Produktion | 18.03.2021

Blauzungen-Sperrzone ist aufgehoben

Gute Nachrichten für alle Tierhalter, die ihre Tiere außerhalb des Landes verlegen wollen: Südtirol ist ab sofort nicht mehr als Sperrgebiet für die Blauzungenkrankheit („Blue Tongue“) ausgewiesen. Dies teilt der Landestierärztliche Dienst in einem Rundschreiben mit.

Die Befreiung von der Sperrzonen-Regelung hat zur Folge, dass Rinder, Schafe und Ziegen aus Südtirol ohne vorherige Impfung überallhin verschickt werden können.

Die Befreiung von der Sperrzonen-Regelung hat zur Folge, dass Rinder, Schafe und Ziegen aus Südtirol ohne vorherige Impfung überallhin verschickt werden können.

Wie bekannt, galt Südtirol seit Ende 2016 als Sperrgebiet gegen den Blauzungen-Typ BTV4, weil diesbezügliche Seuchenherde in der Region Veneto und in der Provinz Trient aufgetreten waren. Dies brachte eine flächendeckende Impfung aller Wiederkäuer und eine enorme Reihe von weiteren Verplichtungen und Kosten mit sich.

EU-Kommission ist Anfrage aus Südtirol nachgekommen

Nun hat die EU-Kommission einem Gesuch aus Südtirol vom Oktober 2020 stattgegeben und Südtirol wieder als frei von Restriktionen bezüglich der Blauzungenkrankheit anerkannt. Das Gesundheitsministerium hat die diesbezüglichen Informationen übernommen und die Neueinstufung Anfang März bekannt gegeben. Die Befreiung von der Sperrzonen-Regelung hat zur Folge, dass Rinder, Schafe und Ziegen aus Südtirol ohne vorherige Impfung und ohne weitere Pflichten bezüglich der Blauzungenkrankheit überallhin verschickt werden können.

Impfung bei vorübergehender Lieferung in Sperrzone nötig

Für jene Tiere aber, die nur vorübergehend in Sperrgebiete – z. B. auf die Alm oder auf Ausstellungen – geliefert werden und dann wieder zurück nach Südtirol kommen, ist eine Impfung mit dem jeweiligen Serotyp rechtzeitig vorzunehmen (z. B. BTV1 und BTV4 für Trentino und Venetien, BTV4 für Friaul, BTV8 für die Schweiz), es sei denn, ein Tiereigentümer will das Freisein von einer Infektion bei der Rückkehr der Tiere durch eine PCR-Probe beweisen. Das gilt unter anderem für Tiereigentümer, die grundsätzlich gegen die Impfung sind.

Betriebstierarzt impft, Tierhalter zahlt

In Absprache mit dem Direktor des tierärztlichen Dienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebs wird die Impfung ausschließlich vom Betriebstierarzt vorgenommen. Die Beschaffung des entsprechenden Impfstoffes ist Sache des Betriebstierarztes, die Kosten für die Impfung werden zur Gänze vom Tierhalter getragen.