Südtiroler Landwirt, Leben | 18.03.2021

Eine neue Kompost-Kultur

Seit einem knappen Jahr verfolgt Rudi Windegger mit seiner Kompostanlage in Andrian das Ziel, nachhaltigen und biologischen Dünger herzustellen. Wie es dazu kam und welche Pläne er noch hat, erzählt dieser Beitrag. von Annika Peine, Bioland Südtirol

Wird Rinde zu hochwertigem Kompost? Dieser Frage geht Rudi Windegger gemeinsam mit der Freien Universität Bozen auf den Grund.

Wird Rinde zu hochwertigem Kompost? Dieser Frage geht Rudi Windegger gemeinsam mit der Freien Universität Bozen auf den Grund.

Als Rudi Windegger im März des vergangenen Jahres den Lehrgang zum Bodenpraktiker besuchte, stand für ihn fest: es braucht mehr Kompost. Das dritte Modul des Kurses hatte ihm gezeigt, welchen Nutzen Kompost für den Boden haben und wie damit eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft gefördert werden kann.

Nährstoffe und Stärkungsmittel

Aber: Was ist Kompost überhaupt? Kurz gesagt, handelt es sich bei Kompost um pflanzliches Material, das durch Bodenorganismen zersetzt wird. Als Grundlage dafür können Grünschnitt, Holzabfälle, Laub, Rodungsabfälle sowie Kuh- und Pferdemist verwendet werden. Je nach Beschaffenheit des Bodens können weitere Zuschlagstoffe beigefügt werden, wie Urgesteinsmehl, Ton, Sand oder effektive Mikroorganismen (EM). Bei der Zersetzung des Materials werden Nährstoffe freigesetzt, die von den Pflanzen aus dem Boden aufgenommen werden können. So spielt Kompost eine wichtige Rolle bei der Aufwertung der Böden und beim Aufbau von Humus. Sowohl im biologischen als auch im konventionellen Landbau ist Kompost damit eine Alternative zu synthetischem, chemischem Dünger, durch den die Pflanzen nicht nur ernährt, sondern auch gestärkt werden können. Damit leistet Kompost einen wichtigen Beitrag in der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. 

Da kurz nach seinem Besuch des Bodenpraktiker-Kurses ganz Italien in den Lockdown ging, nutzte Rudi die besonderen Umstände: Er klemmte sich hinter seinen Schreibtisch, recherchierte im Internet und – hatte Glück. Denn er stieß auf eine Anzeige für einen sogenannten Umwender, eine Maschine, die für die Kompostherstellung unabkömmlich ist. Denn der Umwender wird zum regelmäßigen Wenden und Umschichten der sogenannten Rotte benötigt, also zur Mischung der beschriebenen Ausgangsmaterialien, wobei durch regelmäßige Durchlüftung schlussendlich eine homogene, „gesunde“ Masse entsteht. Die Anschaffung einer so großen und ungewöhnlichen Maschine ist laut Rudi „im Normalfall ein Hemmschuh“, denn ein solches Gerät ist kaum erhältlich. 

Auch wenn Rudi im Rückblick von Glück spricht, ist weit mehr als die Beschaffung einer Maschine für den Aufbau einer Kompostieranlage vonnöten. Denn dass er damit weitermachen will, also eine Anlage aufbauen, um dafür zu sorgen, dass Kompost überhaupt in qualitativ hochwertiger Qualität verfügbar ist, hatte er bereits entschieden. 

Viel Hilfe bei der Umsetzung

Zum einen gehört die Fähigkeit dazu, über den eigenen Tellerrand zu schauen und ­Neues zu wagen. Zum anderen ist Rudi wohl bewusst, dass er das Projekt ohne die Unterstützung von anderen Engagierten nicht hätte aufziehen können. Nicht nur den Organisatoren und Referenten des Bodenpraktiker-Lehrganges ist er für die praktischen Anleitungen und das gesammelte Wissen dankbar. Auch auf Hilfe aus der Nachbarschaft konnte er zählen. So half ihm ein befreundeter Mechaniker aus Andrian dabei, den angelieferten Umwender auf Vordermann zu bringen. Bei der anschließenden Arbeit mit seinem Umwender wurde er von Mitarbeitern des Kompostwerkes in Schlanders unterstützt, die ihm in ihrer Freizeit die Bedienung der Maschine erklärten und ihm so überhaupt die Arbeit am Kompost ermöglichten. 



Den ganzen Bericht lesen Sie ab Freitag in der Ausgabe 5 des „Südtiroler Landwirt“ vom 19. März auf Seite 27 oder online auf „meinSBB“.