und den zu erwartenden Ertrag in einem Zeitraum von sechs Wochen ab ­Weidestadium. Die Untersuchung berücksichtigt aber nicht qualitätsmindernde Einflüsse, wie sie in der Praxis vorkommen könnten, z. B. schlechte Wetterbedingungen oder Bröckelverluste während der Futterwerbung. 

Wetterverlauf und Niederschlagsmengen im Jahr 2020

Der Jahresbeginn war von einem überdurchschnittlich warmen und trockenen ­Wetter bestimmt. Erst im März stellten sich wieder Wetterbedingungen mit durchschnittlichen Temperaturen sowie Niederschlagsmengen ein. Landesweit wurden im März nur in Toblach und Bozen deutlich mehr Niederschläge als im Durchschnitt verzeichnet. 

Im Monat April, in welchem die meisten Versuchsflächen eine Wuchshöhe von 15 Zentimetern erreichten, fielen die Niederschläge wieder geringer aus und die Temperaturen stiegen deutlich über den langjährigen Durchschnitt (um etwa 2 °C). Es war also insgesamt ein sehr warmer, aber trockener Monat. 

Der Monat Mai war von einem Mix aus Sonne, Wolken, durchziehenden Niederschlägen und Gewittern gekennzeichnet, und sowohl die Temperaturen als auch die Niederschläge entsprachen laut Messstationen der Hauptorte Südtirols ungefähr dem langjährigen Mittel. 

Das unbeständige Wetter setzte sich auch im Juni fort: Die Temperaturen entsprachen zwar den langjährigen Mittelwerten, die Niederschlagsmengen lagen im Norden des Landes jedoch um etwa ein Drittel über dem langjährigen Durchschnitt. In Richtung Süden entsprachen sie ungefähr den langjährigen Werten.

Gute Kooperation liefert solide Referenzwerte

Dank der guten Zusammenarbeit des Versuchszentrums Laimburg mit den Betrieben und der Fachschule Salern werden die Erhebungen seit nun schon 18 Jahren immer an denselben fünf Referenzstandorten durchgeführt. 

Diese Grünlandflächen repräsentieren dank ihrer geographischen Lage, ihrer Bewirtschaftungsform und ihrer botanischen Zusammensetzung einige der häufigsten Situationen, die im produktiven Grünland Südtirols zu finden sind. 

Die Kontinuität der Untersuchungen an denselben Standorten bringt nicht nur einen großen Vorteil in der Vergleichbarkeit der jährlichen Daten mit den langjährigen Mittelwerten mit sich, sondern auch im Erkennen von Trends, die sich über einen längeren Zeitraum ergeben.

Weidestadium teilweise früh erreicht

Auch im letzten Jahr zeigten die Daten, dass die tiefer gelegenen Standorte wie Völser Aicha und Vahrn im Vergleich zu dem langjährigen Durchschnitt das Weidestadium (= Beginn Schossen, durchschnittliche Bestandshöhe von 15 Zentimetern) wesentlich früher als sonst erreichten. 

An den Versuchsstandorten Villanders und Glurns entsprach der Zeitpunkt fast genau dem langjährigen Mittelwert, während am relativ hoch gelegenen Standort in Sexten im östlichen Teil Südtirols das Weidestadium zu einem späten Termin erreicht wurde.

 

Den ganzen Bericht samt Tabellen finden Sie ab Freitag in der Ausgabe 5 des „Südtiroler Landwirt“ vom 19. März auf Seite 33 oder online auf „meinSBB“.